Oben vs. völlig unzureichend

“Die Lösung mit Rheintunnel und doppelter Infrastruktur kann die extrem hohen Baukosten nicht durch entsprechende verkehrliche Wirkungen ausgleichen und endet mit einem Nutzen- Kosten-Indikator von 0,4 auf völlig unzureichendem Niveau.” – Das Fazit der Untersuchung ist eindeutig: “Oben bleiben” hat das beste Nutzen-Kosten-Verhältnis.

ost west achse untersuchung

Im Rat sitzen zumeist ehrenamtliche Mitglieder. Auch im Hauptberuf befassen sich die wenigsten mit dem Bau von Stadtbahnlinien.
Selbst KVB und Verwaltung ist die Meinung externer Sachverständiger wichtig, und so beauftragte man das Ingenieurbüro Spiekermann aus Düsseldorf mit einer Untersuchung. Gegenstand war herauszufinden, welche Varianten zur Verstärkung der Ost-West-Achse einen hohen Nutzen bringen, aber auch durch den Bund förderfähig sind.
Das Ergebnis der Untersuchung ist eigentlich an Deutlichkeit nicht zu überbieten: Auf Platz 1 steht die oberidische Lösung, auf Platz 2 ein kurzer Tunnel.
Ein Teil der Politik will aber statt dessen eine möglichst langen Tunnel, mit “on Top” einer Rhein-Untertunnelung. Diese Idee wird im Bericht unmissverständlich als “völlig unzureichend” bezeichnet.
Trotzdem-Tunnel-Befürworter verweisen darauf, dass sich die Förderbedingungen mal ändern könnten. Doch dafür gibt es keinerlei Hinweise, ein hochrangiges Mitglied der Verwaltung dazu: “Eine Lex-Köln wird es nicht geben.”.
Und so warnt auch Noch-KVB-Chef Jürgen Fenske (und selbst SPD-Mitglied) vor der Doppel-Lösung der Kölner SPD. Der Kölner-Stadtanzeiger schreibt zu Fenskes Position:
“Nach der Förderung für die oberirdische Lösung sei eine zweite Förderung für einen Tunnel auf derselben Achse „undenkbar“.” (Quelle)
Und wohlgemerkt: Alle vermeintlichen Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten wurden in die Untersuchung ja bereits eingerechnet!
Bleiben oft nur noch städtebauliche Argumente. Ohne Stadtbahn wäre es oben schöner, und mehr Platz für weitere Verkehrsteilnehmer. Als ob sich eine Stadtbahn im Untergrund verstecken müsste! Der Tunnel hingegen reisst die Stadt über Jahre auf, ruiniert den Einzelhandel entlang der Strecke, und endet in scheusslichen sogenannten “Tunnelmündern” (was für Wort)!
Wie es oberirdisch besser gehen kann zeigen wir Euch hier.


Die Untersuchung hier als pdf

Bildnachweis: Das Beitragsbild ist dem hier besprochenen Bericht entnommen.

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Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

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