Ein Migrationsmuseum für Köln

War­um flie­ßen sechs Mil­lio­nen Euro Bun­des­mit­tel für ein Migra­ti­ons­mu­se­um nach Bre­mer­ha­ven und nicht nach Köln? Wir fra­gen bei der Stadt Köln nach.

Der Köl­ner Ver­ein DOMiD e.V. hat sich 1990 gegrün­det, mit dem Ziel Doku­men­te und Objek­te zur Migra­ti­ons­ge­schich­te zu sam­meln, die­se Geschich­te zu erfor­schen und die­se schließ­lich auch in einem eige­nen Muse­um zu prä­sen­tie­ren. Schirm­her­rin Pro­fes­so­rin Rita Süss­muth schreibt in einer Bro­schü­re zur Idee des Muse­ums: “Es geht um einen Ort, an dem Deutsch­land sich als Ein­wan­de­rungs­land ent­de­cken und ver­ste­hen ler­nen kann.”
Doch obwohl seit über 25 Jah­ren aktiv, pro­mi­nen­te Unterstützer*innen, und Ver­an­stal­tun­gen bis hin ins Bun­des­kanz­le­ri­n­amt, ent­schied der Haus­halts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges am 10.11.2016 sechs Mil­lio­nen Euro För­der­mit­tel zur Erfor­schung der Migra­ti­ons­ge­schich­te an das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus nach Bre­mer­ha­ven zu ver­ge­ben – und nicht nach Köln.
DOMiD zeig­te sich in einer Pres­se­mit­tei­lung Mit­te Novem­ber ent­täuscht aber nicht ent­mu­tigt von die­ser Ent­schei­dung. An den Plä­nen für ein Muse­um in Köln hält man fest, eine ers­te Mach­bar­keits­stu­die gibt es auch, und Gesprä­che mit der Pres­se fruch­te­ten eben­falls.
Unse­re Rats­grup­pe GUT unter­stützt die Plä­ne für ein Köl­ner Migra­ti­ons­mu­se­um. So sehr wir den Bre­mer­ha­ve­nern die För­der­mit­tel gön­nen, die Chan­cen für eine Rea­li­sie­rung in Köln hat die­se Ent­schei­dung nicht geför­dert.
Die Fra­ge war­um die Ent­schei­dung für Bre­mer­ha­ven und nicht für Köln fiel, haben wir in Form einer schrift­li­chen Anfra­ge an die Ver­wal­tung wei­ter­ge­reicht. Wir wol­len aber auch wis­sen, wel­che Mög­lich­kei­ten die Stadt Köln für eine Rea­li­sie­rung des Muse­ums sieht.
Die­se Anfra­ge steht auf der Tages­ord­nung des Kul­tur­aus­schus­ses am 31.1.2017, über die Ant­wort der Stadt wer­den wir auf unse­rer Web­sei­te berich­ten.

Klei­nes update vom 6.3.2017: Noch ist unse­re Anfra­ge nicht beant­wor­tet, aber ein Leser hat uns auf die­sen inter­es­san­ten Arti­kel hin­ge­wie­sen: der Frei­tag

P.S.: Die abge­bil­de­te Brü­cke ist nur eine von meh­re­ren Ide­en die DOMiD in den Ring gewor­fen hat, mehr zum Kon­zept fin­det sich in der Bro­schü­re zum Muse­um von DOMiD (pdf, 9 MB)


Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

Unse­re Anfra­ge
Web­sei­te von DOMiD
Pres­se­mit­tei­lung von DOMiD zur Ver­ga­be der Bun­des­mit­tel
Bro­schü­re zum Muse­um von DOMiD (pdf, 9 MB)
Die Pres­se­mit­tei­lung des Bre­mer Senats
Arti­kel vom 25.1.17 im Köl­ner Stadt-Anzei­ger
Arti­kel in der Zeit­schrift der Frei­tag


Unse­re Anfra­ge im Wort­laut doku­men­tiert:

Migra­ti­ons­mu­se­um für Köln

Sehr geehr­te Frau Dr. Bür­ger­meis­ter,
sehr geehr­te Frau Ober­bür­ger­meis­te­rin,

unse­re Rats­grup­pe GUT bit­tet Sie, fol­gen­de Anfra­ge in die Tages­ord­nung des Aus­schus­ses Kunst und Kul­tur am 31.01.2017 auf­zu­neh­men. Der Ver­ein DOMiD e.V. doku­men­tiert seit 1990 die Geschich­te der Migra­ti­ons­kul­tur, und hat in die­ser Zeit eine ein­zig­ar­ti­ge Samm­lung von rund 100.000 Objek­ten zusam­men­ge­tra­gen. Dar­über hin­aus erforscht DOMiD Migra­ti­ons­ge­schich­te und prä­sen­tiert bereits heu­te Aus­stel­lun­gen zum The­ma. Ein Ver­eins­ziel ist es, die­se wich­ti­ge Arbeit in einem eige­nen Muse­um am Stand­ort Köln zu prä­sen­tie­ren. Die­ses Ziel unter­stüt­zen, unter ande­ren, zahl­rei­che Per­sön­lich­kei­ten aus Kul­tur, Poli­tik und Wis­sen­schaft, an die­ser Stel­le sei hier nur die Schirm­her­rin Frau Pro­fes­so­rin Rita Süss­muth erwähnt. Die Ent­schei­dung des Haus­halts­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 10.11.2016 För­der­mit­tel in Höhe von 6 Mil­lio­nen Euro an das Deut­sche Aus­wan­der­er­haus nach Bre­mer­ha­ven zu ver­ge­ben, stieß bei DOMiD ver­ständ­li­cher­wei­se auf Ver­wun­de­rung.

Unse­re Rats­grup­pe GUT will die Plä­ne für ein Köl­ner Muse­um zur Migra­ti­ons­ge­schich­te von DOMiD wei­ter unter­stüt­zen, und möch­te die Ver­wal­tung daher fra­gen, wel­che Per­spek­ti­ven sie für ein sol­ches Muse­um in Köln sieht. Und war­um die Unter­stüt­zung durch die Bun­des­ebe­ne an Köln vor­bei­zu­ge­hen scheint.

Unse­re Fra­gen:

1. Wel­che Anstren­gun­gen unter­nahm die Stadt Köln vor der Ent­schei­dung die Bun­des­zu­schüs­se nach Bre­mer­ha­ven zu geben, die­se Zuschüs­se nach Köln zu holen?
2. Wur­de die Stadt Köln in die Ent­schei­dung über die Ver­ga­be der Bun­des­mit­tel ein­ge­bun­den, wur­de sie über die Ent­schei­dung infor­miert, wie erhielt sie die Infor­ma­ti­on?
3. Frau Reker äußer­te sich gegen­über der Pres­se posi­tiv über ein Köl­ner Migra­ti­ons­mu­se­um. Wie kann die Unter­stüt­zung der Stadt Köln für die­ses Pro­jekt in Zukunft aus­se­hen?
4. Wel­che Chan­cen sieht die Stadt Köln Landes‑, Bun­des- oder EU-Mit­tel für ein Köl­ner Migra­ti­ons­mu­se­um ein­zu­wer­ben, wel­che Bemü­hun­gen unter­nimmt sie in die­ser Rich­tung?
Bit­te geben Sie Ihre Ant­wort als Mit­tei­lung in den Aus­schuss Kunst und Kul­tur, sowie den Inte­gra­ti­ons­rat, damit die­se das The­ma bei Bedarf dis­ku­tie­ren kön­nen.

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten. Am 13. September 2020 kandidiert Thor zur Oberbürgermeister*in-Wahl in Köln.

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