Neusser Strasse: weniger ist mehr

Die Neusser Strasse in Nippes soll umgebaut werden. Wir schlagen sieben sinnvolle Maßnahmen vor, die die Situation zeitnah verbessern können, inklusive Quartiersparkhaus in Holzbauweise.

Die meisten von uns in Nippes dürften sie lieben, unsere Neusser mit ihrer vielschichtigen Einzelhandelsstruktur, ihren nahen Plätzen, der Gastronomie und den Kneipen.

Aber leider geht es allen Verkehrsteilnehmenden ähnlich. Sie haben schlichtweg zu wenig Platz: Fußgänger*innen, Fahrradfahrer*innen, Autofahrer*innen und Lieferverkehr. Und so wie es ist, kann es nicht bleiben, weil das gefährlich und nervtötend ist. Der Aufenthaltscharakter ist nicht gegeben, dabei sollte dies in einer Einkaufsstraße maßgeblich sein.
Laut ADFC-Statistik gehört die Neusser zu den unfallträchtigsten Straßen Kölns für Fahrradfahrer. Lieferfahrzeuge wissen sich nicht anders zu helfen, als halb auf der Straße und halb auf dem Fahrradschutzstreifen zu parken. Autofahrer*innen warten dann auf die Lücke im Gegenverkehr, Fahrradfahrer*innen beten, dass weder links (Lieferfahrzeug) noch rechts (Parkende Fahrzeuge) eine Tür aufgeht. Die zudem existierenden Schrägparkplätze sind für alle eine Zumutung, da nahezu blind rangiert wird. Für Fußgänger*innen wird es oft auf den Gehwegen zu eng und beim Weg zum Geschäft auf der anderen Straßenseite sind teilweise Sprints nötig, die an Usain Bolt erinnern.
Und wir sollten nicht vergessen, Fußgänger*innen sind wir in der Regel alle, ganz gleich welches Verkehrsmittel wir noch nutzen.

Die Neusser funktioniert aktuell für keine/n der Verkehrsteilnehmer*innen. Deshalb schlägt GUT Köln ein modernes, integriertes Konzept vor, welches die prekäre Situation kurzfristig und für alle verbessert. (Ein modernes Konzept für ganz NIPPES muss ebenfalls kommen. Da sind wir auch definitiv für Einbahnstraßenkonzepte offen. Kurzfristig ist das aber nicht realistisch).

  • Maßnahme 1:
    Schrägparkbuchten entfallen und die Fläche wird für den Lieferverkehr in Längsladezonen umgewidmet, damit Lieferfahrzeuge von der Straße runterkommen.
  • Maßnahme 2:
    Anwohner*innen- und Kund*innenparkbuchten werden drastisch reduziert. Schrägparkbuchten entfallen gänzlich.
  • Maßnahme 3:
    Ein Quartiersparkhaus wird geschaffen. Autos runter von der Straße und rein ins Veedelsparkhaus. Der Bau des Parkhauses ist an klare Bedingungen geknüpft (siehe unten).
  • Maßnahme 4:
    Die Radschutzstreifen werden beidseitig auf 1,75m verbreitert. Somit ist der Busverkehr weiterhin möglich.
  • Maßnahme 5:
    Das bereits beschlossene Tempo 30 Limit wird unverzüglich umgesetzt und kontrolliert.
  • Maßnahme 6:
    Gehwege werden dort verbreitert, wo es möglich ist (z. B an den ehemaligen Schrägparkbuchten) . Die Stadtbäume bleiben erhalten. Neue Aufenthaltsflächen sowie-, Lastenrad- und Fahrradstellflächen werden geschaffen.
  • Maßnahme 7: Lastenfahrräder (zwei- und dreirädrig), sowie Handkarren zum Verleih werden in ausreichender Menge am Quartiersparkhaus zur Verfügung gestellt.

Durch dieses integrierte Konzept wird der motorisierte Individualverkehr deutlich reduziert, Anwohner*innen und Kund*innen finden aber trotzdem Parkplätze im Quartiersparkhaus. Lastenfahrräder und Handkarren ermöglichen bequem den Transport sperriger Güter zum Auto. Fahrradunfälle werden deutlich reduziert und Fußgänger*innen kommen stressfreier über die Straße. Der verbleibende, reduzierte Autoverkehr wird flüssiger. Die Aufenthaltsqualität für Anwohner*innen und Kund*innen der Geschäfte wird gesteigert. Alle profitieren.

Unser Konzept für das Quartiersparkhaus Nippes

quartiersparkhaus
So könnte ein Quartiersparkhaus in Holzbauweise aussehen

Das Parkhaus wird auf einer städtischen Fläche errichtet, die bereits jetzt als Parkplatz dient. Das Parkhaus wird in ökologischer Holzbauweise errichtet. Diese Bauweise hat sich im Ausland bewährt und es besteht bereits ein Investoreninteresse. Zwei- und dreirädrige Lastenfahrräder werden in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt und stehen direkt am Veedelsparkhaus. Die PKW-Stellplätze unterliegen einer Quotenregelung: beginnend mit einer bestimmten Menge Anwohner- und Besucherparkplätzen für Verbrennerfahrzeuge, werden FCEV (Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge) und BEV (batterieelektrische Fahrzeuge) sukzessive mehr Stellflächen bereitgestellt. Das neue Quartiersparkhaus wird mit einer Wasserstofftankstelle und Batterieladesäuen versehen. Von Beginn an wird ein stationäres Carsharing im Parkhaus ansässig sein, deren Fahrzeuge ausschließlich FCEV und BEV sein werden. Dadurch wird es für die Anwohner immer weniger wichtig werden, einen eigenen PKW zu besitzen.

Köln muss sich mehr bewegen. Am 13. September GUT Köln wählen. GUT Köln tritt an für die Wahlbezirke, für die Bezirksvertretungen, für den Rat der Stadt Köln und für das Amt des Oberbürgermeisters.


Hier findet Ihr mehr Ideen und Informationen zu unseren Kandidat*innen in Nippes.

Autor: Horst Broich und Karina Syndicus

Horst und Karina sind Mitglieder bei GUT Köln und kandidieren für den Rat der Stadt Köln.

3 Gedanken zu „Neusser Strasse: weniger ist mehr“

  1. die Ideen sind gut. Leider aber nur für mobile Menschen. Was ist, wenn ich mit meiner Mutter zum Arzt oder in Brillen- Hörgerätegeschäfte etc. muss, sie kann nicht mehr weit laufen ist aber nicht behindert, es fehlt einfach an Kraft. Da ist der Weg vom Parkhaus nicht mehr zu schaffen.
    Alle tollen Veränderungen dienen nicht allen. Besonders Rollatorenfahrern, Kinderwagenfahrern (es passen nicht alle in den Anhänger eines Fahrrades) und den armen Lieferanten, die Privatpersonen beliefern wie DHL . Es sollte utopischer geplant werden, dass man gänzlich auf Anlieferungen verzichten kann. Wie z. B. U-Bahntunnel dazu benutzen, oder ein Zeitmanagement wer wann ein Nutzungrechte der Strasse hat. Die Unterstützung der Radnutzer ist nur für fitte.

    1. Mir gefällt das Konzept sehr gut. Den Einwand meiner Vorrednerin, Frau Funken, verstehe ich sehr gut. Er ließe sich aber zum Beispiel durch ein Kontingent an Parkplätzen für Menschen, die darauf zwingend angewiesen sind (Behinderten-Parkplätze oder Erstattung von Ticketkosten bei entsprechendem Nachweis), etwas entkräften.

    2. Behindertenparkplätze stehen im Beitrag nicht drin, die müssen aber natürlich sein. Das ist völlig klar. Auf Behindertenparkplätzen darf man kurz halten. Das Auto muss dann nur wieder weg und an geeigneter Stelle geparkt werden. In Ihrem Fall wäre auch denkbar kurz auf der Strasse zu halten, nicht auf dem Radschutzstreifen. Dies ist zulässig. Mit etwas Rücksicht und Achtsamkeit ist das hinzubekommen. Es muss nur eine Ausnahme sein und nicht die Regel.

      Ihr Thema Paketdienste / letzte Meile muss selbstverständlich insgesamt anders organisiert werden. Da haben Sie völlig recht. Diesbezüglich arbeiten wir an Konzepten.

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