Mehr Biodiversität auf Kölner Grün und Acker

Naturnah, insektenfreundlich, bunt – so wünschen wir uns die Bepflanzung Kölner Grünflächen. Auch die städtischen Ackerflächen bieten Potenzial mit Hilfe von Blühstreifen an den Rändern für mehr Biodiversität zu sorgen. Die Ratsgruppe GUT Köln hat nachgefragt, was die Verwaltung tut, um die biologische Vielfalt auf ihren Flächen zu fördern.

Bluehstreifen an Ackerfläche
Im Mai 2019 hat die Ratsgruppe GUT eine Anfrage im Ausschuss Umwelt und Grün zum Thema naturnahe Bepflanzung auf städtischen Grün- und Agrarflächen gestellt.
Die Ratsgruppe wollte von der Verwaltung wissen, inwiefern den Pächtern der städtischen Ackerflächen Auflagen für Biodiversität fördernde Maßnahmen gemacht werden können.
Wäre es zum Beispiel möglich die landwirtschaftlichen Betriebe zu verpflichten, ökologische Blühstreifen an den Ackerrändern anzulegen?
Und welche Maßnahmen ergreift die Stadt selbst bei der Bepflanzung von Grünflächen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt?
Leider vertagt die Verwaltung konkrete Antworten auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr, gibt aber doch einen Einblick zum Stand der Biodiversität im städtischen Grün- und Ackerland.
Zumindest ist der Tulpen-Einheitslook in Kölner Wechselbeeten nach Aussage der Verwaltung bald Geschichte.

Blühstreifen am Feldrand bieten Nahrung und Lebensraum für viele Wildtiere. Die dort wachsenden Blumen und Kräuter liefern Nektar und Samen für Vögel und Insekten. Viele hier lebende Nützlinge leisten einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Außerdem können Blühstreifen entlang unwirtschaftlicher Flächen angelegt werden und können als Erosionsschutzstreifen dienen. Kurz: Blühstreifen sind schön, ökologisch sinnvoll und auch nützlich für Landwirte.
Wie viele Blühstreifen-Projekte gibt es auf Kölner Äckern?
Die Kölner Liegenschaftsverwaltung verpachtet etwa 2.230 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 2.700 Hektar zur landwirtschaftlichen Nutzung. Daher klingt die Verwaltungsantwort auf unsere Anfrage erst einmal ernüchternd: Zwölf Kompensationsprojekte mit rund acht Hektar angelegten Blühstreifen und weiteren biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Rahmen des Projektes “Summendes Rheinland” wurden in Köln durchgeführt. Insgesamt hat die Stiftung rheinische Kulturlandschaft auf etwa 50,4 ha städtischer Ackerfläche Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen dieses Projektes umgesetzt.
Allerdings haben diese Zahlen keine große Aussagekraft, da die Verwaltungsantwort ausschließlich die ökologischen Maßnahmen erfasst, die von der Stiftung rheinische Kulturlandschaft durchgeführt wurden. Einen zahlenmäßigen Überlick, welche Landwirte sich an jedweder Art von Biodiversitätsmaßnahmen beteiligen oder beteiligt haben, kann das Liegenschaftsamt nicht geben. Die landwirtschaftlich nutzbaren städtischen Flächen sind an 91 Betriebe verpachtet. Einige Flächen werden von mehreren Parteien bewirtschaftet. Es müsste jeder einzelne Betrieb abgefragt werden, denn die Anlage, beispielsweise von Blühstreifen, beruht auf Freiwilligkeit. Die Landwirte können auf verschiedende Fördertöpfe des Landes, des Bundes oder von Stiftungen zurückgreifen, wenn sie sich an Biodiversität fördernden Maßnahmen beteiligen wollen. Deshalb ist es laut einem Verwaltungsmitarbeiter nicht möglich, sämtliche Maßnahmen der Betriebe in Eigenregie nachzuhalten.
Auf nächste Umweltausschusssitzung vertagt
In den städtischen Pachtverträgen können die landwirtschaftlichen Betriebe bislang nicht dazu verpflichtet werden. Daher ist es aus städtischer Sicht bisher auch nicht möglich, valide Aussagen zu diesem Thema zu treffen. Aber die Verwaltung will prüfen inwiefern generell Blühstreifen auf allen städtischen Ackerflächen angelegt werden können. Wir bleiben weiter an dem Thema dran und fragen bei der nächsten Ausschusssitzung für Umwelt und Grün am 12. September nach.
Wie bunt werden die städtischen Grünflächen?

Bei der städtischen Begrünung stehen die Zeichen zukünftig auf Biodiversität: Weg von Monokultur-Blumenbeeten, hin zu blühenden Insektenparadiesen. Im Frühjahr 2018 hat das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln den Zuschlag bekommen, am Labelverfahren stadtgruen-naturnah teilnehmen zu können. Dadurch ist es der Verwaltung mit professioneller Unterstützung möglich, die städtischen Beete, das Begleitgrün sowie die Grünflächen ökologisch und im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Nach einer knapp einjährigen Bestandsanalyse und Planungsphase, wird nun das Maßnahmenkonzept erstellt. Am Ende des gesamten Prozesses erhält die Stadt ein Label für naturnahes Stadtgrün. Wie sich das Stadtgrün in Köln konkret hin zu einer, vielfältigen, biodiversen, klimaresilienten Bepflanzung wandeln soll, wird dem Ausschuss für Umwelt und Grün vermutlich in der September Sitzung vorgelegt.

Unser Wettbewerb für naturnahe private Gärten

Auch der von uns angeregte Wettbewerb für naturnahe Privatgärten ist in der Planungsphase und soll zur nächsten Vegetationsperiode im Jahr 2020 starten. Der Titel klingt vielversprechend und so, wie es für die Stadt und im Privaten sein sollte: “Kölner Gärten blühen für Insekten, Wildbienen und CO.”

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Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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