Mehr Tunnel wagen!

Köln braucht mehr Tunnel – Fahrradtunnel! GUT Köln plant eine Röhre fürs Rad, von Ehrenfeld in die Innenstadt. Die Mehrheit im Rat steht, 2020 geht es los!

fahrradtunnel

Die Presse schreibt was sie will – und das ist auch gut so! In diesem Fall fühlen wir uns jedoch missverstanden. Wie unser Plan wirklich gemeint ist erfahrt Ihr weiter unten. Zunächst zu dem was eine große Kölner Boulevardzeitung heute schrieb:


Geht’s noch?
Irrer Fahrradtunnel quer durch Köln!

Irrer Radtunnel
Nicht “irre” – GENIAL!

Die Ratsgruppe GUT plant einen Tunnel von Ehrenfeld zum Rathaus, die Mehrheit soll stehen, Grüne und CDU zeigen sich begeistert. Um was geht es? „Wir stehen für eine ökologische Verkehrswende, damit diese gelingt, muss diese auch attraktiv sein.“, so Ratsherr Tobias Scholz (GUT). Scholz weiter: „Radfahrende sollen daher auch im Winter trocken und warm in die Stadt fahren können. Zunächst graben wir einen unterirdischen Radweg von Ehrenfeld in die Innenstadt.“ Der verkehrspolitische Sprecher der SPD, Andy Pöttgen tobt: „Unseren U-Bahn-Tunnel wollten sie nicht, aber für Radfahrer ist GUT nichts zu teuer. Das der Tunnel auch noch vor der Haustür der beiden Noch-Ratsmitglieder beginnen soll ist eine Unverschämtheit! Das ist Klüngel! Nebelkerzen!“.
Nach EXPRESS-Informationen soll der Tunnel in Ehrenfeld unter der Venloer Straße genau zwischen Geisselstraße und Körnerstraße beginnen. RM Scholz wohnt in der Geissel- und RM Zimmermann in der Körnerstraße …
Ratsmitglied Thor Zimmermann kann die Empörung nicht verstehen: „Ich fahre diese Strecke nahezu täglich mit dem Fahrrad, unbezahlt. Da ist der Tunnel nur ein kleiner Vorteil für mich.“

fahrradtunnel
(Klicken vergrößert)

Kritik kommt aber auch von Ralph Sterck (F.D.P.): „Und wer denkt an die Autofahrer? Ein solcher Fahrrad-Tunnel sollte in einer Tiefgarage unter dem Ebertplatz beginnen. Mit dem Auto in die Stadt, und dann umsteigen aufs Rad. So denken Profis die Verkehrswende!“


Soweit der Presse-Artikel. Dies ist natürlich eine sehr verkürzte Darstellung, und die Zitate sind aus dem Zusammenhang gerissen!
Fahrradtunnel sind in vielen Städten längst normaler Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur. Ob in Antwerpen, San Sebastian oder Jerusalem, die Vorteile liegen klar auf der Hand:
Denkbar kürzeste Verbindung zwischen A und B, kreuzungsfrei, witterungsunabhängig, und bei ehrenamtlicher Mithilfe auch kostengünstig zu realisieren. Die Idee ist also nicht neu und auch nicht von uns. In Köln ist es aber unsere Ratsgruppe GUT die den Fahrradtunnel durchgesetzt hat. Die Quiddität unserer Streckenführung ist, dass sie parallel zur U-Bahn verläuft! Dies spart enorme Planungskosten, und garantiert, dass der Tunnel auch dort ankommt wo er hin soll.

fahrradtunnel ehrenfeld
So wird der Tunnel aussehen (Planungsstand 4/2019). Hier ist Flächengerechtigkeit – zum Glück – kein Thema mehr …

Kritik wollen wir aber nicht verschweigen. Gunda Wienke (Verkehrsausschuss, Linke) entdeckte eine vermeintliche Panne in unserem Projekt: “Der Radtunnel führt nur in eine Richtung: Von Ehrenfeld in die Innenstadt. Und die Stoiker merken es noch nicht mal!”. Und auch ausgerechnet unser “eigener” Innenstadt-Bezirksvertreter Tom Geffe bemängelt: “Die Innenstadt leidet schon genug unter Einpendlern, es wäre schön, wenn die die City auch wieder verlassen könnten.”
Frau Blome (Verkehrsdezernentin) erläutert jedoch: “Ein Propeller am Anfang des Tunnels gibt Rückenwind, bei einem Zweirichtungsradweg hätten Radfahrende aus der Innenstadt zurück Gegenwind. Das kann doch niemand wollen!?”.
Was meint Ihr? Wir freuens uns auf Eure Kommentare/Anregungen!


Quellen/Links:
Der 850 Meter lange Tunnel in San Sebastian | Bilder: Silly Walking Tunnel (im Express-Beitrag), Quelle: https://bicycledutch.wordpress.com/2016/06/14/and-now-for-something-completely-different/ | Beitragsbild (Tunnel Grafik): Montage mit Ursprungsmaterial der Köln SPD (Danke!) zur Ost-West-Achse | Tunnel-Bild (Nur eine Richtung): https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Criticalmass-sf-broadway-tunnel.jpg | Lino Hammer Bild: Facebook-Profilbild | Zeitungs-Bilder (Montage): Dank an Aline

 

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

3 Gedanken zu „Mehr Tunnel wagen!“

  1. Eine gute Idee, auch wenn ich generell nicht gerne durch Tunnel fahre. Zum einen muss eine Fahrt raus aus der Stadt möglich sein. Man könnte einen zweiten Propeller auf der anderen Seite anbringen und zum Feierabend diesen aktivieren und den ersteren abschalten. Mir als Frau wäre die Sicherheit sehr wichtig, gerade zu Abendstunden. Gäbe es Kameras und ausreichend Notrufsäulen?

    1. Danke Serantoni, die Idee mit dem alternierenden Rückenwind ist großartig. Kameras lehnen wir wegen fehlender Bildrechte ab. Um Sicherheit kümmern wir uns selbsverständlich, zumal es im Tunnel ja rund um die Uhr „Abendstunden“ gibt.

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