Streikbrecher: Radfahrer!

Verdi braucht eine neue Strategie! Mit einem KVB-Streik lässt sich die Stadt nicht mehr lahmlegen, die Leute fahren einfach mit dem Rad …

streikbrecher

Vergangenen Mittwoch (21.3.18) hatte die KVB in Köln ganztägig gestreikt. Würde ganz Köln nun im Stau stehen? Die Stadt lahmgelegt und  im Verkehrschaos versinken? Es war kalt an jenem Mittwoch (-6° bis +5° C), verständlich wer da ins warme Auto steigt …
Doch laut Pressemitteilung der Stadt Köln, sind Kölns KVB-Nutzer*innen in der überwiegenden Zahl auf’s Rad umgestiegen. Woher die Verwaltung das weiß? Seit 2008 werden an aktuell elf sogenannten Dauerzählstellen die Zahl der Radfahrer*innen in Echtzeit registriert, an zwei Stellen wird parallel auch der Autoverkehr gezählt. In der Pressemitteilung heißt es:
“So wurden an den beiden Fahrradzählstellen, die zusätzlich auch Kraftfahrzeuge erfassen können, nur geringere Steigerungen beim Autoverkehr festgestellt: auf der Bonner Straße lediglich 16 Prozent mehr (36 Prozent beim Radverkehr) sowie an der Venloer Straße ein Plus an Autos von 25 Prozent (Steigerung beim Radverkehr 66 Prozent).”
Stadtweit wurden an jenem Mittwoch rund 70% mehr Radfahrer*innen gegenüber einem vergleichbaren (kalten) Wochentag registriert, an zwei Zählstellen gab es sogar Zuwächse um 135 und 160%!
Wir freuen uns über das Umweltbewusstsein* der KVB-Nutzer*innen, und den Genoss*innen von Verdi wünschen wir natürlich dennoch gerechte Löhne und Gehälter!


Der Pressetext im Wortlaut:

Warnstreik brachte Kölnerinnen und Kölner aufs Rad

Stadt hat die Daten an den Dauerzählstellen im Stadtgebiet ausgewertet

Nahezu der komplette öffentliche Personennahverkehr fiel am vergangenen Mittwoch, 21. März 2018, aufgrund des Warnstreiks der Beschäftigten der Kölner Verkehrs-Betriebe aus. Das Amt für Straßen und Verkehrstechnik hat die Daten an den Dauerzählstellen zur Erfassung des Radverkehrs ausgewertet. Ergebnis: An diesem Tag wurde trotz der winterlichen Temperaturen verstärkt auf das Fahrrad als Alternative zu Bus oder Bahn zurückgegriffen.

Die im Stadtgebiet installierten elf Dauerzählstellen weisen einen durchschnittlichen Zuwachs von mehr als 70 Prozent gegenüber einem vergleichbaren kalten Wochentag auf. Insgesamt wurden an allen Zählstellen rund 44.000 Fahrten von Radfahrenden ermittelt.

Einige Strecken waren besonders beliebt: An der Deutzer Brücke konnte mit mehr als 7.000 gezählten Radfahrerinnen und Radfahren eine Steigerung von rund 160 Prozent festgestellt werden. Auf dem Niederländer Ufer wurden rund 3.000 Radler gezählt, was einer Steigerung von rund 135 Prozent entspricht.

Diesen hohen Zahlen beim Radverkehr steht nur ein vergleichsweise geringer Zuwachs beim Autoverkehr gegenüber. So wurden an den beiden Fahrradzählstellen, die zusätzlich auch Kraftfahrzeuge erfassen können, nur geringere Steigerungen beim Autoverkehr festgestellt: auf der Bonner Straße lediglich 16 Prozent mehr (36 Prozent beim Radverkehr) sowie an der Venloer Straße ein Plus an Autos von 25 Prozent (Steigerung beim Radverkehr 66 Prozent).

Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jürgen Müllenberg


* vermutlich besitzen regelmäßige ÖPNV-Nutzer*innen schlicht kein Auto – gut so!

Unser Beitragsbild ist ein screenshot der öffentlich zugänglichen Seite der Stadt Köln. Link und Infos hier.

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

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