Mails, Post, Telefon – so wehrt ihr euch gegen unerwünschte Werbung

Klingelt am Abend wieder das Telefon und am anderen Ende der Leitung möchte ein/e Call-Center-Mitarbeiter/in etwas verkaufen, dann ist das vor allem eines: nervig. Das gilt ebenso für unerwünschte Werbung per E-Mail oder Wochenzeitungen im Briefkasten.

Wer kennt es nicht? Abends klingelt das Telefon und am anderen Ende der Leitung möchte ein/e Call-Center-Mitarbeiter/in etwas verkaufen. Auch das Mail-Postfach beinhaltet wieder unerwünschte Werbung und die aktuelle Wochenzeitung mit gefühlten 35 Prospekten verstopft erneut – trotz “Keine Werbung”-Schildchen – den Briefkasten.

Eine Meldung bei der Bundesnetzagentur oder der Verbraucherzentrale sind zwei Optionen, mit unerwünschter Werbung umzugehen. Noch besser ist jedoch eine präventives Vorgehen.

Denn Unternehmen dürfen Kunden nicht einfach anrufen. Verbraucher müssen aktiv und bewusst erklärt haben, über welche Kanäle sie zu welchem Zweck kontaktiert werden dürfen. Um eine solche Erlaubnis zu bekommen, bedienen sich manche Firmen vor allem einer bewährten Methode, die noch immer gut funktioniert: Gewinnspiele, die nur zu diesem Zweck durchgeführt werden.

Folgendes könnt ihr konkret tun:

Im Briefkasten

Allgemeine Wurfsendungen, wie Flyer vom Pizzaboten oder Werbebroschüren von Umzugsfirmen lassen sich – theoretisch – mit einem Aufkleber am Briefkasten eindämmen, der Werbung verbietet. Die Erfahrung zeigt aber leider, dass sich nicht jede/r Werbeverteilende an die Aussage des kleinen Aufklebers hält bzw. die Infos einfach gebündelt vor die Haustüre ablegt.

Zu fast jeder Briefkastenwerbung gibt es mittlerweile positive Urteile zugunsten der Verbraucher, da lohnt sich eine kurze Mail an den Werbetreibenden mit Verweis auf das jeweilige Urteil. Die Verbraucherzentrale hat dies übersichtlich dargestellt.

Man kann seine Adresse aber z.B. auch online in die sogenannte Robinsonliste eintragen – dann streichen Werbeunternehmen, die Mitglied im Deutschen Dialogmarketing Verband sind, Verbraucher aus ihren aktuellen Adressenlisten.

Und wenn dies alles nicht hilft, empfiehlt sich der Gang zum Kölner Anwalt mit dem Schwerpunkt Wettbewerbsrecht. Spannend wird es auch für die Zukunft sein, ob Musterfeststellungsklagen hier für den Verbraucher hilfreich sein werden.

Am Telefon

Hier gibt es zwei Möglichkeiten, mit nervigen Werbe-Anrufen umzugehen. Am einfachsten, aber wenig nachhaltig, ist es natürlich direkt aufzulegen. Wer es sich zutraut, sollte nachfragen, wer anruft (meistens ein CallCenter-Dienstleister), woher das Unternehmen eure Daten hat und dann weitere Kontaktversuche untersagen.

Die Bundesnetzagentur kann – theoretisch – bei unerlaubter Telefonwerbung Bußgelder bis zu 300 000 Euro verhängen. Verbraucher/innen sollten daher Anrufe möglichst konkret melden. U.a. die Rufnummer des Anrufers, das Datum, Angaben zum beworbenen Produkt sind wichtige Faktoren. Wer wiederholt angerufen wird, kann bestimmte Telefonnummern auch durch seinen Telefonanbieter sperren lassen.

Per E-Mail

Wenn Werbe-Mails das Postfach fluten, kann man der Nutzung seiner E-Mail-Adresse einfach widersprechen. Landen die Nachrichten dann weiterhin im Postfach, ist dies ein Fall für die Bundesnetzagentur. Beschwerden können auch an die eco-Beschwerdestelle des Verbands der Internetwirtschaft gerichtet werden.

Falls Sie noch Tipps oder bereits Erfahrungen zum/im Umgang mit unerwünschter Werbung habt, freue ich mich über  eure Rückmeldung.

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Autor: Marcel Hövelmann

Marcel Hövelmann ist Mitglied von GUT Köln.

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