Katz-Rosenthal – eine jüdische Unternehmerfamilie

Michael Vieten stellt sein Buch zur Maus-Affäre (1928) im NS-Dok vor. “Fake News” und ihre katastrophalen Auswirkungen.

katz-rosenthal

Am 12. April 2018 stellt der Kölner Autor Michael Vieten sein Buch “Ich halte Euch fest und Ihr lasst mich nicht los!“ um 19 Uhr im NS-DOK am Appellhofplatz vor. Durch Zufall erfuhr Vieten von der Geschichte seiner neuen Wohnung in der Ehrenstraße, und begibt sich auf eine spannende Spurensuche. 1928 ereignete sich Köln eine sogenannte “Maus-Affäre”, es begann mit der Fake-News im Gulasch der Metzgerei Katz-Rosenthal habe sich eine Maus befunden. Da die Inhaber der Metzgerei-Kette Juden waren, griff das Nazi-Blatt Westdeutscher Beobachter diese Behauptung gerne auf, passte diese Geschichte doch zu gut um antisemitische Vorurteile weiter zu schüren. Michael Vieten geht dieser Geschichte nicht nur nach, er sammelt auch viele weitere Details jener grauenhaften Jahre. Der Verlag Hentrich & Hentrich nennt denn auch dieses Bewahren der Quellen als sein Anliegen, und schreibt: “Dieses Buch ist kein Roman, obwohl es den Stoff dazu sicherlich liefern könnte, sondern eine Sortierung, Zusammenstellung und Interpretation von familiengeschichtlichen Quellen, deren Authentizität es so weit wie möglich zu bewahren gilt.”
Auf der Seite dieses Verlages für jüdische Kultur und Zeitgeschichte findet sich auch eine längere Leseprobe des Buches. Man merkt, dass Vieten kein Schriftsteller ist, spannend ist sein Buch dennoch. Er weckt nicht nur die Erinnerung an den Beginn der Affäre, berichtet über die anschließenden Prozesse und Auswirkungen auf das Geschäft und die Unternehmerfamilie, er folgt den Spuren auch bis in die Jetztzeit, und trifft die über 100-jährige Tochter Ellen des Metzgerei-Gründers Abraham Katz.

Ein spannendes und wichtiges Buch. Unser Tipp: Zum Vortrag gehen!


Donnerstag,  12. Apr. 2018, 19:00 Uhr

Vortrag: Der Fall Katz-Rosenthal ./. Jakob Domgörgen, Robert Ley und Josef Groh

Der Autor Michael Vieten gibt Einblicke in einen Kriminalfall und zeigt erste Anzeichen nationalsozialistischer Gewalt gegen Juden in Köln auf.

Michael Vieten, Jg. 1969, als Sozialpädagoge tätig, lebt in Köln.

Eintritt: € 4,50 | ermäßigt: € 2,00

Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln


Veranstaltungsseite des NS-Dok

Der Verlag Hentrich & Hentrich zum Buch – mit pdf-Leseprobe!

Ausführliche Buchvorstellung in der Jüdischen Allgemeinen

Der Kölner Stadt-Anzeiger zum Buch

 

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen "Anregungen und Beschwerden", "Kultur" und "Stadtentwicklung" vertreten.

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