Mobilitätsangebot für Senior*innen: Radeln ohne Alter im Rat beschlossen

Am 14. November 2017 hat der Rat unseren gemeinsamen Antrag zu Radeln ohne Alter beschlossen. Damit wird bald ein tolles Angebot für mobilitätseingeschränkte Senior*innen in Köln zur Verfügung stehen.

Vorbild hierfür ist die Stadt Essen, die Radeln ohne Alter bereits seit zwei Jahren als Kooperationsprojekt mit Neue Arbeit der Diakonie Essen durchführt. Speziell geschulte Langzeitarbeitslose werden hier als Fahrer*innen eingesetzt, die regelmäßig wochentags Senioreneinrichtungen anfahren, um von dort aus die Rikscha-Ausfahrten mit den Senior*innen zu starten.

Im Rahmen unseres Themenabends im Juni, wurde das Essener Modell neben zwei weiteren ausführlich vorgestellt. Dass es nun auch – keine fünf Monate später – im Rat beschlossen und umgesetzt wird, freut uns sehr.

RM Scholz setzt im Rat „Radeln ohne Alter“ durch

Lest hier, was Ratsmitglied Tobias Scholz im Rat dazu sagte:
“Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir freuen uns heute sehr, gemeinsam mit den Fraktionen der CDU, der FDP und den Grünen den Antrag „Radeln ohne Alter“ in den Rat einbringen zu können; denn unsere Wählergruppe GUT ist für ein Recht auf Wind im Haar in jedem Lebensalter. Mit dem Projekt „Radeln ohne Alter“ kann dieses Recht auf altersunabhängige Fahrradmobilität passgenau und einfach in Köln umgesetzt werden.

Die ursprünglich aus Dänemark stammende Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Rikscha-Ausfahrten mit Bewohnern von Senioren-und Pflegeheimen zu unternehmen. Dahinter verbirgt sich die Ursprungsidee, dass das Leben nicht einfach in einem festgelegten Alter aufhört, sondern man auch hochbetagt ein Leben voller Freude führen kann und soll. In Dänemark ist die Initiative aktuell in über 100 Gemeinden fester Bestandteil von Senioreneinrichtungen.

Schon Ende 2015 bestätigte die Kölner Verwaltung auf eine Anfrage der Wählergruppe GUT im Ausschuss Soziales und Senioren zum Projekt „Radeln ohne Alter“, dass es mit einer einfachen Idee möglich ist, mobilitätseingeschränkten Menschen in stationären Kölner Einrichtungen positive Erlebnisse zu ermöglichen, ihre persönliche Mobilität zu erhöhen und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Entsprechend stellt das Rikscha-Projekt für Senioren einen scheinbar kleinen, aber sehr relevanten, wertschätzenden und sichtbaren Schritt hin zu einer inklusiven Kölner Stadtgesellschaft dar; denn „Radeln ohne Alter“ verbindet Bewegung und Begegnung. Es kann für den Fahrer und den Passagier nachhaltig sehr positive körperliche und geistige Effekte haben.

Die Bewohner von Alters-und Pflegeheimen haben die Möglichkeit, die Umgebung, in der sie ihr Leben lang gelebt haben, hautnah neu zu entdecken und sich als Teil der Gemeinschaft zu erleben. Dadurch können auch neue Beziehungen und Freundschaften entstehen, generationsübergreifende Brücken gebaut und eine aktivere Mitbürgerschaft gefördert werden.

Im Rahmen eines von uns durchgeführten Themenabends zum Projekt „Radeln ohne Alter“ stießen wir nicht nur bei den anwesenden Vertretern von Senioreneinrichtungen auf positive Resonanz, sondern auch bei den Vertretern der örtlichen Seniorenvertretungen.

Für Köln ist es aus unserer Sicht am nachhaltigsten, das Projekt analog zum Essener Modell umzusetzen. In Essen wurde das Projekt im Rahmen der Grünen Hauptstadt 2017 angeregt und in Kooperation mit dem Jobcenter Essen erfolgreich umgesetzt. Damit verbunden konnten Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Ziel war, auf einfache Art und Weise Fahrradmobilität für Senioren in einer besonderen Form im Essener Stadtgebiet sichtbar zu machen.

Dementsprechend wird unsere Verwaltung gebeten, mit geeigneten freien Trägern und gegebenenfalls mit dem Jobcenter ein praktikables Umsetzungskonzept zu erstellen, das darauf basierend in Kooperation mit Kölner Senioreneinrichtungen erfolgreich umgesetzt werden kann. Es soll geprüft werden, ob das Angebot auch Ehrenamtlern, Familienangehörigen und Senioren in Privatwohnungen kostenlos zugänglich gemacht werden kann.

Den Änderungsantrag von SPD und LINKEN lehnen wir ab, weil das Projekt „Radeln ohne Alter“ sich als inklusiv versteht und es sich an alle mobilitätseingeschränkten Senioren in Köln richtet. -Vielen Dank.”


Antrag

Artikel im Kölner Stadtanzeiger

 

 

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Autor: Aline Damaske

Aline Damaske arbeitet als Referentin für unsere Ratsgruppe GUT

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