Lastenräder – Perspektiven

Die För­de­rung der Stadt von Las­ten­rä­dern soll nur ein Anfang sein, wir haben uns Gedan­ken gemacht wie es wei­ter­ge­hen könn­te.

lastenräder

Die von uns initi­ier­te För­de­rung von Las­ten­rä­dern erweist sich als vol­ler Erfolg. Zunächst erkann­te auch die Ver­wal­tung das enor­me Inter­es­se und Poten­ti­al an emis­si­ons­frei­er (Las­ten-) Mobi­li­tät, und erhöh­te die För­der­sum­me von 200.000 € auf “unli­mi­tiert”, dass heißt jede/r der bis zum 30. Juni 2019 einen för­der­fä­hi­gen Antrag stellt, soll­te auch mit bis zu maxi­mal 3000 € För­de­rung rech­nen kön­nen. Nun wird es der Ver­wal­tung auf­grund wei­ter­hin hoher Antrags­zah­len wohl doch etwas mul­mig, das För­der­vo­lu­men soll nun for­mal auf 1.100.000 € erhöht – damit aber eben auch begrenzt wer­den.

Wie dem auch sei, die bis­he­ri­ge För­de­rung ist eine Erfolgs­ge­schich­te und stieß auf viel posi­ti­ve Reso­nanz. Doch damit wol­len wir uns nicht zufrie­den geben, in einer Anfra­ge an die Ver­wal­tung beschäf­ti­gen wir uns mit wei­te­ren Per­spek­ti­ven. Dazu gehört die Fra­ge wie siche­re Stell­plät­ze für Las­ten­rä­der geschaf­fen wer­den kön­nen, aber auch wie die­se eigent­lich in Lade­zo­nen vor Geschäf­ten behan­delt wer­den: Ver­gleich­bar mit einem Auto in einer aus­ge­wie­se­nen Lade­zo­ne, oder eher als Fahr­rad auf dem Geh­weg?

Lastenräder
Auch in Köln wür­de es sich anbie­ten PKW-Stell­plät­ze in sol­che für Las­ten­rä­der zu wan­deln, mit Siche­rungs­mög­lich­kei­ten (sie­he Titel­bild).
Bild (und Dank an): VCÖ – https://www.vcoe.at/publikationen/infografiken/gehen-radfahren-oeffentlicher-raum

Fer­ner inter­es­siert uns auch die Fra­gen wie und ob es mit der För­de­rung in den nächs­ten Jah­ren wei­ter­geht. War dies ein ein­ma­li­ges Pro­jekt, oder wird die För­de­rung auf pri­va­te Per­so­nen (etwa Fami­li­en mit gerin­gen Ein­kom­men) aus­ge­dehnt?

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Gera­de Fami­li­en mit gerin­ge­rem Ein­kom­men könn­ten sich (mit För­de­rung) eher ein Las­ten­rad denn ein E‑Auto leis­ten.
Bild (und Dank an): VCÖ – https://www.vcoe.at/publikationen/infografiken/gehen-radfahren-oeffentlicher-raum

Mehr dazu in unse­rer offi­zi­el­len Anfra­ge im Ver­kehrs­aus­schuss – die noch aus­ste­hen­de Ant­wort wer­den wir natür­lich eben­falls auf unse­rer Web­sei­te ver­öf­fent­li­chen.


Sehr geehr­te Frau Ober­bür­ger­meis­te­rin,
sehr geehr­ter Herr Aus­schuss­vor­sit­zen­der,

unse­re Rats­grup­pe GUT bit­tet Sie fol­gen­de Anfra­ge auf die Tages­ord­nung der Sit­zung des Ver­kehrs­aus­schus­ses am 18. Juni 2019 zu set­zen:

Die städ­ti­sche Las­ten­rad­för­de­rung erfreut sich einer sehr hohen Nach­fra­ge. Seit Beginn der För­de­rung wur­de das Bud­get inner­halb weni­ger Mona­te von 200.000 Euro auf über eine Mil­li­on Euro auf­ge­stockt. Bis zum Stich­tag 23. Mai lie­gen bereits über 400 Anträ­ge vor wie die Ver­wal­tung in ihrer Beschluss­vor­la­ge zur Auf­sto­ckung der För­der­gel­der (1821/2019) mit­teilt.

Bis­lang waren ein­zel­ne Pri­vat­per­so­nen von der För­de­rung aus­ge­schlos­sen. Im Sin­ne der Gewähr­leis­tung einer emis­si­ons­frei­en Mobi­li­tät für alle Kölner*innen, erscheint uns die För­de­rung von Las­ten­rä­dern, etwa für Fami­li­en mit gerin­ge­rem Ein­kom­men für sinn­voll, da die­se sich nur schwer ein E‑Auto leis­ten kön­nen.

Mit der wach­sen­den Akzep­tanz von Las­ten­rä­dern als voll­wer­ti­ges Car­go-Vehi­kel inner­halb der Stadt for­ciert sich auch die Fra­ge nach geeig­ne­ten Abstell­plät­zen im Öffent­li­chen Raum. Lei­der kam es auch in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit zu Vor­fäl­len, wo Las­ten­rä­der, die sich zum Be- und Ent­la­den in eine aus­ge­wie­se­ne Lade­zo­ne gestellt hat­ten, vom Ord­nungs­dienst der Stadt auf den Bür­ger­steig ver­wie­sen wur­den – dies, nach unse­rem Kennt­nis­stand, fern jeder recht­li­chen Grund­la­ge.

Vor die­sem Hin­ter­grund bit­ten wir die Ver­wal­tung um die Beant­wor­tung fol­gen­der Fra­gen:

  1. Wird die Ver­wal­tung die Las­ten­rad­för­de­rung in den kom­men­den Jah­ren ver­ste­ti­gen, und dies auch selbst im Haus­halt so dar­stel­len?
  2. Wie steht die Ver­wal­tung zur Idee die Las­ten­rad­för­de­rung auch für Pri­vat­per­so­nen (etwa Fami­li­en mit gerin­gem Ein­kom­men) im Sin­ne einer sozi­al gestal­te­ten Mobi­li­täts­ga­ran­tie zu öff­nen?
  3. Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht die Ver­wal­tung eige­ne Las­ten­rad-Stell­plät­ze aus­zu­wei­sen (sowohl in Ein­kaufs­stra­ßen wie auch in Wohn­ge­bie­ten), wel­che tech­ni­sche Lösung wür­de die Ver­wal­tung hier bevor­zu­gen?
  4. Wie sorgt die Ver­wal­tung für ein aus­rei­chend geschul­tes Per­so­nal im Ord­nungs­dienst zu den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen des (Las­ten-) Fahr­rad­par­kens im Öffent­li­chen Raum?
  5. Wird die Las­ten­rad­för­de­rung auch hin­sicht­lich der Effek­te auf Luft­rein­hal­tung und Reduk­ti­on der CO2-Emis­sio­nen eva­lu­iert?

Mit Dank für die Ant­wort
gez. Tobi­as Scholz


  • Infor­ma­tio­nen zur Köl­ner Las­ten­rad­för­de­rung bei der Stadt Köln
  • Unse­re bis­he­ri­gen Arti­kel zum The­ma
  • Arti­kel zum The­ma bei cargobike.jetzt
  • Bei­trags­bild (und Dank an): Mika­el Col­vil­le-Ander­sen – Quel­le: https://www.flickr.com/photos/16nine/12694273153

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten. Am 13. September 2020 kandidiert Thor zur Oberbürgermeister*in-Wahl in Köln.

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