Wo ist der Spatz vom Wallraffplatz?

Das Vogelsterben in Deutschland schreitet weiter voran. Der Spatz, der früher von allen Dächern tschilpte, ist auch in Köln selten geworden. Gerade jetzt im Winter braucht der Spatz unsere Hilfe! Für die Ratsgruppe GUT ist Biodiversität in der Stadt ein wichtiges Thema, weshalb wir das Schutzprojekt “Ganz Köln im Spatzenfieber” unterstützen. Hier finden Bürger*innen Informationen und Anleitungen, wie sie dem gefährdeten Vogel Futter und Unterschlupf bieten können.

Spatz in der Stadt

Über die traurige Entwicklung der Vogelbestände in Europa weiß man aufgrund zahlreicher europäischer und nationaler Monitoring-Programme ziemlich genau Bescheid. Die Vogelarten auf dem Land und in der Stadt nehmen seit 1990 dramatisch ab. Auch der Spatz (Haussperling) gehört zu den bedrohten Arten. Einen Teil Wildnis in Köln zu bewahren und damit die Biodiversität in unserer Stadt zu erhalten, ist uns als Ratsgruppe nicht zuletzt seit unserer Veranstaltung “Wild in Köln” ein Anliegen. Schon simple Maßnahmen im Garten oder auf dem Balkon, Reihenvogelhäuser zum Schutz vor der Kälte, vor Fressfeinden geschützte Futter- und Badestellen helfen, das Überleben des kleinen Spatz in unserer Stadt zu sichern. Ideen und Anleitungen zum Mitmachen gibt die Stadt ihren Bürger*innen auf der Projektseite “Ganz Köln im Spatzenfieber”

Der Deutsche Rat für Vogelschutz hat 118 der 248 Vögel auf der “Roten Liste der Brutvögel Deutschlands” stehen. Sie gelten als gefährdete Arten. Dabei geht es den Vögeln in unterschiedlichen Lebensräumen Wald, Agrarland (Feld) und Stadt unterschiedlich gut. Das Vogelsterben hat diverse Ursachen: das Insektensterben, die intensive Landwirtschaft und der Rückgang an Brachflächen, um nur einige Gründe zu nennen, die dazu geführt haben, dass die Feldvögel am stärksten bedroht sind. In den Städten geht es den Vögeln zwar allgemein etwas besser, aber der früher allgegenwärtige Spatz gehört seit den 1980er Jahren zu den bedrohten Arten. Sein Bestand ist um 69% zurück gegangen.

So wie der Spatz, ernähren sich von den in Deutschland brütenden Vögeln viele bevorzugt von Insekten oder füttern zumindest ihre Jungen mit den Tieren. Das anhaltende Insektensterben hat zur Folge, dass ein Teil der Brut verhungert, weil die Eltern nicht genügend Nahrung finden. So ergeht es auch dem Spatzen. Durch die intensive Bebauung, schwindende Brachflächen, Versieglung der Böden – sogar in Vorgärten – sowie die Nutzung von Freiflächen, findet der Spatz immer schwieriger Futter und Nistplätze in unserer Stadt. Wenn wir ein bisschen mehr Wildnis in Köln und in unseren Gärten zulassen, können wir unseren Vögeln und Wildtieren enorm helfen!

Die Aussaat von Wildblumen, ein paar Getreidehalmen oder Sonnenblumen im Garten, im Schrebergarten, am Straßenrand oder kleinen Grünanlagen schafft Lebensräume für Insekten und damit natürliche Futterstellen für Vögel. Schon eine kleine wilde Naturecke kann viel bewirken und so zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Wichtig ist dabei auch die Rückbesinnung auf heimische Pflanzen. Sträucher mit heimischen Beeren tragen zum Beispiel zum natürlichen Futterangebot und als Brutplatz für die Tiere bei.

Um Anreize für eine naturnahe Gartengestaltung zu schaffen und positive Beispiele aufzuzeigen, hat unsere Ratsgruppe GUT Mittel in den städtischen Haushalt für naturnahe Gärten eingestellt. Gedacht ist eine Kampagne und/oder einen Wettbewerb.
“Der Erhalten der Artenvielfalt in unserer Stadt ist uns schon lange ein wichtiges Anliegen.” sagt GUT-Ratsherr  Tobias Scholz, Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Grün. “Deshalb haben wir als Teil der Haushaltsmehrheit eine Stelle für Biodiversität zugesetzt.”

Denn wir sind der Meinung, wilde, naturnahe Orte in unserer Stadt sorgen für ein abwechslungsreiches, schöneres Stadtbild und tragen zu mehr Lebensqualität bei. Von Tieren und Menschen gleichermaßen.


Hier der Link zu Ganz Köln im Spatzenfieber  und deren Unterseite Spatzenhilfe leicht gemacht

Mehr Informationen zu unserer Veranstaltung Biodiversität “Wild in Köln”

Weitere Informationen zum Spatz findet ihr zum Beispiel bei der Deutschen Wildtier Stiftung

 

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Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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