Ist Köln auf Corona-Fälle vorbereitet?

Der Coro­na-Pati­ent aus Heins­berg ließ sich vor einer Woche in der Köl­ner Uni­kli­nik behan­deln. 41 Per­so­nen hat­ten dort Kon­takt mit dem erkrank­ten Mann. Wel­che Maß­nah­men ergreift die Stadt Köln nun?

Pressekonferenz zum Coronavirus
  • Bei Sym­pto­men wie Hus­ten und Fie­ber zuerst Hausarzt/ärztin anru­fen
  • Bei kon­kre­tem Ver­dacht oder Fra­gen die Hot­line der Stadt Köln anru­fen: 0221–221-33500
  • Wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen auf der Web­sei­te der Stadt Köln

Unser Arti­kel ent­spricht dem Stand vom 26. Febru­ar 2020, 23 Uhr
In Heins­berg in Nord­rhein-West­fa­len gibt es den ers­ten bestä­tig­ten Coro­na-Fall. Seit Diens­tag­abend ist bekannt, dass die­ser Pati­ent, zuletzt vor einer Woche, in der Köl­ner Uni­kli­nik behan­delt wur­de. Am 13. und am 19. Febru­ar 2020 nahm er dort eine regu­lä­re Nach­sor­ge­un­ter­su­chung wahr. Zu die­sem Zeit­punkt wuss­te nie­mand, dass er am Coro­na-Virus erkrankt war. Bis­her ist unbe­kannt, wie er sich ange­steckt hat. Da die Inku­ba­ti­ons­zeit des Coro­na­vi­rus zwi­schen zwei bis 14 Tagen liegt, ermit­tel­te das soge­nann­te “Kon­takt­per­so­nen­ma­nage­ment” der Stadt mit wem der Pati­ent in Köln Kon­takt hat­te. Zehn Kran­ken­haus­mit­ar­bei­te­rIn­nen sowie 31 Pati­en­tIn­nen wur­den ermit­telt.

Wie Köln auf mög­li­che Coro­na-Infek­tio­nen im Stadt­ge­biet vor­be­rei­tet ist, schil­der­ten Spre­cher von Uni­kli­nik, Stadt und Gesund­heits­amt auf einer Pres­se­kon­fe­renz.

Vor­sorg­lich wur­den die 41 Per­so­nen, die mit dem Coro­na-Pati­en­ten Kon­takt hat­ten für 14 Tage in ihren Häu­sern iso­liert. Sie müs­sen Tage­buch füh­ren, Fie­ber mes­sen und wer­den täg­lich kon­tak­tiert, bis die Inku­ba­ti­ons­zeit vor­bei ist. Momen­tan zeigt eine Kran­ken­haus­mit­ar­bei­te­rin Sym­pto­me des Virus und ist sta­tio­när in Behand­lung. Bis das Ergeb­nis eines Infek­ti­ons­test vor­liegt dau­ert es fünf bis sechs Stun­den.

Isolation aller Kontaktpersonen

Gesund­heits­amt und Uni­kli­nik sind sich einig, dass sie die Iso­la­ti­on bei den 41 poten­ti­el­len Kon­tak­ten des Coro­na-Erkrank­ten vor­erst endet. Soll­te bei einem der Iso­lier­ten eine Infek­ti­on nach­ge­wie­sen wer­den, erst dann wer­den wei­te­re Kon­tak­te die­ser Per­son ver­folgt. “Wir machen jetzt kein Domi­no.”, sag­te Prof. Dr. med. Ger­hard Wies­mül­ler, Lei­ter der Abtei­lung Infek­ti­ons- und Umwelt­hy­gie­ne des Gesund­heits­am­tes der Stadt Köln.

Eingang des Kölner Gesundheitsamtes
Ein­gang des Köl­ner Gesund­heits­am­tes – Bild der Stadt Köln

Ämter, Stadt und Kli­ni­ken bil­den für mög­li­che Pan­de­mi­en Kri­sen­stä­be und Task Forces, die bei Bedarf zusam­men­kom­men. Bereits vor zwei Wochen hat­te das Gesund­heits­amt Gesprä­che mit den Köl­ner Kran­ken­häu­sern zur Coro­na-Vor­sor­ge geführt. Kurz­fris­tig könn­te Köln jetzt auf 39 Iso­la­ti­ons­bet­ten hoch­fah­ren. Wenn es zu meh­re­ren Coro­na-Fäl­len käme, stün­den in Kli­ni­ken rechts- und links­rhei­nisch Sta­tio­nen zur Iso­la­ti­on bereit. Der Kri­sen­stab der Stadt Köln wird aller­dings erst ein­be­ru­fen, wenn die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) die Pan­de­mie aus­ruft.

Bei Husten und Fieber besser zum Arzt

Soweit ist es noch nicht, aber die Task Force im Gesund­heits­amt berei­tet sich auf die­se Mög­lich­keit vor. Dann wür­den Kri­sen­plä­ne grei­fen, ana­log wie bei­spiels­wei­se bei Masern-Pan­de­mi­en. Hier wür­den fall­be­zo­gen Kin­der­gär­ten, Schu­len und öffent­li­che Ein­rich­tun­gen geschlos­sen wer­den. Je nach­dem wo sich Pati­en­tIn­nen auf­hiel­ten. Im Fal­le des Erkrank­ten aus Heins­berg ist die Ehe­frau eben­falls krank. Sie arbei­tet als Erzie­he­rin in einer Kita und ihre zwei Kin­der besu­chen öffent­li­che Schu­len. Bei­de Ein­rich­tun­gen wur­den daher vor­sorg­lich geschlos­sen.

Wie erfährt die Stadt, ob Bür­ge­rIn­nen am Coro­na-Virus erkrankt sind? Vie­le Men­schen gehen wegen Hus­ten, Schnup­fen und Fie­ber nicht gleich zum Arzt. “Die Pati­en­tIn­nen müs­sen den Schritt über die pri­mär Ver­sor­gung machen.”, erklärt Wies­mül­ler. Mit den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten und den Kli­ni­ken steht das Gesund­heits­amt in engem Kon­takt. Bei Lun­gen­sym­pto­ma­tik wie Hus­ten mit Fie­ber soll­te bes­ser ein Arzt auf­ge­sucht wer­den.

Wei­te­re Ver­hal­tens­hin­wei­se bei Ver­dacht auf eine Coro­na-Infek­ti­on gibt es auf der Sei­te der Stadt Köln (Aus­zü­ge sie­he unten) oder über die Hot­line des Gesund­heits­amt unter 0221–221-33500.


Was ist das Coronavirus?

Coro­na­vi­ren ver­ur­sa­chen in Men­schen ver­schie­de­ne Krank­hei­ten, von gewöhn­li­chen Erkäl­tun­gen bis hin zu gefähr­li­chen oder sogar poten­zi­ell töd­lich ver­lau­fen­den Krank­hei­ten. Der Virus ver­ur­sacht Atem­wegs­be­schwer­den, vor­ran­gig Hus­ten. In den meis­ten Fäl­len wird auch Fie­ber beschrie­ben. Häu­fig trat bei den dia­gnos­ti­zier­ten Fäl­len eine Lun­gen­ent­zün­dung auf. Die Anste­ckung erfolgt über Tröpf­chen- und Schmier­in­fek­ti­on wie hus­ten, nie­sen, spre­chen und über Hand­kon­takt. Der­zeit wird davon aus­ge­gan­gen, dass ers­te Sym­pto­me inner­halb von 2 bis 14 Tagen auf­tre­ten.

Es gibt kein Medi­ka­ment und kei­nen Impf­stoff gegen den neu­ar­ti­gen Virus. Son­dern es kön­nen ledig­lich die Sym­pto­me (wie Hus­ten und Fie­ber) behan­delt wer­den.

Wie verhalte ich mich im Verdachtsfall?

Wenn Sie an Fie­ber, Hus­ten oder Atem­not lei­den, ver­mei­den Sie engen Kon­takt zu ande­ren Men­schen. Tra­gen Sie einen Mund­schutz und waschen Sie sich häu­fig die Hän­de. Suchen sie nach tele­fo­ni­scher Ankün­di­gung einen Arzt bezie­hungs­wei­se die Ärzt­li­che Not­auf­nah­me eines Kran­ken­hau­ses auf, um sich unter­su­chen zu las­sen.

Wie gefährlich ist das neuartige Corona-Virus?

Das Virus kann sowohl leich­te, grip­pe­ähn­li­che Sym­pto­me ver­ur­sa­chen, als auch zu scher­wie­gen­den Erkran­kun­gen füh­ren. Per­so­nen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen haben ein höhe­res Risi­ko für einen schwe­ren Ver­lauf. Beson­ders betrifft dies Per­so­nen mit Blut­hoch­druck, Dia­be­tes, Erkran­kun­gen der Leber und ande­ren chro­ni­schen Atem­wegs­er­kran­kun­gen.


Unser Bei­trags­bild zeigt die Pres­se­kon­fe­renz vom 26.2.20 der Stadt Köln anläss­lich des ers­ten Coro­na-Fal­les in NRW

Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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