Dürre in Köln

Droht 2019 eine neue Dür­re? Hof­fent­lich nicht! 2018 setz­te unse­rem Wald schon genug zu, wie ein Bericht nun auf­zeigt.

Dürre in Köln

In den letz­ten Tagen wur­de viel über ein dro­hen­des erneu­tes Dür­re-Jahr in Deutsch­land berich­tet. Neben der Land­wirt­schaft gerät ver­stärkt auch der Wald in den Fokus. Denn Kli­ma­wan­del und damit ein­her­ge­hen­de zuneh­men­de Tro­cken­heit machen unse­ren Bäu­men stark zu schaf­fen.
Die Dür­re im ver­gan­ge­nen Jahr ist auch in Köln noch in guter (bzw. schlech­ter) Erin­ne­rung, ver­brann­te Wie­sen in einst grü­nen Parks, und Bäu­me die ihr Laub viel zu früh abwar­fen.
Nun liegt dem Umwelt­aus­schuss ein Bericht über die Schä­den durch Sturm und Tro­cken­heit für Bäu­me und den Wald vor. Unse­re Bäu­me lei­den nicht nur unter Was­ser­man­gel, sie wer­den durch die­sen vor allem anfäl­li­ger für Krank­hei­ten. So lei­den zum Bei­spiel Buchen unter einer „Kom­plex­krank­heit“, die sie so stark schä­digt, dass aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit gan­ze Bäu­me gefällt wer­den müs­sen. Und in den Wäl­dern Kölns gefähr­det der Bor­ken­kä­fer immer mas­si­ver die Fich­ten­be­stän­de.

Was tun? Ein­zel­ne Stra­ßen­bäu­me kann man viel­leicht (wie aktu­ell in Ber­lin) noch wäs­sern, aber den gan­zen Stadt­wald? In Zukunft wer­den wohl neue Baum­sor­ten gesetzt wer­den. Bäu­me wie Els­bee­re, Küs­ten­tan­ne und Feld­ahorn sol­len mit dem Kli­ma­wan­del bes­ser zurecht kom­men. Um dies genau­er zu unter­su­chen wur­de in Köln 2010 ein Wald­la­bor ein­ge­rich­tet. In einem Kli­ma- und einem Wan­del­wald wur­den ver­schie­de­ne Bäu­me gepflanzt, ihr bis­he­ri­ges Wachs­tum soll 2019 nun genau­er unter­sucht wer­den.
Nähe­re Infor­ma­tio­nen fin­det Ihr in dem hier bespro­che­nen Bericht.

Eine wich­ti­ge Anmer­kung zum Schluß: Im Bericht wird von not­wen­di­gen Anpas­sun­gen an den Kli­ma­wan­del gespro­chen. Dies ent­bin­det uns selbst­ver­ständ­lich nicht von der Pflicht, alles dafür zu tun eine wei­te­re men­schen­ge­mach­te Erd­er­wär­mung zu ver­hin­dern, oder zumin­dest zu begren­zen!


Unser Bei­trags­bild haben wir dem Bericht ent­nom­men.

Der Bericht des Amtes für Land­schafts­pfle­ge und Grün­flä­chen


Dür­ren gab es in Köln natür­lich auch in der Ver­gan­gen­heit. Ein beson­ders dras­ti­scher Bericht aus dem (euro­päi­schen) Kata­stro­phen­jahr 1540:

„A. 1540 ist ein ube­r­aus hit­zi­ger Somer gewe­sen, als in mani­cher zit nehe fehort ader gese­hen war. Das Grass ver­dor­ret allent­hal­ben, das vil beis­ten stor­ben, die Stein schi­nen den leu­ten uff der gas­sen under ozgen, als weren sei fol feurs, die leu­te zer­ri­ben die ange­sich­te, das sei wie uis­set­zi­ge sahen, die put­zen wor­den gemein­lch dru­gen, alle was­ser wur­den klein, das die Nach­parn vur dem Bran­de eig­ne wacht anstal­ten, der Rhein wart so klein, das einer bei Mul­hem under Coln dardurch reit. […] Es hat auch diss jar van pins­ten bis in den Augst nit gere­gent. Und dis­se hit­zi­ge zit hat nit wenig gehol­fen zu der sterb­den, dan die gas­sen ston­ken van dem uis­ge­schot­ten unflat uis den spoil­stei­nen und andes­wa­he.“

Höhl­baum, K. (1886); Das Buch Weins­berg. Köl­ner Denk­wür­dig­kei­ten aus dem 16.Jahrhundert. Ers­ter Band.- Leip­zig. Publi­ka­tio­nen der Gesell­schaft für Rhei­ni­sche Geschichts­kun­de III.

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten.

2 Gedanken zu „Dürre in Köln“

  1. Guten Tag Thor, ist es mög­lich die Städ­te dazu zu bewe­gen jetzt schon Gesetz­te zu ver­ab­schie­den, wo die pri­va­te und indus­tri­el­le Was­ser­nut­zung auf ein Mini­mum redu­ziert wird? Vor­beu­gen ist bes­ser als hei­len.
    Dan­ke
    San­dra Seran­to­ni

    1. Hal­lo San­dra,
      in dem Bericht fin­det sich lei­der nichts zum Grund­was­ser­stand. Das wer­den wir aber nach­fra­gen. Auch wer pri­va­te oder indus­tri­el­le Was­ser­nut­zung ein­schrän­ken kann müs­sen wir erst sel­ber fra­gen. Machen wir aber, und wer­den Dir hier ant­wor­ten.
      Schö­ne Grü­ße, Thor

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