Stirb langsam: Kultur & Corona

Nicht nur die Kul­tur hat es in Zei­ten von Coro­na schwer. Doch wie sol­len Spiel­stät­ten funk­tio­nie­ren, wenn trotz Hygie­ne-Kon­zep­ten nur noch 20% Besucher*innen zuge­las­sen sind? Anmer­kun­gen von Kari­na Syn­di­cus.

„Die Kul­tur­sze­ne steht Kopf!“- So wird es ger­ne geschrie­ben, sobald ein für Furo­re sor­gen­der Mensch der Kunst etwas Bri­san­tes erschaf­fen hat.
Bri­sant geht es aller­dings gera­de im gesam­ten Kul­tur­be­reich zu.
Betrof­fen sind Schauspieler*innen, Tontechniker*innen, Musiker*innen, Requisiteur*innen, Zirkuskünstler*innen, Tänzer*innen und vie­le ande­re die vor und hin­ter den Büh­nen und Kul­tur­stät­ten arbei­ten.
Kaum plan­bar sind für die Thea­ter und Kon­zert­sä­le die sich stän­dig ändern­den Ver­ord­nun­gen.
Wäh­rend sich die­se immer wie­der sehr krea­tiv und koope­ra­tiv gezeigt haben, ist mit den neus­ten Schutz­ver­ord­nun­gen und Ent­wick­lun­gen ein Spiel­be­trieb nicht mehr auf­recht zu erhal­ten.
Das bringt vie­le Boo­ker an den Ran­de des Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent, denn Kar­ten müs­sen stor­niert, Ver­an­stal­tun­gen ver­scho­ben wer­den, oft kurz­fris­tig und kaum abseh­bar auf wann.
Tors­ten Schlos­ser (Ate­lier­thea­ter) pos­te­te in den sozia­len Netz­wer­ken kürz­lich eine Gra­phik der vie­len Ände­run­gen, mit denen er in sei­nem Thea­ter in den letz­ten 13 Tagen umge­hen und sämt­li­che Pla­nun­gen umwer­fen muss­te.

Immer neue Auf­la­gen für Kölns Spiel­stät­ten (Stand: 19.10.2020)

Vie­le Künstler*innen reagie­ren mit Ver­ständ­nis, wenn auch mit Kopf­schüt­teln.
Gerd Buur­mann, der Erfin­der der Kunst gegen Bares, sag­te: „Das Virus greift uns in unse­rer Lie­be an. Alles was wir ger­ne tei­len, Zunei­gung, Nähe, mit­ein­an­der Leben, nimmt es uns weg. Es ist schwer zu begrei­fen, dass ein Thea­ter mit vor­mals 100 Plät­zen jetzt nur noch bes­ten­falls 20 Leu­te hin­ein las­sen darf, wäh­rend man im pri­va­ten Bereich lan­ge noch „Uwes 50. Geburts­tag fei­ern durf­te.“
Auf der Pres­se­kon­fe­renz am 20.10.2020 eini­ger Köl­ner Thea­ter und Kul­tur­räu­me sowie Künst­le­rin­nen im Bür­ger­zen­trum Ehren­feld wur­de noch­mals deut­lich, dass die Sze­ne sich wünscht, gehört zu wer­den und alles in ihrer Macht ste­hen­de unter­nimmt, einen Spiel­be­trieb auf­recht zu erhal­ten.
Aller­dings, wur­de auch ange­merkt, dass es drin­gend einen Ret­tungs­schirm benö­tigt, wenn wir die Sze­ne, so wie sie ist und wie sie Köln prägt, am Leben erhal­ten wol­len.
Denn die Coro­na­pan­de­mie und die Spiel­zei­ten gehen einen Weg: Im Som­mer war Pau­se und von Okto­ber bis April ist Haupt­sai­son.
Wäh­rend die einen Thea­ter die Plät­ze, die sie beset­zen dür­fen, auch ver­kauft bekom­men, geht es ande­ren Spiel­stät­ten deut­lich schlech­ter und das Publi­kum traut sich schlicht nicht mehr hin­ein.
Und damit müs­sen wir umge­hen ler­nen. Eine Emp­feh­lung aus­zu­spre­chen „Geht in die Thea­ter, besucht die Kon­zer­te!“ liegt mir fern, denn ja, bis­lang sind kei­ne Aus­brü­che nach Auf­füh­run­gen bekannt, aller­dings ist „kei­ne Men­schen­an­samm­lung“ immer noch am sichers­ten. Zumin­dest für die phy­si­sche Gesund­heit. Das gilt für Shake­speare wie für Giselas Umtrunk.
Als Künst­le­rin und Solo­selbst­stän­di­ge kann ich berich­ten, dass die Coro­na Hil­fen nicht ankom­men.
Aus­ge­nom­men von vie­len Hilfs­an­ge­bo­ten, da sich hier­mit ledig­lich Betriebs­kos­ten beglei­chen las­sen und kei­ne Lebens­hal­tungs­kos­ten, führt es mich und vie­le Kolleg*innen in die Über­le­gung, wie man denn den Lebens­un­ter­halt nun wei­ter bestrei­ten soll.
Ver­meint­lich ein­fach in die Grund­si­che­rung zu gehen, wird spä­tes­tens dann kom­pli­ziert, wenn eben doch mal ein klei­ner Auf­tritt mit Gage anklopft. Dann ste­hen vie­le vor der Fra­ge, ob es über­haupt mög­lich ist, die­sen anzu­neh­men. Eine Spi­ra­le, aus der man so schnell nicht mehr her­aus kommt.
Mar­tin Zings­heim (Kaba­ret­tist) sag­te in der heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz: „Und in der Zeit ist es schwie­rig krea­tiv zu sein, denn es ist ja durch­aus sehr mono­the­ma­tisch. Man kann nur über Coro­na schrei­ben und das will ja nie­mand mehr hören. Und für wann schrei­ben wir? Das ist Schrei­ben für die Ton­ne.“
Nahlie­gend ist natür­lich, Ver­glei­che zu zie­hen und zu recht zu behaup­ten, dass es ande­ren auch schlecht geht in der Kri­se, was mich aber nicht davon abbringt, dar­an zu arbei­ten und zu hof­fen, dass mög­lichst vie­le von uns ihren Beruf und ihr Räu­me be- und erhal­ten kön­nen. Denn gera­de die klei­nen Häu­ser und Solo­selbst­stän­di­gen sind schlicht ver­ges­sen wor­den und machen durch Demons­tra­tio­nen wie „Arten­ster­ben“ und „Alarm­st­uferot“ auf die­sen Umstand auf­merk­sam.
Krea­ti­vi­tät lei­det, wenn sie beschnit­ten wird. Wenn man sich nicht gehört fühlt und mit dem Erhalt der eige­nen Exis­tenz beschäf­tigt ist, gelingt es den wenigs­ten vor­zeig­ba­ren Out­put zu lie­fern.
Wenn die Spiel­stät­ten nicht nur tem­po­rär, son­dern für immer schlie­ßen müs­sen, geht für die Men­schen auf bei­den Sei­ten der Büh­nen viel ver­lo­ren.

Kultur Corona
Im Art­thea­ter. Mund­schutz und Abstand sind Pflicht.

Der Arti­kel ent­spricht dem Stand 20.10.2020. Am 21.10. wur­de die “20%-Regel” wie­der auf­ge­ho­ben. Aus der Pres­se­mit­tei­lung der Stadt:

“Mitt­woch, 21. Okto­ber 2020, 15:53 Uhr
[…]
Der­zeit gel­ten in Köln fol­gen­de Rege­lun­gen:
Bei Ver­an­stal­tun­gen sind innen und außen maxi­mal 100 Per­so­nen zuläs­sig; es sei denn, die Stadt Köln lässt Aus­nah­men auf Basis eines beson­de­ren Hygie­ne- und Infek­ti­ons­schutz­kon­zep­tes zu. Dann gilt drin­nen eine Gren­ze von maxi­mal 250 Teil­neh­men­den, drau­ßen von 500 Teil­neh­men­den. Die Rege­lung, dass die zuläs­si­ge Teil­neh­mer­zahl zusätz­lich auf ein Fünf­tel der nor­ma­len Kapa­zi­tät des Ver­an­stal­tungs­or­tes beschränkt wird, gilt nicht mehr.

[Her­vor­he­bung durch uns.]


Die Bei­trags­fo­tos sind von Gerd Buur­mann, vie­len Dank.

Colonius wieder eröffnen — Gute Aussichten

Colo­ni­us wie­der öff­nen! Die­se For­de­rung und Her­zens­an­ge­le­gen­heit von GUT Köln ist auf vie­len unse­rer Wahl­pla­ka­te zu lesen.

Seit Jah­ren setzt sich GUT Köln dafür ein, den Colo­ni­us wie­der zu eröff­nen. Und nie stan­den die Chan­cen dafür so gut wie heu­te.

„Colo­ni­us wie­der eröff­nen — Gute Aus­sich­ten“ wei­ter­le­sen

Köln braucht Kultur

Sub­kul­tur ret­ten, stär­ken, fei­ern! Unse­re Zie­le für die Köl­ner Kul­tur.

Kul­tur ist für GUT ein Kern­the­ma. Hier ver­fol­gen wir ver­schie­de­ne Ansät­ze, um die star­ke und abwechs­lungs­rei­che Kul­tur­sze­ne in Köln zu erhal­ten und wei­ter aus­zu­bau­en. Der Erhalt der Köl­ner Club-Sze­ne liegt uns am Her­zen, der freie Ein­tritt in allen städ­ti­schen Muse­en ist zudem ein wich­ti­ges Ziel. Dar­über hin­aus wol­len wir den Köl­ner Fern­seh­turm „Colo­ni­us“ wie­der für Besucher*innen öff­nen und auch der Bau von zwei Mehr­zweck­hal­len für den Brei­ten­sport gehört zu unse­ren Plä­nen. „Köln braucht Kul­tur“ wei­ter­le­sen

11+ – Unser +Programm für Köln

Die Wäh­ler­grup­pe GUT Köln ist ein demo­kra­ti­scher Zusam­men­schluss von Bürger*innen, die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung im kom­mu­na­len Bereich über­neh­men. Sie ver­ei­nigt Men­schen, die sich dem Wohl der Stadt Köln und ihrer Einwohner*innen ver­pflich­ten und deren Ziel es ist, die Stadt Köln in Zusam­men­ar­beit mit wei­te­ren inter­es­sier­ten Bürger*innen neu zu den­ken und ent­spre­chend für alle hier leben­den Men­schen sozi­al gerecht und öko­lo­gisch lebens­wert zu gestal­ten. Dar­über hin­aus setzt sich GUT Köln für die Bewah­rung huma­nis­ti­scher Idea­le und die Ach­tung der Men­schen­rech­te und Men­schen­wür­de über­all, jeder­zeit und für jeden gel­tend ein.

Des­halb ver­folgt GUT Köln mit sei­ner Poli­tik für eine bes­se­re Stadt auch anti­fa­schis­ti­sche und anti­ras­sis­ti­sche Zie­le nach dem Mot­to „Kein Mensch ist ille­gal“.

Unser Ziel ist ein Köln, dass sich als Gan­zes von einem Gedan­ken lei­ten lässt:

GUT für Köln. Eine lebenswerte Stadt für alle.

„11+ – Unser +Pro­gramm für Köln“ wei­ter­le­sen

Maibaum setzen – digital!

Selbst das Mai­baum-Set­zen wird in Coro­na-Zei­ten schwie­rig. Wir hel­fen mit einer digi­ta­len Vari­an­te: Mai­baum her­un­ter­la­den, ins Bild mon­tie­ren, fer­tig!

Brauch­tum. Im Schalt­jahr 2020 set­zen eigent­lich Frau­en den Mai­baum, doch in die­sem Coro­na-Jahr wird auch das schwie­rig. „Mai­baum set­zen – digi­tal!“ wei­ter­le­sen

Köln. Eine Eventstadt in Coronazeiten. Und dieser NRW-Tag.

Zwi­schen dem 20. und 23. August soll der NRW-Tag 2020 statt­fin­den. Köln hat­te sich viel vor­ge­nom­men als Gast­ge­be­rin. Büh­nen, The­men­mei­len, auto­freie Innen­stadt­area­le, ein gesamt­heit­li­ches Müll­ver­mei­dungs­kon­zept, fahr­schein­lo­ser ÖPNV für alle Besucher*innen, Akteu­re und Mitmacher*innen aus den unter­schied­lichs­ten Win­keln des Lan­des. Eigent­lich. „Köln. Eine Event­stadt in Coro­na­zei­ten. Und die­ser NRW-Tag.“ wei­ter­le­sen

Seltene Sgraffiti von Otto Gerster entdeckt

Bei Fas­sa­den­ar­bei­ten am ehe­ma­li­gen Gebäu­de des Rau­ten­strauch-Joest-Muse­ums am Ubier­ring kamen Sgraf­fi­ti von Otto Hel­mut Gers­ter zum Vor­schein. Die monu­men­ta­len Wand­kunst­wer­ke wer­den nun fach­kun­dig frei­ge­legt.

Die Gebäu­de­wirt­schaft der Stadt Köln mach­te eine erfreu­li­che Ent­de­ckung beim Umbau des ehe­ma­li­gen Rau­ten­strauch-Joest-Muse­ums am Ubier­ring: Nach der Demon­ta­ge von Tuff­stein­plat­ten an der Fas­sa­de, stie­ßen die Mitarbeiter*Innen auf sie­ben so genann­te „Sgraf­fi­ti“ des Künst­lers Otto Hel­mut Gers­ter. Bei Sgraf­fi­ti (Ein­zahl: Sgraf­fi­to) han­delt es sich um künst­le­ri­sche Deko­ra­tio­nen von Wand­flä­chen durch eine his­to­ri­sche Putz- und Kratz­tech­nik. Dadurch ent­ste­hen drei­di­men­sio­na­le Wand­ver­zie­run­gen.

Frü­hes­tens Ende März 2020 wer­den die sie­ben Sgraf­fi­ti voll­stän­dig frei­ge­legt sein. Da die Fas­sa­de kom­plett mit Gerüst und Bau­pla­nen ver­klei­det ist, sind die Kunst­wer­ke der­zeit von der Stra­ße aus nicht zu sehen. „Sel­te­ne Sgraf­fi­ti von Otto Gers­ter ent­deckt“ wei­ter­le­sen

Dancing Queen ohne Tanzfläche

Fes­ti­vals wer­den ein immer wich­ti­ge­res Kul­tur­gut. Wie sieht also die Situa­ti­on in Köln aus, einer Stadt, die sich selbst als Kul­tur­stadt bezeich­net?

Fes­ti­vals sind mitt­ler­wei­le ein ele­men­ta­rer Bestand­teil in der Ver­an­stal­tungs­bran­che, die regel­mä­ßig vie­le Besu­cher von über­all­her anzie­hen. Gera­de Deutsch­land ist eine abso­lu­te Fes­ti­val-Hoch­burg, es gibt weni­ge Län­der mit einem ver­gleich­ba­ren Ange­bot. Gro­ße deut­sche Fes­ti­vals wie Rock am Ring/Rock im Park, das Hurricane/Southside Fes­ti­val, das Wacken Open Air oder Paroo­ka­vil­le genie­ßen inter­na­tio­nal ein hohes Anse­hen. Da stellt sich die Fra­ge — was hat Köln eigent­lich an Fes­ti­vals zu bie­ten? „Dan­cing Queen ohne Tanz­flä­che“ wei­ter­le­sen

Alarm für KAT18!

Ver­drängt die Stadt Köln mit der Sub­ven­tio­nie­rung des Thea­ter der Kel­ler ange­stamm­te Mieter*innen?

Waren wir zwi­schen­durch mal opti­mis­tisch, sieht es inzwi­schen lei­der zap­pen­dus­ter für die sozio-kul­tu­rel­len Gewer­be­räu­me im Kar­täu­ser­wall 18 aus. „Alarm für KAT18!“ wei­ter­le­sen

Mietzuschüsse für Ateliers

Die Stadt ver­gibt Miet­zu­schü­ße für Ate­liers an pro­fes­sio­nel­le Künst­le­rIn­nen aus Köln. Bis zum 16. Sep­tem­ber 2019 kön­nen sich Ein­zel­per­so­nen für das För­der­pro­gramm bewer­ben.

In Zei­ten von stei­gen­den Mie­ten bie­tet die Stadt Köln eini­ge finan­zi­el­le Hil­fe­stel­lun­gen für ihre Künst­le­rIn­nen. Ein Pro­gramm bezu­schußt über  fünf Jah­re lang pri­vat ange­mie­te­te Ate­liers und auch Wohn­ate­liers für den Zeit­raum von 2020 bis 2024. Die Aus­schrei­bung rich­tet sich an pro­fes­sio­nell arbei­ten­de Künst­le­rIn­nen mit Wohn­sitz in Köln. „Miet­zu­schüs­se für Ate­liers“ wei­ter­le­sen