Erntehelfer*innen gesucht

In den nächs­ten Wochen wer­den zahl­rei­che Land­wirt­schafts­be­trie­be durch die Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie nicht in gewohn­ter Anzahl auf die Unter­stüt­zung von Saisonmitarbeiter*innen aus dem Aus­land zurück­grei­fen kön­nen.

Erntehelfer

Die Betrie­be ste­hen vor der gro­ßen Her­aus­for­de­rung, ihre Ern­te den­noch ein­zu­brin­gen oder Pflanz­ar­bei­ten aus­zu­füh­ren. Mit­hil­fe von digi­ta­len Platt­for­men wur­de der Ver­such gestar­tet, Erntehelfer*innen zu fin­den. Dies stößt auf gro­ße Reso­nanz, bis zum 30. März haben sich bereits 36.590 Frei­wil­li­ge regis­triert.

Auch in unse­rer Regi­on haben sich vie­le Bürger*innen gemel­det, um auf den Fel­dern zu hel­fen. Auf unse­re Nach­fra­ge beim Pro­vin­zi­al­ver­band Rhei­ni­scher Obst- und Gemü­se­bau­er e.V. freut man sich über die­se Zah­len. Auf­fal­lend sei, dass beson­ders vie­le Bewer­bun­gen aus Groß­städ­ten vor­lä­gen. Aller­dings kön­ne der Trans­port zur Arbeits­stel­le auf den Höfen hier zum Knack­punkt wer­den. Die meis­ten land­wirt­schaft­li­chen Betrie­be lägen eher außer­halb der Ort­schaf­ten und damit auch außer­halb der Anbin­dung an ein ÖPNV-Netz. Dies müs­se berück­sich­tigt und eine alter­na­ti­ve Trans­port­mög­lich­keit gefun­den wer­den.

Ins­ge­samt sind die Erfah­rungs­be­rich­te der Landwirt*innen, die dem Ver­band rück­ge­mel­det wer­den, gemischt. Eini­ge berich­te­ten, dass die frei­wil­li­gen Helfer*innen zum Teil schnell an kör­per­li­che Belas­tungs­gren­zen stie­ßen und die Arbeit auf dem Feld vor­zei­tig been­den müss­ten. Bei ande­ren Betrie­ben lie­fe der Umstieg von lang­jäh­rig beschäf­tig­ten Sai­son­kräf­ten auf Frei­wil­li­ge nahe­zu rei­bungs­los. Die Feld­ar­beit kön­ne ver­rich­tet wer­den, ohne nen­nens­wer­te Qua­li­täts­ein­bu­ßen. Je nach Gemü­se­sor­te ist der Ein­stieg für Hilfs­kräf­te, die über kei­ne land­wirt­schaft­li­che Erfah­rung ver­fü­gen, anspruchs­vol­ler, wie zum Bei­spiel bei der Spar­gel­ern­te. Die Stan­gen wach­sen in Erd­wäl­len her­an und wer­den mit einem soge­nann­ten Stech­mes­ser geern­tet, was etwas Übung erfor­dert.

Dass sich so vie­le Men­schen auf den Ern­te­hil­fe-Platt­for­men regis­triert haben, hängt auch damit zusam­men, dass zur­zeit unter ande­rem Uni­ver­si­tä­ten, Gas­tro­no­mie­be­trie­be und Schu­len geschlos­sen sind. Wie sich die Lage ent­wi­ckeln wird, wenn die­se wie­der öff­nen, ist unge­wiss.

Ob die der­zei­ti­ge Situa­ti­on auch bei soli­da­risch geführ­ten Land­wirt­schaf­ten zu Eng­päs­sen bei  Helfer*innen führt, haben wir Tan­ja Schlo­te von “Bür­ger machen Land­wirt­schaft” gefragt. Sie hat das Pro­jekt gemein­sam mit Land­wirt Rein­hard Kamp ins Leben geru­fen, der den Hell­me­se Hof in Stom­meln seit 1991 nach den bio­dy­na­mi­schen Richt­li­ni­en des Deme­ter Ver­ban­des bewirt­schaf­tet.

Von den 125 zu ver­ge­be­nen Ern­te­tei­len sind noch 15 frei. Und die Nach­fra­ge ist hoch. Die Mit­glie­der kön­nen sich aktiv bei anfal­len­den Auf­ga­ben betei­li­gen, müs­sen es aber nicht. Den­noch fin­den sich genü­gend Helfer*innen in der eige­nen Mit­glie­der­schaft, sodass die Gemein­schaft zur­zeit nicht auf exter­ne Hil­fe ange­wie­sen ist.

Fri­sches Obst und Gemü­se aus der Regi­on auf Wochen­märk­ten

Wochenmarkt während der Pandemie.
Wochen­markt wäh­rend der Pan­de­mie.

Eini­ge Gemü­se- und Obst­sor­ten aus der Regi­on wer­den auch auf den Köl­ner Wochen­märk­ten  und Öko­märk­ten ange­bo­ten, die auch in Coro­na-Zei­ten, unter Ein­hal­tung der ent­spre­chen­den Sicher­heits­maß­nah­men, wei­ter­hin statt­fin­den.


Wei­ter­füh­ren­de Links:

www.demeter.de/erntehilfe

wir-haben-es-satt


Aktu­el­le Ergän­zung: Ernte-Helfer*innen dür­fen nun doch wie­der in begrenz­ter Zahl ein­rei­sen, unter stren­gen Auf­la­gen. Ein Bericht der Tages­schau zum The­ma.

Autor: Aline Damaske

Aline Damaske arbeitet als Referentin für unsere Ratsgruppe GUT

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.