Opernquartier im SPD-Wahlkampf

Als hätten Oper und Schauspiel nicht genug Ärger, nun wird das Desaster auch noch zum Wahlkampf-Sommerloch-Thema der KölnSPD

Liebe KölnSPD!

Da machst Du ja jetzt ordentlich Wirbel, so als erste auf dem Prüfstand in Sachen “Zukunft von Oper und Schauspiel”. Und immer wieder hören wir von Euch es besser Wissenden, dass Ihr gegen den Sanierungsbeschluss gewesen seid. – Stimmt!

Stimmt aber irgendwie auch nicht, wir waren da gerade nochmal im Archiv:

“Die SPD bekräftigt den bereits gefassten Beschluss zur Sanierung[!] des Opernhauses[!] und zum Neubau des Schauspielhauses, und zwar in einer deutlich reduzierten Variante, um Kosten zu senken.” Dr. Eva Bürgermeister (SPD) auf der Ratssitzung am 17.12.2009

Am 13. April 2010 hatte die SPD dann zwar die Sanierung des Schauspielhauses abgelehnt, sprach sich aber immer noch für die Sanierung der Oper aus.

Interessant auch, dass schon vor Baubeginn des von der SPD favorisierten Neubau des Schauspiels die Kosten explodierten – und um diese im Rahmen zu halten – Raumreduzierungen nötig wurden. Man mag sich gar nicht vorstellen, was dies für eine Desaster ergäben hätte. Kostenexplosion Neubau PLUS Desastersanierung Oper!

Und wie sagte Herr Martin Börschel (SPD) auf der Sitzung am 13.4.2010? – “Was immer heute beschlossen wird, die SPD ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie wird konstruktiv[!] an der besten Lösung für die Kölner Bühnen und der besten Lösung für die Belegschaft der Kölner Bühnen arbeiten.”

In der Oper. Bild von 2012

Jahrelang, bis zum Verlust von OB und Ratsmehrheit, hatte die SPD dann auch konstruktiv das Sanierungsvorhaben begleitet. Nun ist sie in Köln Opposition, und wirbt vor einem Bundestagswahlkampf um Stimmen. Da kommt das Desaster am Offenbachplatz gerade recht. Die SPD stiehlt sich aus der Verantwortung, macht stattdessen krude Vorschläge:

“Aber wer sagt denn, dass ein Neubau nicht günstiger zu haben ist und Köln gleichzeitig Chancen bietet, das Grundstück am Offenbachplatz anderweitig sinnvoll zu nutzen? Auch ein Ausbau der Interims-Standorte muss ernsthaft geprüft werden.”, so Euer kulturpolitischer Sprecher Professor Klaus Schäfer.

Bereits über 300 Millionen verausgabte Euro in den Wind schreiben? Um dann Oper und Schauspiel neu zu bauen? Was soll da günstiger werden? Oder, eigentlich noch besser, keine Schaupiel und Oper mehr in der Innenstadt, sondern dauerhaft in Mülheim und Deutz? Es wär den Menschen dort gegönnt, klingt aber irendwie ähnlich wie die alten Pläne Bausingers mit der “Oper in Vogelsang” …

Und alte Oper und Schauspiel? Abreissen? Und “das Grundstück am Offenbachplatz anderweitig sinnvoll zu nutzen?”! Als Mall? Als Casino? Parkhaus?

Nun weicht Ihr aus, und sagt dass solle ja alles erstmal geprüft werden. Für die Prüfung Eurer “Optionen” habt Ihr aber selbst keine Zeit und Ressourcen, das soll doch bitte schön die Stadt machen …

Konstruktive Vorschläge oder gar Lösungen sehen anders aus!

Die Sanierung des Openquartiers ist nicht alternativlos, zwei Alternativen habt Ihr ja genannt, aber die “beste” Option ist die Sanierung zu Ende zu führen. Das Chaos am Offenbachplatz ist eine Katastrophe, die Verantwortlichen müssen ermittelt werden, und natürlich muss man bestmöglich versuchen die Kosten im Griff zu halten.

Zum Schluß: Die KölnSPD wollte ebenfalls die Sanierung der Oper, und es ist die Oper, die derzeit die größten Probleme macht!

Die acht Thesen der KölnSPD


Sanierung.Bühnen.Köln bietet inzwischen wöchentlich Baustellenführungen an

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen “Anregungen und Beschwerden”, “Kultur” und “Stadtentwicklung” vertreten.

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