Die 68er Proteste – Ausstellungstipp

„KÖLN 68! – Protest. Pop. Provokation.“ ist noch bis zum 24. Februar 2019 im Kölnischen Stadtmuseum zu sehen. Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm ergänzt und begleitet diese Ausstellung.

Barrikaden vor Universität zu Köln

Vor 50 Jahren löste die 68er-Protestbewegung einen Wandel aus, der Deutschland und seine Gesellschaft grundlegend  veränderte. Die Besonderheit der kölnischen Proteste verdeutlichen nun die rund 300 Exponate und etlichen Zeitzeugenberichte im Stadtmuseum. Vielfältige Begleitveranstaltungen, wie eine Bustour mit Kabarettist Jürgen Becker oder etwa ein Plakatworkshop für Kinder, machen die turbulenten 68er-Jahre sowohl für die junge Generation begreifbar als auch für Kölner interessant, die diese bewegende Zeit selbst miterlebt haben.

“Berlin brennt – Köln pennt” – mit diesem Spruch sah die Berliner Studentenbewegung auf die Aktivitäten während der 68er-Revolte ihrer Kommilitonen am Rhein herab. Berlin als geteilte Stadt war klar das Epizentrum der Proteste. Das gemütliche und katholische Köln konnte mit dem Ausnahmezustand dort nicht mithalten. Zeitzeugen und Kuratorin Michaela Keim sind sich einig, dass das rheinische Naturell mit ein Grund für die recht friedlichen Proteste und den langsamen gesellschaftlichen Wandel in Köln waren.
Deshalb geht es den Machern der aktuellen 68er-Ausstellung zum 50. Jubiläum der Protestbewegung in Köln darum, das Besondere des Aufruhrs am Rhein zu zeigen. In Zusammenarbeit mit Geschichtsstudent*innen der Universität zu Köln hat das Stadtmuseum die Ausstellungsexponate zusammengestellt und das Begleitprogramm erarbeitet.

Köln 68er Proteste
Exponat der 68er Ausstellung im Stadtmuseum.

Nach einem Aufruf des Stadtmuseums hatten sich knapp 100 Zeitzeugen gemeldet, die Fotos, Bücher, Mode, Plakate, Transparente, Musikinstrumente und Filme aus Privatbesitz zur Verfügung stellten.  Viele Bürger schickten auch ihre Erinnerungen ein, die exemplarisch in der Ausstellung zu hören und im 500 Seiten starken Ausstellungskatalog zusammengefasst sind.

Der besondere Kölner Beitrag zur 68er-Bewegung ist neben zahlreichen Protestaktionen, vor allem kulturell geprägt. Hier waren die Galerien, Happenings und Kunstaktionen progressiver als beispielsweise in der Hauptstadt. „Berlin war das politische Zentrum der Protestbewegung, Frankfurt das der Theorie und Köln das Zentrum der Avantgarde-Kunst“, ordnet Ausstellungsleiter Stefan Lewejohann die Städte ein.  Die artCologne ist ein Erbe dieser Zeit. Sie war die erste Kunstmesse der Welt.

Die Macher hoffen, dass die Ausstellung auch Anlass gibt, über die aktuelle Bedrohung der Demokratie von Rechts nachzudenken.


Weitere Informationen zur Ausstellung unter:
www.koelnisches-stadtmuseum.de und  www.koeln68.de/

Das Begleitprogramm findet Ihr hier:
koeln68.de/begleitprogramm/

Kölnisches Stadtmuseum, Zeughausstr. 1-3, 50667 Köln
Öffnungszeiten: Dienstag: 10-20 Uhr // Mittwoch bis Sonntag: 10-17 Uhr

Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Am KölnTag (3. Januar und 7. Februar 2019) von 10 bis 22 Uhr ist freier Eintritt für alle Kölner*innen.

Freier Eintritt für alle Kinder bis sechs Jahre und Kölner Kinder bis 18 Jahre. Freier Eintritt für alle Schüler*innen im Klassenverband inklusive zwei Begleitpersonen (um Voranmeldung wird gebeten).

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Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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