Oberirdisch sinnvoller – wird Tunnel dennoch durchgeboxt?

Der Rat beauftragte die Verwaltung neue Varianten der Ost-West-Achse zu untersuchen, am 27. Oktober 2018 nun wurde das Ergebnis präsentiert.

Oben bleiben

Was wir wissen

1. Herr Fenske will einen Tunnel.
2. Frau Blome will einen Tunnel.
3. Die Tunnelvarianten führen NICHT zu einer Kapazitätssteigerung der Ost-West-Achse. (Es sei denn oberirdisch kracht mal ein LKW in die Oberleitung.)
4. Den höchsten volkswirtschaftlichen Nutzen hat eine oberirdische Lösung. Der Kosten-Nutzen-Indikator der oberirdischen Variante ist im Vergleich zur ersten Berechnung nochmal um 0,5 Punkte, also mehr als die SPD-Variante mit 0,4 in Gänze hergibt, angestiegen auf 2,3 Punkte. Die Kalkulation musste vom Büro Spiekermann in Düsseldorf aktualisiert werden, da die Verwaltung zunächst unterschiedliche Kostenberechnugsmethoden für die unterschiedlichen Varianten genutzt hatte.
5. Eine deutliche Mehrheit der Anwesenden war und ist für eine zeitnahe, volkswirtschaftlich sinnvolle und stadtgestalterisch durchdachte Ertüchtigung der Ost-West-Achse, die gleichzeitig nicht sämtliche Ressourcen der Stadtverwaltung von den vielen anderen Baustellen der Stadt ablenkt.
6. Bereits zur Pause der Veranstaltung qualmte der Kopf von Frau Fenske.

Was wir weiterhin nicht wissen

1. Welchen Tunnel Herr Fenske will?
2. Welchen Tunnel Frau Blome will?
3. In welche Gesamtvision der Stadtentwicklung die unterschiedlichen Ausbauvarianten überhaupt hineinzudenken sind? Will man den Durchgangsverkehr verringern oder verflüssigen? Soll die Richard-Wagner-Straße eine 4-spurige Stadtautobahn werden?
4. Wie der Verkehrsfluss während der Baumaßnahmen (im Falle eines Tunnels rund 20 Jahre) bewerkstelligt wird?
5. Wie viele der obligatorischen Zusatzkosten bei öffentlichen Projekten dieser Dimension von der Stadt selbst getragen werden müssen?
6. Ob die Entscheidung für eine der Varianten mit Blick auf die Fördertöpfe tatsächlich so dringlich ist, wie von Fenske und Blome betont?
7. Und warum man den ganzen Hokuspokus drumherum “Bürgerbeteiligung” genannt hat?


Auch die Stadt Köln hat eine Pressemitteilung (mit grober Übersicht der Varianten) zur Veranstaltung herausgegeben. Ihr findet diese PM hier als PDF.

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Autor: Thomas Schmeckpeper

Thomas Schmeckpeper arbeitet freiberuflich im Event- und Bildungssektor, u.a. als Projektleiter für Großraumveranstaltungen – und schreibt hier Referent der Ratsgruppe GUT

3 Gedanken zu „Oberirdisch sinnvoller – wird Tunnel dennoch durchgeboxt?“

  1. Wo bleibt denn die Lebensqualität der Innenstadtbewohner berücksichtigt, die sich verbessert, wenn es eine Tunnellösung gäbe? Weniger Lärm, plötzlich mehr Platz für Bäume, Fahrräder und Fußgänger…eine ungestörte schnelle Fahrt im Tunnel bis raus aus der Stadtmitte…Ich habe selten eine so einseitige und unbegründete Argumentation wie hier oben gelesen….

    1. Hallo Herr Lämmer,

      leider hat das Beteiligungsverfahren wenig bis gar nicht die Einschränkungen für Innenstadtbewohner während der Bauzeit erläutert – also weniger Platz und mehr Lärm für 15 bis 20 Jahre. Mehr Raum- und damit mehr Lebensqualität (mehr Platz für Bäume, Fahrräder und Fußgänger) hängt nicht zwingend von einem Tunnelbau ab.

      Gruß
      TS

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