polisMOBILITY – Moving Cities

Köln, die Stadt in der die Verkehrswende seit Jahren heftigst diskutiert wird bekommt eine neue Mobiltätsmesse. Klingt vielversprechend – GUT Köln war daran nicht ganz unbeteiligt.

polisMOBILITY

Köln bekommt eine neue innovative Mobilitäts-Messe. “Der Name polisMOBILITY setzt sich aus dem griechischen ‘polis’ für ‘Stadt’ und dem englischen ‘Mobility’ für ‘Mobilität’ zusammen. Gemeinsam mit dem Claim ‘Moving Cities’ macht die Wortmarke deutlich, welche Frage im Kern der neuen Veranstaltung steht: Wie wollen wir künftig in Städten leben und uns bewegen?”, so wird der Name in einer Pressemitteilung der Koelnmesse erläutert.
Doch nicht nur das Thema der Messe klingt vielversprechend, auch das Format der Messe scheint auf der Höhe der Zeit zu sein. Die Messe, die erstmals vom 18. bis 21. Mai 2022 stattfinden soll, untergliedert sich in die drei Bereiche: Exhibition, Exchange und Experience.
Exhibition: Neben der eigentlichen Ausstellung (“zukunftsweisende Lösungen anstelle einer reinen Produktschau”) steht im Bereich Exchange “Interaktion, Vernetzung und Diskussion über die Herausforderungen der Mobilitätswende im Mittelpunkt”. Spannend und Innovativ auch der dritte Bereich: Experience – hier will sich die Messe in der Stadt präsentieren. Es wird nicht weniger versprochen, als die Möglichkeit “die Zukunft urbaner Mobilität live zu erleben”.

Die Idee die Messe auch im Stadtraum zu präsentieren, war auch ein zentraler Baustein der (letztlich gescheiterten) Bewerbung Kölns um die Ausrichtung der IAA. Wir erinnern uns: Die IAA wurde jahrzehntelang in Frankfurt/M. präsentiert, und litt in den letzten Jahren stark an Imageverlust. Dazu kommen massive Proteste gegen eine Schau, die in der öffentlichen Wahrnehmung im wesentlichen auf PS-starke Verbrenner setzt. Da sich der Ausrichter (VDA, Verband der deutschen Automobilindustrie) auch mit der Stadt Frankfurt nicht einig über die Zukunft der Messe war, suchte der VDA ab Sommer 2019 einen neuen Standort. Verschiedene Städte konnten sich bewerben. Unsere Ratsgruppe GUT war erstaunt, dass unsere Oberbürgermeisterin schnell ihren Hut in den Ring warf – was sollte Köln mit solch einem Messe-Fossil?

polisMOBILITY
Logo der neuen Mobilitäts-Messe – der Name ist noch gewöhnungsbedürtig

Im Rat stellten wir daher einen Antrag auf die IAA zu verzichten, und statt dessen eine andere Mobilitätsmesse zu entwickeln. Zitat aus unserem Antrag: “Im Konzept der MobilitätsMesse sollen die Aspekte ÖPNV, Fußund Radverkehr, Wasserstoffund Elektromobilität, sowie autonomes Fahren Berücksichtigung finden.”. Da die Bewerbung um die IAA ja schon im Fluß war, und wir ebenfalls forderten eine Messe mit Verbrennungsmotoren abzulehnen (und die Gespräche mit der IAA daher abzubrechen), war klar, dass unser Antrag im Rat nur schwer eine Mehrheit finden würde. Die Idee einer neuartigen Mobilitätsmesse gefiel jedoch auch dem Rat, und so kam es zu einem gemeinsamen Ersetzungantrag. Dieser begrüßte die bereits gestarteten Bemühungen von Koelnmesse und Stadt, und schrieb zukünftige Schwerpunkte wie „Verkehrswende“, „Autonomes Fahren“, „Mobilitätsverbindungen zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern“ sowie „Innovative Wasserstoff-und Elektromobilität“ im Beschlusstext fest.

Der Zuschlag für die IAA ging im Frühjahr 2020 übrigens an München, soll sich München mit diesem Dinosaurier herumschlagen. Köln hingegen bekommt eine nagelneue innovative Mobilitätsmesse.  Wir sollten die Daumen drücken – gutes Gelingen!


Es gibt noch viel mehr Informationen und Interessantes zur neuen Messe. So wird demnächst auch eine neue Studie “Die Stadt von Morgen. Herausforderungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige urbane Mobilität” veröffentlicht. Erstellt vom Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (kurz ‘DLR’, die machen nicht nur in Raumfahrt!), einer Partnerin der polisMOBILITY.

Hier die Links:

Unsere Beitragsbilder entstammen der Bilddatenbank für die Presse der Koelnmesse. Text zum Titel-Bild:
Eröffnungs-Pressekonferenz der polisMOBILITY 2022, v.l.n.r. Prof. Dr. Meike Jipp (Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung des DLR), Henriette Reker (Oberbürgermeisterin der Stadt Köln), Katja Diehl (Moderatorin, Podcasterin, Speakerin, Beraterin, Coachin)

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und in den Ausschüssen Umwelt, Stadtentwicklung, Digitales sowie dem Hauptauschuss vertreten.

Ein Gedanke zu „polisMOBILITY – Moving Cities“

  1. Das DLR macht nicht nur Raumfahrt und Verkehr, sondern auch Rüstung und Waffen. Sie nennen das “Si­cher­heits­for­schung”.

    Und beim Verkehr geht es ihm meist auch eher um neue Produkte, statt um soziale Veränderunge, die neue Produkte überflüssing machen könnten.

    Keine moderne Stadt braucht sowas:
    https://www.dlr.de/content/de/artikel/news/2021/01/20210224_projekt-autoakzept.html

    im Gegenteil: Das macht aus vielen Gründen das Leben in den Städten immer unwirtlicher.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.