In Arbeit: Aufarbeitung Messe-Skandal

Der­zeit arbei­tet Prof. Peter Gra­eff mit einem Team den Köl­ner Mes­se-Skan­dal wis­sen­schaft­lich auf.

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Am 7. Okto­ber 2010 wur­de Gabrie­le C. Klug durch den Rat zur Köl­ner Käm­me­rin gewählt. In den Tagen vor der Wahl sprach Frau Klug auch mit unse­rem Rats­mit­glied Thor Zim­mer­mann. In die­sem Gespräch brach­te Thor die Idee ein, den Mes­se-Skan­dal im Auf­trag Stadt extern wis­sen­schaft­lich auf­ar­bei­ten zu las­sen. Frau Klug (auch Vor­stands­mit­glied Trans­pa­ren­cy Inter­na­tio­nal) zeig­te sich auf­ge­schlos­sen, wies aber auf einen noch zu fin­den­den rich­ti­gen Zeit­punkt hin, um solch eine Idee auch poli­tisch durch­zu­set­zen. 2016 kam die­ser Zeit­punkt, der Rat beschloss die Auf­ar­bei­tung, 2017 wur­de der Auf­trag (nach Aus­schrei­bung) dann an Prof. Peter Gra­eff (Uni Kiel) ver­ge­ben.
Skan­da­le wer­den im Bund oder Land auch durch Unter­su­chungs­aus­schüs­se auf­ge­klärt, ein sol­ches Instru­ment hat eine Kom­mu­ne nicht. Das Köln nun die­sen Weg ging (um fest­zu­stel­len was auch in den eige­nen Rei­hen schief lief) ist bun­des­weit sehr rar – wenn nicht ein Novum. Die Lokal­pres­se zeig­te sich mehr­heit­lich über­ra­schen­der­wei­se eher des­in­ter­es­siert, bis ver­schnupft: “Was soll da noch raus­kom­men? Wir haben doch schon so gut es geht alles auf­ge­klärt!?”.
Die Idee hin­ter der wis­sen­schaft­li­chen Auf­ar­bei­tung ist natür­lich nicht in Kon­kur­renz zur Pres­se zu tre­ten, im Gegen­teil Pro­fes­sor Gra­eff kün­dig­te an, auch die Zusam­men­ar­beit mit Jour­na­lis­ten zu suchen. Zie­le sind unter ande­rem gewon­ne­ne Erkennt­nis­se in einer Unter­su­chung zusam­men­zu­stel­len (bis­lang exis­tie­ren nur ver­streu­te Berich­te), und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Ver­wal­tung und Poli­tik zu ent­wi­ckeln wie sol­che Skan­da­le zukünf­tig zu ver­mei­den sind.
Mit Pro­fes­sor Gra­eff ist nun ein bun­des­weit aner­kann­ter Kor­rup­ti­ons­for­scher gewon­nen wor­den. Gra­effs Bericht wird in weni­gen Mona­ten erwar­tet, drei kur­ze Zwi­schen­be­rich­te zum Sta­tus gibt es schon. Im Bericht vom Juli 2018 heißt es zu den geführ­ten Inter­views: „Des Wei­te­ren arbei­tet das Team dar­an, die Ergeb­nis­se der Inter­views mit Betei­lig­ten an den Vor­kom­mis­sen in das Gesamt­bild ein­zu­ar­bei­ten. Bis­he­ri­ge Inter­view­er­geb­nis­se ver­voll­stän­di­gen zwar das Bild, zei­gen aber auch diver­gen­te Inter­pre­ta­ti­ons­rich­tun­gen auf. Von Sei­ten der Stadt­spar­kas­se Köln feh­len bis­her noch Inter­view­part­ner. Die­se sol­len aber noch in der Zeit die­ses Mei­len­steins gewon­nen und befragt wer­den.“
Viel­leicht hat Ex-Spar­kas­sen­chef Schrö­der nun (nach Pro­zess-Ende) Zeit für ein Inter­view – auf frei­em Fuß bleibt er ja*.
Käm­me­rin Klug schei­det gegen Ende des Jah­res aus ihrem Amt – für ihre Arbeit und Unter­stüt­zung dan­ken wir ihr von Her­zen.


* In einem Pro­zess wur­de Schrö­der am 14. Juni 2018 zu zwei Jah­ren Haft auf Bewäh­rung und Esch zu einer Geld­bu­ße von 410.000 € ver­ur­teilt. (Sie­he auch Stadt­Re­vue)


Die drei Sta­tus­be­rich­te als ein pdf zum down­load


Wir berich­te­ten bereits, älte­re Berich­te fin­det ihr unter dem tag Mes­se

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten. Am 13. September 2020 kandidiert Thor zur Oberbürgermeister*in-Wahl in Köln.

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