Luft nach oben – Klimaschutz in Köln

Im September hatten wir im Rat eine Anfrage zum Klimaschutz in Köln gestellt, nun liegt die Antwort vor.

Klimaschutz Köln - Quelle & ©: KVB Köln

Die Antwort auf unsere Anfrage zum Kölner Klimaschutz ist erwartungsgemäß ernüchternd. Wer will kann auch positive Aspekte finden. Zum Einen ist die Antwort relativ detailliert, zum Anderen ehrlich.

Unsere Frage 1 zur “Bilanz” wird am ausführlichsten beantwortet. Zusammengefasst kann man feststellen, dass sich die relevanten CO2-Reduzierungen auch in Köln im Wesentlichen auf die Anfangsphase der Bemühungen zurückführen lassen. Inzwischen sind alle Kühlschränke ausgetauscht, in privaten Haushalten nahezu alle Geräte energieeffizient. Auch die Wärmedämmung von Gebäuden (unabhängig davon wie man dazu steht) ist in vollem Gange. Bei Neubauten gelten inzwischen ganz andere Standards als noch 1990. Viel rauszuholen ist in diesen Felder nicht mehr. Doch wir müssen weiter reduzieren, und nun geht es ans Eingemachte. Stopp der Verstromung von Braunkohle, und emmissionsfreier Verkehr sind auch Themen in Köln.
So stellt sich die Kölner Rheinenergie zwar als “nicht so schlimm” wie die anderen dar, doch auch sie verkauft ihren Kunden durch Kohleverbrennung gewonnenen Strom. Die Stadt Köln ist Eigentümerin der GEW Köln Holding, diese wiederum 80%-ige Anteilseignerin an der Rheinenergie. Die Stadt Köln kann also die Klimapolitik entscheidend mitbestimmen, und sie könnte die Rheinenergie zu einem klimafreundlicheren Kurs drängen.

Die Antwort zu Frage 2, “Monitoring”, verweist auf Pläne für das Jahr 2018. Nach 24 Jahren Mitgliedschaft im Klima-Bündnis der europäischen Städte wird es nun auch mal Zeit den Erfolg der eigenen Maßnahmen auch mal besser zu kontrollieren! Denn der Wirkungsgrad einzelner Maßnahmen zum Nutzen des Klimaschutz ist höchst unterschiedlich.

Interessant auch die Antwort auf unsere Frage 3, ob denn (wenigstens) die beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden können. Man ahnt es, dafür fehlt das Personal. Auch hier können vorhandene(!) Stellen leider nicht zügig besetzt werden, und so “stehen keine ausreichenden Personalressourcen für den Klimaschutz zur Verfügung”.

In Frage 4 wollten wir wissen welchen Stellenwert der Klimaschutz in der Stadt Köln hat. Gedöns oder existenziell? Auch hier scheint sich die Verwaltung nach bereits jahrzehntealter Diskussion erst auf den Weg zu machen: “Die Verwaltung wird zunächst intern prüfen, wie in Abwägungsprozessen der Klimaschutz angemessen berücksichtigt werden kann und im Anschluss die Politik entsprechend beteiligen.” Doch immerhin auch: “Klimaschutz ist wichtig für die Zukunftssicherung der Stadt und damit Teil der Daseinsvorsorge.” – Na Danke! *smiley*

In unserer letzte Frage 5 wollten wir wissen, ob die Stadt Köln die durch UN-Klimaschutzkonferenz in Bonn erhöhte Sensibilität fürs Thema nutzen wird. Hier wird im Wesentlichen auf #erklimadasmal verwiesen.


Die gesamte Antwort wird natürlich auch Teil unserer Podiumsdiskussion am 13.11.2017 im Filmforum des Museum Ludwig, Umweltdezernent Dr. Rau wird Rede und Antwort stehen.


Die Antwort auf unsere Anfrage als pdf

Unsere Anfrage mit Einleitungstext als pdf


Unser Beitragsbild stammt aus einer Klimaschutz-Kampagne der KVB. Kaum bekannt und von den KVB so gut wie nicht beworben: Die Bahnen der KVB fahren mit 100% Ökostrom! 

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

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