Ebertplatz – Beleben statt schliessen!

Den Ebertplatz bis zum Umbau mit MEHR Kultur beleben – oder zumauern? Die Künstler*innen vor Ort kämpfen um ihren Platz!

Cityleaks am Ebertplatz 2017

Nach der tödlichen Messer-Attacke Mitte Oktober rückte der Ebertplatz, und seine Probleme, noch massiver ins Öffentliche Bewusstsein. Die Umgestaltung des Ebertplatzes ist seit Jahren Thema und auch Teil des Masterplans, den sich die Stadt selbst auferlegt hat.
Nach unnötig langer Prüfung einer unnötigen Tiefgarage unter dem “Ebi” soll der Umbau nun endlich in Angriff genommen werden. Der Platz gilt als ein brutales Betonrelikt aus den 70ern, und ist seit Jahren für viele Passanten auch ein Angstraum. Nicht jede/r teilt die Angst, doch ernst nehmen muss man diese natürlich. Die Messer-Attacke ist auch ein Beleg dafür, dass die Situation auf dem Ebertplatz (vor allem nachts) alles andere als unproblematisch ist. Doch was tun bis zum tatsächlichen Beginn des Umbaus des Ebertplatzes? Es kann durchaus noch drei Jahre bis zum ersten Spatenstich dauern.
Ende Oktober preschte Kölns Stadtdirektor Keller mit der Idee die Zugänge zu den “unterirdischen” Passagen zumauern zu lassen vor. Da die in den Passagen ansässigen Off-Galerien dann keine ausreichenden Fluchtwege mehr hätten, kündigte man ihnen direkt auch eine Kündigung an. Der Kunstraum LABOR erhielt diese dann auch tatsächlich.
Die vorschnellen Kündigungen erwiesen sich als innerstädtische Panne, zurücknehmen will man die an LABOR überreichte aber auch nicht. Auf der Ratssitzung am 14.11.17 sprach unser Ratsmitglied Thor Zimmermann in einer Aktuellen Stunde zum Ebertplatz Oberbürgermeisterin Reker direkt darauf an, und fordert sie auf die Kündigung zurückzuziehen. Frau Reker hält die Kündigung zwar auch für unglücklich, lässt sie aber bestehen.
Denn: Die Idee die Eingänge zu schließen wird in der Verwaltung zunächst weiter verfolgt. Bis spätestens zur Ratssitzung am 19.12.17 will die Verwaltung ein eigenes Zwischennutzungskonzept vorlegen.
Unsere Ratsgruppe GUT lehnte jede Zwangsberuhigung des Ebertplatzes entschieden ab, sondern fordert im Gegenteil eine Belebung des Platzes, um so für eine sicherere Atmosphäre zu sorgen. Auch den Kündigungen der Galerien stehen wir fassungslos gegenüber. Seit Jahren sorgen die unkommerziellen Galerien erfolgreich für eine Belebung der vorher trostlosen Passagen, die Kunsträume werden von der Stadt auch öffentlich gefördert. Doch statt ihnen zu danken, will man sie nun vom Platz jagen!? Frau Reker und Herr Keller haben leider scheint’s nicht das geringste Gespür dafür welchen Schaden sie in der Freien Szene anrichten. Statt die Kündigungen zurück zu nehmen und sich für die Panne zu entschuldigen, zieht man sich erst mal in die Burg Verwaltung zurück.

Mauer
Die Partei die Partei forderte am 14.11. statt den Ebertplatz das Rathaus einzumauern. Um Köln zu schützen …

Die Künstler*innen vor Ort sind indes nicht inaktiv. Im Gegenteil, sie verstärken ihre Aktivitäten und wollen nun auch Konzepte entwickeln. Ziel ist nicht nur ihre Ladenlokale, sondern den gesamten Platz zu bespielen. Dazu gehört auch mehr Gastronomie auf den Außenflächen des Ebertplatzes. Das 11-seitige pdf zur Belebung des Ebertplatzes von Brunnen e.V. findet Ihr hier.

Unser GUTer Innenstadt-Bezirksvertreter Tom Geffe schließt sich den Forderungen von Brunnen e.V. an, und hatte diese in Form eines Antrages zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt am 7.12. eingebracht.

Über den Fortgang werden wir weiter berichten!


Im Sommer berichteten wir bereits über eine Veranstaltung von Cityleaks zum Ebertplatz

Das pdf zur Zukunft des Ebertplatzes von Brunnen e.V.

Unser Antrag in der BV Innenstadt


 

Eigenes Beitragsbild von einer Cityleaks-Veranstaltung zur Zukunft des Ebertplatzes

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

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