Fast Fashion Ausstellung – Der Preis für billige Mode

Shoppen ist zum Hobby geworden. Aber welchen Preis zahlen wir alle für unseren unersättlichen Klamottenkonsum? Das zeigt die sehenswerte Ausstellung “Fast Fashion” aktuell im Rautenstrauch-Joest-Museum.

Fast Fashion

Noch bis zum 24. Februar läuft die Sonderausstellung “Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode” im Rautenstrauch-Joest-Museum-Kulturen der Welt. Sie wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalen Textilindustrie und zeigt die verheerenden Auswirkungen unseres Konsumverhaltens.

Zwischen Entwurf bis zur Auslieferung einer neuen Kollektion können heute weniger als zwei Wochen liegen. Innerhalb eines Jahres bringen Moderiesen bis zu 12 Kollektionen auf den Markt.  Nach Greenpeace-Recherchen hat sich der Kollektionsryhthmus vom Jahr 2000 bis 2014 versechsfacht. Genauso schnell wie die Produktion ist auch der Gebrauch und Verschleiß dieser Billigmode. Es ist günstiger, sich ein neues T-Shirt für 4,99€ zu kaufen, als das alte reparieren zu lassen. Der Textilkonsum steigt – Mode wird teilweise wie ein Wegwerfprodukt benutzt. Im Schnitt kauft sich jeder Deutsche 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Gleichzeitig liegen laut einer Greenpeace-Umfrage rund 1 Milliarden Klamotten ungetragen in deutschen Schränken.

Die kurzfristige zeitliche Verdichtung der Produktion führt dazu, dass Näher*innen in den Fabriken 10-16 Stunden am Tag arbeiten. Spätestens seit den Großbränden in Textilfabriken in Pakistan und Bangladesch im Jahr 2015, bei denen Hunderte Menschen starben, wissen wir aber von den problematischen Arbeitsbedingungen, unter denen ein großer Teil unserer Mode in Billiglohnländern entsteht. Vor dem Hintergrund dieser Katastrophen hat das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg die Ausstellung “Fast Fashion” konzipiert. Die Macher wollen dazu anregen, sich engagiert mit dem Thema Mode-Konsum und seinen sozialen und ökologischen Folgen zu beschäftigen. Mit Hilfe von wissenschaftlichen Recherchen, dokumentarischem Material und künstlerischer Reflexion, kann sich der Besucher ein Bild über die Modeindustrie machen.

Fast fashionAls Gegenmodell zur Fast Fashion gewinnt die “Slow Fashion“-Bewegung zunehmend an Bedeutung. Die Ausstellung bringt diese beiden Strömungen zusammen. Der Slow-Fashion Teil der Ausstellung zeigt, wie Produzenten und Konsumenten sich um Nachhaltigkeit, fairen Handel und Respekt gegenüber Menschen, dem künstlerischen Handwerk, Rohstoffen und Umwelt bemühen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Veranstaltungsprogramm, das die Akteure der “Fair Trade City” Köln einbezieht. Das sind Modeschaffende und Händler, Produzenten und Konsumenten, Künstler, Schulen und Hochschulen, die sich für einen fairen Modekonsum engagieren. Ob Modenschauen von lokalen fairen Labels, Podiumsdiskussionen oder Poetry Slam; die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm zum Thema Slow Fashion.

In den unterschiedlichen Workshops des Rahmenprogramms können Erwachsene, Jugendliche, Kinder oder Schulklassen kreativ mit Textilien werden. Slow Fashion, Upcycling, Tauschen, Fair, sind hier die Themen. Die Teilnehmer lernen, welche Möglichkeiten es gibt um selbst aktiv gegen den schnellen Kleidungskonsum zu werden.

Auch Weihnachten und Karneval lassen sich nachhaltiger feiern: Dazu veranstaltet das Rautenstrauch-Joest-Museum am 08. Dezember ab 10:00 Uhr den “Markt Faire Weihnachten”. Bei freiem Eintritt, Musik und Slow Food kann man hier guten Gewissens einzigartige Weihnachtsgeschenke shoppen.
Jecken kommen dann am 09. Februar ab 11:11 Uhr auf ihre Kosten und können unter dem Motto “Fairkleidet Euch” maximal fünf Kostüme zum handeln auf einer Tauschbörse mitbringen.


“Fast Fashion. Die Schattenseite der Mode” im Rautestrauch-Joest-Museum der Kulturen der Welt, Cäcilienstraße 35, 50667 Köln

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10:00 – 18:00 Uhr
Donnerstags 10:00 – 20:00 Uhr

Eintritt:
Einzeltickets für die Ausstellung kosten 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.
Das Kombiticket für die Dauer- und Sonderausstellung kostet 12 Euro,
ermäßigt 9 Euro.

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Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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