Vortragsabend „Radeln ohne Alter“

Bei unserer Podiumsdiskussion mit drei Referenten aus der Praxis zeigte sich: das Recht auf Wind im Haar im fortgeschrittenen Alter ist möglich

Pünktlich zum Sommeranfang am 21. Juni haben wir zum Vortragsabend eingeladen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben sich einige Interessierte auf den Weg ins Motoki-Wohnzimmer in Ehrenfeld gemacht.Referent Calle Overweg schilderte, wie er Radeln ohne Alter als Verein in Berlin gründete und die Rikscha-Fahrten mit ehrenamtlichen Fahrer*innen gestaltet. „Insgesamt sind bei uns 25 Ehrenamtliche im Einsatz, die in regelmäßigen Abständen Ausfahrten mit Senior*innen unternehmen“, erklärt Overweg. So ergeben sich generationsübergreifende Gespräche zwischen Menschen, die sich ohne dieses Projekt vielleicht nicht getroffen hätten. Allerdings, so Overweg, sei die organisatorische Seite der Arbeit mit Ehrenamtlichen nicht zu unterschätzen.

Bei Neue Arbeit der Diakonie Essen wird Radeln ohne Alter mit Unterstützung der Stadt mit Langzeitarbeitslosen umgesetzt. Die Fahrer*innen steuern die Senioreneinrichtungen in Essen regelmäßig wochentags an wie Projektleiter Karsten Schwanekamp erklärt. „Eine tolle Sache für alle Beteiligten. Dadurch, dass die Stadt mit im Boot ist, finden die Ausfahrten regelmäßig wochentags statt. Und der Organisations-Aufwand ist gering,“ sagt Schwanekamp. Das Essener Modell landete damit Anfang des Jahres auf dem 2. Platz in der Kategorie Kommunikation beim Deutschen Fahrradpreis 2017.

Bei den SBK Sozialbetrieben Köln wurden ebenfalls zwei Rikschas auf Initiative von Hanne Cürten, Leiterin In-Jobs-Köln, angeschafft. Hier wird das Radeln als Betreuungsangebot durch die Mitarbeitenden der SBK angeboten. „Die Rikscha-Ausfahrten werden sehr gut von den Bewohnern angenommen,“ meint Cürten, „zudem nehmen die Mitarbeiter das neue Angebot auch als besondere Wertschätzung ihrer eigenen Arbeit wahr. Durch die Rikscha wird auch der Bewegungs-Radius der Seniorinnen erheblich erhöht. So werden auch längere Distanzen überbrückt, so dass z.B. ein Ausflug zum Dom leicht realisiert werden kann.

Gefreut haben wir uns, dass im Laufe des Abends einige Vertreter von Senioreneinrichtungen überlegten, selbst aktiv zu werden und das Projekt in ihren Heimen umzusetzen.

Das Feedback auf die Vorträge war durchweg positiv, „Radeln ohne Alter“ solle weiter ausgebaut werden, so die einhellige Meinung. Ein erster Schritt ist getan, die verschiedenen Interessensgruppen zusammen zu bringen und zu informieren. Damit möglichst viele Menschen zu ihrem Recht auf Wind im Haar kommen;-)

Wir bleiben dran!

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Autor: Aline Damaske

Aline Damaske arbeitet als Referentin für unsere Ratsgruppe GUT

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