Climate.Cologne — Workshop-Essenz

Ein Infoplakat für die Climate Cologne Workshops

Wir alle müs­sen CO2 ein­spa­ren, doch wie funk­tio­niert das im All­tag? Kön­nen wir hier in Köln etwas für unser Kli­ma tun? Wie geht kli­ma­neu­tra­les Leben?
In die­sem boten wir zum ers­ten Mal unter­schied­li­che Kli­ma-Work­shops zum aktiv wer­den und mit­ma­chen an. An den ins­ge­samt acht unter­schied­li­chen Work­shops in der eco­sign nah­men mehr als 60 Besucher*innen teil. Für alle, die nicht teil­neh­men konn­ten, hier die Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nis­se:

Kli­ma­freund­lich ernäh­ren, direkt aus der Regi­on

Workshopsituation klimafreundliche Ernährung
Mit einer kli­ma­freund­li­chen Ernäh­rung kön­nen wir viel bewir­ken.

Mit kon­kre­ten Tipps und belast­ba­ren Zah­len beant­wor­te­te Katha­ri­na Schwartz vom Ernäh­rungs­rat Köln die Fra­ge: Wie beein­flus­se ich mei­ne Kli­ma­bi­lanz durch Ernäh­rung und  Lebens­mit­tel­ein­kauf. Ein Bei­spiel: Eine Woche auf Fleisch zu ver­zich­ten spart im Ver­gleich zur gesamt­deut­schen Durch­schnitts­kost 8,3 Kilo CO2. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­spe­zia­lis­tin ver­glich außer­dem Alter­na­ti­ven zum nor­ma­len Super­markt, wie bei­spiels­wei­se Unver­packt­lä­den oder die „Soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft“, in der Konsument*innen mit einem Monats­bei­trag das Gehalt von Erzeuger*innen sichern und dafür gute Nah­rungs­mit­tel erhal­ten. Wie trans­pa­rent und fle­xi­bel sind die Ein­kaufs­mo­del­le, wel­che CO2-Bilanz haben sie? Die Grund­fra­ge, so Schwartz: „Wie schaf­fen wir es, mehr Pro­duk­te der regio­na­len Land­wir­te in die Stadt zu bekom­men?“

 

Workshopleiterin erstellt ein Plakat
Wie kön­nen wir im All­tag Plas­tik ver­mei­den? Work­shop­lei­te­rin Nina Lap­pe erstell­te gemein­sam mit den Teilnehmer*innen dazu ein Schau­bild.

Plas­tik­frei leben im All­tag

Nina Lap­pe, Kli­ma­schutz Bot­schaf­te­rin bei der Kli­ma­schutz Com­mu­ni­ty Köln, konn­te selbst die erfah­rens­ten  Abfall-Vermeider*innen in der Run­de mit dem Fakt beein­dru­cken, dass sie sich seit Jah­ren die Haa­re mit Rog­gen­mehl wäscht. Die Work­shop-Lei­te­rin stell­te anhand von all­täg­li­chen Bei­spie­len die fünf „R“ der Zero-Was­te-Prin­zi­pi­en vor: redu­ce, reu­se, repair, recy­cle und rott. Sie gab Tipps für eine müll­re­du­zier­te Weih­nachts­zeit und am Ende nah­men alle  alle einen selbst gemach­ten All­zweck­rei­ni­ger aus äthe­ri­schen Ölen, Essig­es­senz und Was­ser mit nach Hau­se. Und natür­lich Müll­ver­mei­dungs­stra­te­gi­en für den All­tag sowie nach­hal­ti­ge Bas­tel-Ide­en: Häkeln Sie doch mal  Rei­ni­gungs­schwäm­me aus alten Oran­gen­net­zen!

 

Workshopleiterin Cathrin Campen
Cath­rin Cam­pen stell­te den Umgang mit Ener­gie in den Mit­tel­punkt des Work­shops.

Ener­gie spa­ren – Kos­ten sen­ken – Umwelt schüt­zen

„Unse­re Ethik muss sich ver­än­dern, sonst wer­den wir die Welt nicht ret­ten kön­nen“, lau­tet ist die Bot­schaft von Dipl.-Biologin Cath­rin Cam­pen von der Energieagentur.NRW. Dass man beim Welt ret­ten auch Geld spa­ren kann, ist ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt. Wie ent­lar­ve ich Strom­fres­ser in mei­nem Haus­halt? Wie kön­nen Leu­te, die kein Eigen­heim besit­zen über die Wahl des Strom­an­bie­ters hin­aus erneu­er­ba­re Ener­gi­en för­dern? Wie erwer­be ich Antei­le an Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen oder Bür­ger­wind­parks? Lohnt sich das? Wel­che För­der­mit­tel ste­hen dem Nor­mal­bür­ger zur Ver­fü­gung?  Prag­ma­ti­sche Tipps für die Ener­gie­wen­de für jeder­mann.

 

Georg Blokus im Workshop politisches Storytelling
Wie ver­brei­ten sich poli­ti­sche The­men? Die­ser Fra­ge ging Georg Blo­kus nach.

Wie man Kam­pa­gnen am Lau­fen hält

Georg Blo­kus von der »School of Poli­ti­cal Hope« (SPH) erklär­te, wie aus Apa­thie, Angst, Iso­la­ti­on und Selbst­zwei­feln, dem Gift­cock­tail des Neo­li­be­ra­lis­mus‘, posi­ti­ve Din­ge wie Wut, Hoff­nung, Soli­da­ri­tät und Hand­lungs­fä­hig­keit erwach­sen kön­nen. Dabei ist eine sei­ner Stra­te­gi­en neben den ratio­na­len Fak­ten das poli­ti­sche Sto­ry­tel­ling zu nut­zen: Mit Emo­tio­nen und All­tags­ge­schich­ten Leu­te zu errei­chen, um die Bewe­gung grö­ßer zu machen. Außer­dem: Was kön­nen wir aus der Geschich­te der Sozia­len Bewe­gun­gen ler­nen? Zum Bei­spiel, dass Demons­tra­tio­nen kei­ne Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen sind. Denn die Infor­mier­ten sind ja alle schon da. Es geht um Agi­ta­ti­on und Stär­ke. Drei moti­vie­ren­de Stun­den vol­ler Denk­an­stö­ße.

 

Gro­ße Erleb­nis­se, klei­ner Fuß­ab­druck: Rei­sen ohne Flug­zeug

Die Workshopleiter*innen von das Gute ruft
Rei­sen pla­nen mit dem Kli­ma im Blick. Die­ser Auf­ga­be wid­me­ten sich Ste­pha­nie Keil­holz und Phil­lipp Sta­ken­borg

Der Work­shop Ste­pha­nie Keil­holz und Phil­ipp Sta­ken­borg von der öko-sozia­len Krea­ti­va­gen­tur “Das Gute Ruft” muss­te trotz Anmel­dun­gen lei­der aus­fal­len. Sehr scha­de, denn es ist gar nicht so ein­fach, eine Rei­se in den Süden zu buchen, wenn man beschlos­sen hat, nicht mehr zu flie­gen. Die bei­den haben aber nicht nur den Land­weg nach Mar­ra­kesch neu ent­deckt. Sie ken­nen den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck aller Fort­be­we­gungs­ar­ten vom Rei­se­bus bis zum Tram­pen. Und die neus­ten Erkennt­nis­se der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft: Es nützt näm­lich durch­aus, als Ein­zel­ner auf Flug­rei­sen zu ver­zich­ten: „40 Pro­zent der Leu­te, die jeman­den ken­nen, der nicht mehr fliegt, flie­gen seit­dem auch weni­ger“, so Phil­ipp Sta­ken­borg. Ech­ten Aben­teu­rern emp­feh­len die bei­den einen unge­wöhn­li­chen Tape­ten­wech­sel: War­um als Nip­pe­ser nicht mal für ein Wochen­en­de mit Leu­ten aus der Süd­stadt die Woh­nung tau­schen?

 

Hände basteln mit Drähten an einem Roboter
In der eco­sing-Werk­statt löte­ten Kin­der Vibra­bots und Insek­ten­ro­bo­ter.

 Vibra­bots und Insek­ten­ro­bo­ter sel­ber bau­en

Ralf Schrei­bers Ange­bot wand­te sich an Kin­der ab acht Jah­ren. Die lern­ten den Umgag mit dem Löt­kol­ben. Sie bau­ten Vibra-Robo­ter, die aus­se­hen wie Ínsek­ten aus Metall. Ein bat­te­rie­be­trie­be­ner Elek­tro­mo­tor lässt die klei­nen Mons­ter auf ihren Draht­bei­nen tan­zen. Das Tier besteht über­wie­gend aus gebrauch­ten Tei­len, auch die Bat­te­ri­en haben ihre bes­ten Tage bereits hin­ter sich. Der öko­lo­gi­sche Hin­ter­ge­dan­ke: Die Kin­der kom­men viel­leicht auf die Idee, dass man ein Elek­tro­ge­rät auch mal auf­schrau­ben und repa­rie­ren kann. Löten kön­nen sie ja jetzt.
Die Mini-Insek­teno­bo­ter erzeu­gen lei­se Töne, die an Insek­ten- und

selbstgebastelter Insektenroboter
Ein selbst­ge­bas­tel­ter Insek­ten­ro­bo­ter.

Vogel­ge­sän­ge erin­nern. Mit bun­ten Federn und klei­nen Solar­zel­len auf dem Rücken sehen sie aus, wie  Cyborg-Insek­ten aus der Zukunft. Auch hier ist das meis­te Mate­ri­al aus der „Gebraucht“-Kiste. auch hier ver­mit­telt Ralf Schrei­ber den Mäd­chen und Jun­gen die gute alte Kunst des Lötens.

 

GUT Ratsherr Thor Zimmermann machte Klimapolitik konkret
GUT Rats­herr Thor Zim­mer­mann (im Bild) und Refe­ren­tin Ali­ne Raab-Damas­ke erklär­ten, wie Bürger*innen ihren Anlie­gen Gehör ver­schaf­fen kön­nen.

Kli­ma­po­li­tik kon­kret

„Es ging ganz tech­nisch dar­um, wie man Anfra­gen und Anträ­ge stellt“, sagt Rats­mit­glied Thor Zim­mer­mann, der zusam­men mit Ali­ne Raab-Damas­ke (bei­de Rats­grup­pe GUT) die­sen Work­shop lei­te­te. Lokal­po­li­tik für Anfänger*innen und Fort­ge­schrit­te­ne sozu­sa­gen. Die Referent*innen belie­ßen es nicht bei grau­er Theo­rie: Gemein­sam mit den Teilnehmer*innen for­mu­lier­ten sie eine ech­te Anfra­ge zum The­ma „Kli­ma­neu­tra­li­tät der Stadt Köln“. In der nächs­tem Rats­sit­zung wer­den die Politiker*innen wohl dar­über dis­ku­tie­ren müs­sen, war­um Kli­ma­neu­tra­li­tät, wie die die Stadt Köln sie ver­steht, sich nur auf einen Pro­zent des Gesamt­aus­sto­ßes von CO2 bezieht.


Autor: Chris­ti­an Gott­schalk

Bil­der: Sebas­ti­an Bänsch


climate cologne podium

Die Ergeb­nis­se der Work­shops flos­sen in unse­re Ver­an­stal­tung Climate.Cologne – Podi­um am 08.12.2019 im Film­Fo­rum Muse­um Lud­wig mit ein. 

 

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