100 Füße bei GUT-ZU-FUSS!

Im Februar hatten wir zum Filmabend und Podiumsdiskussion zu Ehren des Fußverkehrs ins Kino Turistarama geladen.

Am Tag der Verkündung des Urteils in Sachen Diesel-Fahrverbote wollten wir noch einmal eine – durch uns im Rat beschlossene Maßnahme! – zur Luftreinhaltung in Köln bekräftigen: die Einrichtung eines Amtes für Fuß- und Radverkehr!

Während der Radverkehr mittlerweile bereits eine breite Öffentlichkeit erreicht hat und bei der Stadtplanung entsprechend berücksichtigt wird, ist der Fußverkehr hier in Köln noch weit von Gut-zu-Fuß entfernt.

Passend dazu haben wir den Film “HOMO BLECH – Verfahrene Erfahrungen” von Heinrich Pachel gezeigt, der 1987 entstand und sich humorvoll mit der damaligen Verkehrssituation auseinandersetzt.

In einem einleitenden Sprechakt fand Martin Stankowski die treffenden Worte: „Ich bin erstaunt wie frisch, aktuell und genau der Film ist… Es stecken  Erkenntnisse drin, die auch die heutige Situation erklären helfen.”

Pachels heiteres Plädoyer für eine menschengerecht gestaltete Stadt sorgte für Begeisterung – aber auch für Ernüchterung. Nach 30 Jahren wurden bis heute noch keine befriedigenden Antworten auf grundlegende Fragestellungen rund um den Fußverkehr gefunden: Zugeparkte Radwege; Radfahrer*innen auf dem Gehweg; umständliche, autogerechte Fußwegeführung; Fußgängerzonen und Shoppingmals als letzter Zufluchtsort und Freilaufgehege der Menschen.

Besucher unserer Veranstaltung Gut-zu-Fuss

In seinem Impulsvortrag zeigte Planer Jörg Thiemann-Linden wie Lösungen für autofreie Innenstädte aussehen können, die er auch in der nachfolgenden Podiumsdiskussion mit Ralph Herbertz (VCD),  Thor Zimmermann (MdR, GUT) und Moderatorin Dr. Christine Kuch weiter ausführte.

Als Wurzel des Übels wurde unter anderem der ruhende Verkehr ausgemacht: DAS PARKEN!

Aber auch die folgenden Fragen stellten sich im weiteren Verlauf des Abends: Warum ist Schwarzparken in Verhältnis zum Schwarzfahren eigentlich so günstig und nur auch nur eine Ordnungswidrigkeit, anstatt einer Straftat? Der gesellschaftliche Schaden durch das Erschleichen von Parkleistungen könnte mit dem des Erschleichens von Beförderungsleistungen gleichgesetzt werden.

Wie kann die Verweildauer auf Gehwegen ermöglicht werden, was auch dem Einzelhandel zugute käme?

Wie können Schnittstellen zwischen den Dezernaten in der Verwaltung geschaffen werden, die bei Planungen die Verbesserung des Fußverkehrs im Blick haben?

Planer Jörg Thiemann-Linden während seines Vortrags.

Aber neben allen Kritikpunkten gibt es auch bereits gut gelungenene Beispiele in Köln wie zum Beispiel die Severinstraße in der Südstadt. Diese wurde nach dem Konzept des “Shared Space” umgestaltet, mit dem unterschiedliche Ansprüche im Kfz-dominierten Straßenraum besser vereint werden können.


Artikel zur Veranstaltung in Choices

Artikel zum Fussverkehr in der Stadtrevue

 

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Autor: Aline Damaske

Aline Damaske arbeitet als Referentin für unsere Ratsgruppe GUT

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