Kalk braucht mehr Grün

Wer in Köln-Kalk nach Erholung im Grünen sucht, muss sich gut auskennen. Weniger als 10% des Gebietes bestehen aus Grün- und Freiräumen. Die Ratsgruppe GUT findet es deshalb umso wichtiger, bei städtischen Bauvorhaben in Kalk Naturflächen zu schützen und nach Möglichkeit zu erweitern.

Naturnahe Bepflanzung auf dem Gelände der Pflanzstelle sorgt für mehr Grün in Kalk

Die Lage des Kalker Gemeinschaftsgartens “Pflanzstelle” passt zum Viertel. Umgeben von Straßen, Häusern, Hallen und viel Beton, stehen die Hochbeete auf dem ehemaligen Industriegelände der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD), ein früherer Maschinenhersteller. Ein bisschen wildes Grün inmitten von viel Grau. Die Gemüsepflanzen senden hier ein deutliches Signal: Kalk braucht mehr Grün.

Das KHD-Gelände, genannt Hallen Kalk, soll nun städtebaulich entwickelt werden. Die Ratsgruppe GUT hat einen Änderungsantrag zur aktuellen Beschlussvorlage des integrierten Planes für die Hallen Kalk gestellt. Wir finden: Hier muss noch mehr Grün und Natur für Kalk drin sein!

Pflanzen sorgen für eine bessere Durchlüftung des Areals

Die Hallen Kalk liegen mitten im Veedel zwischen Neuerburgstraße, Christian-Sünner- und Dillenburger Straße. Auf dem Gelände sind neben der Pflanzstelle die Abenteuer Hallen Kalk mit angrenzendem BMX-Dirt-Track sowie zwei sozialkulturelle Vereine untergekommen. Deshalb waren und sind die städtebaulichen Planungen durchaus von öffentlichem Interesse. Anregungen der Bürger*innen konnten im Rahmen von Werkstattgesprächen in die Entwürfe mit aufgenommen werden. Es zeigte sich beim Beteiligungsverfahren, dass die Kalker*innen mehr öffentliche Grünflächen wollen und auch brauchen. Pflanzen und Bäume würden für eine bessere Durchlüftung des Areals sorgen und natürlich zum Klimaschutz beitragen.

Eine Beschlussvorlage für einen integrierten Plan als städtebauliches Konzept für die Hallen Kalk, in den diese Anregungen einflossen, legte die Verwaltung dem Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung vom 19. September 2019 vor.

 

Der integrierte Plan für das städtebauliche Konzept für die Hallen Kalk zeigt ein Grünes Band um das Gelände. Mehr Grün ist möglich.
Integrierter Plan Hallen Kalk. Mehr öffentliches Grün für Kalk ist machbar. Quelle: Stadt Köln

Der Plan zeigt eine durchgehende Grünanlage entlang der Neuerburgstraße, wo sich aktuell die Pflanzstelle befindet, bis zum nördlichen Teil des Geländes. Angrenzend an den Pflanzstellen-Bereich sollen nach dieser Vorlage achtstöckige Wohnungen, eine Kindertagesstätte sowie Gewerbeflächen entstehen. An die Neubauten schließt eine Freilufthalle (Halle 71) an. Um diesen Gebäudekomplex zu erschließen, müsste eine neue Straße angelegt werden.

Bislang versiegelte Flächen für den Wohnungsbau finden

“Dieser Plan kann nur als Grundlage für eine weitere Bearbeitung dienen.  Schon im Sinne von Klimaschutz und Klimaresilienz braucht Kalk dringend mehr Grün.”, sagt GUT Ratsmitglied Thor Zimmermann. “Besser wäre es, das gesamte Gebiet zwischen Neuerburgstraße und Halle 71 als durchgehende öffentliche Grünfläche anzulegen.” Hier ließen sich  Pflanzstelle, naturnaher Kindergarten und Vision e.V. integrieren. Einen achtstöckigen Wohnungsbau empfand auch die beteiligte Bevölkerung an dieser Stelle als störend. „Es geht uns darum für Kalk Grünflächen mit Qualität zu schaffen, ein Grünstreifen rund um die Hallen Kalk reicht uns nicht. Unser Angebot richtet sich an alle Kalker*innen die bereits dort leben, und dringend mehr Grün brauchen. Großzügiges öffentliches Grün gehört zu einer ökologischen Sozialpolitk, der Mensch braucht nicht nur ein Dach über dem Kopf.“, ergänzt Zimmermann.

Deshalb möchte die Ratsgruppe GUT mit ihrem Änderungsantrag die Verwaltung beauftragen, an anderer Stelle in Kalk bislang versiegelte Flächen für den Wohnungsbau zu finden.

In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 31. Oktober 2019 gehen die Diskussionen in eine weitere Runde.

Das Grün im derzeitigen Minimum muss in jedem Fall erhalten bleiben.


Der WDR berichtete kürzlich über Bauen in Kalk und auch über die Päne für die Hallen Kalk

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Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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