Umweltkosten im Verkehr

ruhender verkehr

Umweltbelastungen verursachen hohe Kosten für die Gesellschaft, etwa durch umweltbedingte Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfälle oder Schäden an Ökosystemen. So haben allein die deutschen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2016 Umweltkosten in Höhe von 164 Milliarden Euro verursacht. Eine ambitionierte Umweltpolitik senkt diese Kosten.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Februar 2019 die Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten veröffentlicht und damit auch neue Kostensätze für den Verkehrsbereich angegeben.

Es gibt eine Fülle von Studien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene, die Umweltkosten schätzen. Die Schätzungen unterscheiden sich dabei je nach nationalen Gegebenheiten und methodischer Herangehensweise. Das UBA hat daher auf Grundlage der Arbeiten von Fachleuten mehrerer Forschungsinstitute (INFRAS, Fraunhofer ISI, KIT, UFZ und CE Delft) die Methodenkonvention 3.0 zur Ermittlung von Umweltkosten erarbeitet. Sie berücksichtigt den aktuellen Stand der Forschung und hilft, die Kosten, die durch Umweltbelastungen entstehen, nach einheitlichen und transparenten Kriterien zu ermitteln.

Über die Verknüpfung der unterschiedlichen Emissionsfaktoren für die einzelnen Fahrzeugkategorien erhält man Kostensätze für Verkehr in Cent pro gefahrenem Fahrzeugkilometer:

Umweltkosten pro Fahrzeugkilometer

Wozu dienen Umweltkostenschätzungen?

Schätzungen von Umweltkosten sind vielseitig nutzbar. Sie zeigen, wie teuer unterlassener Umweltschutz ist und untermauern die ökonomische Notwendigkeit anspruchsvoller Umweltziele. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch die Kosten und Nutzen von umwelt- und klimapolitischen Maßnahmen besser bewerten.

Zwei Beispiele: Bei der Bewertung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes sind neben den Zusatzkosten durch den Ausbau der erneuerbaren Energien auch die dadurch vermiedenen Umweltkosten zu berücksichtigen. Dies gilt auch für die Bewertung von Maßnahmen zum Schutz von Ökosystemen, die einen beträchtlichen Nutzen in Form von vermiedenen Umwelt- und Gesundheitsschäden haben.

Die Schätzung von Umweltkosten ist auch bei Entscheidungen über den Ausbau der Infrastruktur wichtig, etwa bei der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans, wo Umweltkostenschätzungen bereits einfließen. Ohne Berücksichtigung der Umweltkosten würden Investitionen in umweltfreundliche Verkehrssysteme systematisch benachteiligt und das Verkehrsnetz stärker ausgebaut, als dies gesamtwirtschaftlich sinnvoll wäre.

Radfahren rechnet sich auch für die Umwelt

Leider finde ich noch immer keine konkrete Aussage zu den Umweltkosten der Fahrradnutzung – aber diese sollte nach meinen Schätzwerten deutlich bei unter einem Euro je “Fahrzeugkilometer” liegen. Ein weiterer Grund, ab und an in die Pedale zu treten.

 

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Autor: Marcel Hövelmann

Marcel Hövelmann ist Vorstandsmitglied der Wählergruppe GUT Köln.

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