Lückenlose Radverkehrsinfrastruktur in Köln, NRW und Deutschland

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Wer regel­mä­ßig mit dem Rad unter­wegs ist, kennt den Zustand und die unter­schied­li­che Qua­li­tät und Quan­ti­tät der Infra­struk­tur für den flie­ßen­den Rad­ver­kehr. Aber was muss sich ändern? In unse­ren Veede­ln, in Köln, in NRW, aber auch in ganz Deutsch­land?

Auf der Grund­la­ge des Ergeb­nis­pa­piers Infra­struk­tur flie­ßend im Rah­men des Dia­log­fo­rums Natio­na­ler Rad­ver­kehrs­plan 3.0 ist für Köln beson­ders inter­es­sant:

Folgende Ziele halte ich für Köln als besonders wichtig:

  • Eine flä­chen­de­cken­de Infra­struk­tur: Eine durch­gän­gi­ge, siche­re und ver­ständ­li­che Infra­struk­tur­ge­stal­tung ist Grund­vor­aus­set­zung für eine ver­stärk­te Fahr­rad­nut­zung
  • das Poten­zi­al von Rad­ver­kehr nut­zen: Durch eine leis­tungs­fä­hi­ge und siche­re Rad­ver­kehrs­in­fra­struk­tur kann der Auto­ver­kehr redu­ziert und der ver­füg­ba­re Raum effi­zi­en­ter genutzt wer­den. Davon pro­fi­tie­ren alle
    Ver­kehrs­teil­neh­men­den.
  • Infra­struk­tur als Ein­la­dung: Alle Nut­zer­grup­pen müs­sen sich glei­cher­ma­ßen sicher füh­len und sich mit unter­schied­li­chen Geschwin­dig­kei­ten bewe­gen kön­nen. Die Fahr­rad­nut­zung durch Nut­zer­grup­pen, die bis­her auf­grund der infra­struk­tu­rel­len Gege­ben­hei­ten das Rad­fah­ren mei­den (z.B. Kin­der oder Senior*innen), soll deut­lich zuneh­men.
  • Berück­sich­ti­gung neu­er Ent­wick­lun­gen: Die Nut­zung und Ver­brei­tung spe­zi­el­ler Fahr­zeug­ty­pen erwei­tert städ­ti­sche Mobi­li­täts­an­ge­bo­te. Die dar­aus ent­ste­hen­den Anfor­de­run­gen an die Infra­struk­tur müs­sen früh­zei­tig berück­sich­tigt wer­den, um mög­li­chen Nut­zungs­kon­flik­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken.

4 Kernthemen:

Neue Planungsphilosophie: Lückenlose Netze für den Radverkehr werden zur Grundlage aller Planungsprozesse

  • Der recht­li­che Rah­men ermög­licht die Schaf­fung durch­ge­hen­der Rad­ver­kehrs­net­ze. Dazu gehört die Pla­nung von hier­ar­chi­sier­ten regio­na­len Net­zen. Auf allen Ver­wal­tungs­ebe­nen wird ein Bewusst­sein für inte­grier­te
    Ver­kehrs­pla­nung ver­an­kert.
  • Zuguns­ten eines zügi­gen Netz­aus­baus bei hohen Qua­li­täts­stan­dards wird die Fahr­rad­in­fra­struk­tur bedarfs­an­ge­passt geplant und geför­dert.

Infrastruktur als Einladung: Selbsterklärend, komfortabel und sicher

  • Fahr­rad­in­fra­struk­tur soll bun­des­weit ein ein­heit­li­ches Erschei­nungs­bild haben. Gestal­tungs­stan­dards müs­sen bei Neu- und Umbau­maß­nah­men ein­ge­hal­ten wer­den. Dabei kommt das gesam­te Spek­trum der Füh­rungs­for­men mit Fokus auf mög­lichst getrenn­te Fahr­rad­in­fra­struk­tur zum Ein­satz. Der Ein­satz der Füh­rungs­form bedarf immer einer Abwä­gung im Ein­zel­fall.
  • Man­gel­haf­te Fahr­rad­in­fra­struk­tur muss zügig umge­stal­tet und die Über­gän­ge ver­schie­de­ner Infra­struk­tur­ele­men­te ver­ein­heit­licht wer­den. Ver­än­der­te Brei­ten­an­for­de­run­gen durch gestie­ge­ne Nach­fra­ge oder spe­zi­el­le Fahr­zeug­ty­pen, wie z.B. Las­ten­rä­der, wer­den bei der Dimen­sio­nie­rung und Gestal­tung von Neu- und Umbau­maß­nah­men berück­sich­tigt. Die Sicht­bar­keit der Rou­ten­füh­rung im Rad­ver­kehr wird ver­bes­sert.
  • Nur gut gewar­te­te Rad­we­ge sind siche­re Rad­we­ge. Das Instand­hal­tungs­ma­nage­ment spielt daher für die Qua­li­tät der Infra­struk­tur eine gro­ße Rol­le und muss ent­spre­chend geför­dert und ein­ge­for­dert wer­den.

Radverkehrsführung an Hauptstraßen: Nutzungskonflikte auflösen

  • Schnel­lig­keit ist ein wich­ti­ger Grund für die Wahl des Fahr­rads als inner­städ­ti­sches Ver­kehrs­mit­tel. Zeit­ver­lus­te für den Rad­ver­kehr an Kreu­zun­gen sind daher zu mini­mie­ren, obers­te Prio­ri­tät bei der Wahl der Füh­rung an Kreu­zun­gen muss aber die objek­ti­ve Sicher­heit haben.
  • Vie­le Rad­fah­ren­de wün­schen sich vom Kfz-Ver­kehr phy­sisch getrenn­te Füh­run­gen ent­lang viel befah­re­ner Stra­ßen. Sepa­rie­run­gen im Stra­ßen­raum („geschütz­te Rad­fahr­strei­fen“) wer­den ein stan­dar­di­sier­tes Gestal­tungs­ele­ment.
  • Bei Raum­ver­hält­nis­sen, die Rad­ver­kehrs­an­la­gen nicht zulas­sen, muss inner­orts eine Höchst­ge­schwin­dig­keit ange­ord­net wer­den kön­nen, die für den Rad­ver­kehr im Misch­ver­kehr ver­träg­lich ist.

Radverkehrsführung im Nebennetz: Radinfrastruktur für alle Nutzergruppen

  • Ver­kehrs­ar­me Rou­ten für den Rad­ver­kehr wer­den gezielt erar­bei­tet und beschil­dert. Fahr­rad­stra­ßen wer­den zu die­sem Zweck selbst­ver­ständ­lich ein­ge­setzt und durch eine spe­zi­fi­sche Gestal­tung gestei­ger­ten Anfor­de­run­gen an Sicher­heit und sub­jek­ti­vem Wohl­füh­len gerecht.

Links

Zum Arti­kel Das Ziel: Rad­ver­kehr wird intel­li­gent, smart, ver­netzt

Zum Arti­kel Urba­ner Las­ten­ver­kehr wird Rad­ver­kehr

Ergeb­nis­pa­pier Infra­struk­tur flie­ßend

Autor: Marcel Hövelmann

Marcel Hövelmann ist Mitglied von GUT Köln.

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