Quartiersparkhaus für Nippes

Die Neus­ser Stra­ße ist Ver­kehrs­cha­os pur. Unse­re Nip­pes-Grup­pe unter­stützt daher die Idee einer Quar­tiers­ga­ra­ge, über Par­tei­gren­zen hin­weg.

Quartiersparkhaus

Die Blech­la­wi­ne in Nip­pes steht — und das meis­tens im Weg. Nip­pes ist vie­les, kin­der­rei­ches Veedel, Ein­kaufs­s­ve­edel, grü­nes Veedel – ein Veedel für vie­le, doch die meis­ten kön­nen den Platz nicht nut­zen, denn die­ser wird blo­ckiert von den vie­len Autos die unbe­wegt Platz für sich bean­spru­chen und somit vie­le Ein­schrän­kun­gen ver­ur­sa­chen.
Gro­ßer Fak­tor des Ver­kehr­pro­blems und die Fein­staub­be­las­tun­gen sind dem Umstand geschul­det, dass man drei­mal um den Block fah­ren muss, um einen Stell­platz für sein Auto zu fin­den. Wir könn­ten Emis­sio­nen und Platz­ver­brauch lösen, indem wir Platz bie­ten und nut­zen.
Aus eige­ner Erfah­rung kann ich sagen, ein Bum­mel auf der Neus­ser­stra­ße ist oft mit Hek­tik ver­bun­den. Kei­ne Zeit ein deko­rier­tes Schau­fens­ter anzu­se­hen oder einen Plausch mit einem bekann­ten Gesicht zu hal­ten. Die Berei­che für Fußgänger*innen sind so knapp bemes­sen, dass “Ste­hen­blei­ben” mit “im Weg ste­hen” gleich gesetzt ist. Schrä­ge Park­buch­ten sor­gen für gefähr­li­che Manö­ver auf­grund der Unüber­sicht­lich­keit und neh­men zusätz­lich viel Brei­te weg, die eben von zu Fuß gehen­den Men­schen genutzt wer­den könn­te.
Der Ein­zel­han­del auf der stark fre­quen­tier­ten Neus­ser­stra­ße pro­fi­tiert schon lan­ge nicht mehr von den Park­plät­zen vor der Haus­tü­re; Lie­fer­wa­gen kön­nen oft nicht anders als Rad­weg oder Stra­ße zu blo­ckie­ren, da die für sie zuge­wie­se­nen Flä­chen von PKW’s genutzt wer­den.
Jüngst zeig­te sich auf der Gel­ler­stra­ße die Pro­ble­ma­tik, dass es für Kin­der­wä­gen, Roll­stüh­le oder ähn­li­ches qua­si kein Durch­kom­men mehr gibt.
Wir von GUT for­dern und för­dern den Fuß- und Rad­ver­kehr, aller­dings ist uns bewusst, dass wir Poli­tik machen und kei­ne Zau­ber­stä­be schwin­gen mit dem – *pling *pling – der Indi­vi­du­al­ver­kehr plötz­lich in der Hal­te­bucht links neben der Oort­sche Wol­ke ver­schwin­det – auch, wenn es schön wäre.

Neusser Straße
Auf der Neus­ser Stra­ße steht viel Blech im Weg. Der Raum könn­te bes­ser genutzt wer­den.

Somit haben wir uns exem­pla­risch für Nip­pes Gedan­ken gemacht. Her­aus­ge­kom­men ist ein Veede­ls­park­haus bau­en zu wol­len, wel­ches mit dem nor­ma­len Anwohner*innenparkausweis genutzt wer­den kann und somit ein ech­tes Ange­bot zum Par­ken außer­halb der Stra­ße bie­tet. Direkt in den Sinn kam uns die Flä­che am Nieh­ler Kirch­weg, angren­zend zum Nip­pe­ser Täl­chen auf der sich bereits jetzt ein ein­fa­cher Park­platz befin­det. Hier könn­te ein Park­haus in Leicht­bau­wei­se aus Metall mit begrün­ter Fas­sa­de ent­ste­hen und zusätz­li­chen Solar­pa­nels auf dem Dach ent­ste­hen.
Eine tol­le Idee und wie wir lei­der und erschro­cken fest­stel­len muss­ten, waren wir nicht die Ers­ten. Denn im Jahr 2017 stell­te die FDP bereits einen Prü­fungs­an­trag zu genau die­sem Park­haus an die­ser Stel­le und bekam kräf­tig Gegen­wind. Und auch auf Nach­fra­ge 2018 an die Ver­wal­tung gab es: kei­ne Ant­wort.
Klas­sisch im San­de ver­lau­fen.
Dabei ist es nur kon­se­quent, in einer Groß­stadt in die Höhe zu bau­en, anstatt in die Brei­te, man stel­le sich vor, Köln bestün­de nur aus Ein­fa­mi­li­en­häu­sern, die alle neben­ein­an­der… also genau das, was Park­plät­ze größ­ten­teils der­zeit machen.
Wir möch­ten ein Quar­tier­spark­haus bau­en und in Nip­pes vor­an­ge­hen, die Ver­kehrs­si­tua­ti­on zu ver­än­dern und das Veedel attrak­ti­ver und umwelt­freund­li­cher zu gestal­ten. Die zusätz­lich geschaf­fe­nen Park­plät­ze im Park­haus sol­len die bis­he­ri­gen Park­plät­ze an den Stra­ßen erset­zen und so mehr Raum schaf­fen für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Dies ist ein wich­ti­ger Schritt zur Ver­mei­dung von moto­ri­sier­tem Indi­vi­du­al­ver­kehr (MIV).

Wir den­ken auto­frei mit Koope­ra­ti­on und unter­stüt­zen den Vor­schlag der FDP.


Bei­trags­bild Quar­tier­spark­haus (Sym­bol­fo­to): Jür­gen Urig
Bild Neus­ser Stra­ße: Kari­na Syn­di­cus

Autor: Karina Syndicus

Unsere Spitzenkandidatin lebt selbst in Nippes, und kandidiert im Stadtbezirk auch für den Rat und die Bezirksvertretung.

10 Gedanken zu „Quartiersparkhaus für Nippes“

  1. Hal­lo,

    Ich bin neu­gie­rig ob auch an die Mög­lich­keit gedacht wur­de Garagen/Parkhäuser unter die stark fre­quen­tie­ren und bewohn­ten Stra­ßen zu bau­en (oben fahren/ unten par­ken) , wie eine Quar­tiers­ga­ra­ge unter Tage (sie­he Quar­tiers­ga­ra­ge Mün­chen).
    Könn­te in Köln eine muti­ge Ange­le­gen­heit wer­den zu gra­ben, aber ich bin neu­gie­rig zu erfah­ren ob das ein Modell für die Zukunft wäre?

    1. Tat­säch­lich fal­len mir eini­ge Stra­ßen ein, unter denen dass einen Sinn erge­ben wür­de. Aller­dings ist, wie bereits ange­merkt, gra­ben in Köln eine muti­ge Ange­le­gen­heit, die mei­ner Mei­nung nach nicht der Park­ga­ra­ge vor­ge­zo­gen wer­den soll­te, die Flä­chen nutzt, wel­che bereits ver­sie­gelt sind und Gebäu­de ent­ste­hen las­sen, die Vor­reite­pos­tio­nen ein­neh­men im zukünf­ti­gen Bau­we­sen.

  2. und die Autos vor dem Rewe und dem McDo­nalds in 2. Rei­he fah­ren dann 200m Luft­li­nie und par­ken dann beim Täl­chen?? Mehr Parkplätze=mehr Autos, Park­plät­ze abschaf­fen! Falsch par­ken sank­tio­nie­ren… Bröt­chen­tas­te abschaf­fen.… ande­re Städ­te in Euro­pa machens schon lan­ge vor. Auto­freie innen­städ­te sind über­all mög­lich nur nicht in DE…

  3. Zunächst ein­mal haben wir uns Gedan­ken gemacht über kos­ten­güns­ti­ge schnell umzu­set­zen­de Lösun­gen für bereits ver­sie­gel­te Flä­chen. Tief­bau ist weit­aus schwie­ri­ger und birgt, gera­de in Köln, immer gro­ßes Poten­ti­al für Ver­zö­ge­run­gen und Kos­ten­ex­plo­sio­nen. Im bes­ten Fall redu­ziert sich aber durch gute Poli­tik auch im Lau­fe der Zeit die Anzahl der Autos und wir benö­ti­gen nicht noch wei­te­re Park­plät­ze

  4. Viel­leicht soll­ten wir eine Gesell­schaft grün­den und anfan­gen Geld zu sam­meln. Und nicht alles der Stadt über­las­sen die sowie­so kei­ne Inter­es­se hat und wenn über­haupt 10 bis 30 Jah­re dafür braucht.

    1. … bei STADTRAUM 5 und 4 ste­hen u.a. sol­che The­men im Fokus: Es geht um das “Gute Leben” — mit Öko­lo­gie, Nach­hal­tig­keit, Suf­fi­zi­enz, Viel­falt etc. — dazu gibt es nun in Köln auch den “Mehr-als-Woh­nen-Pakt”, in dem über 20 Initia­ti­ve n, Pro­jek­te, Unter­neh­men etc. sich posi­tio­nie­ren.

    2. Es ist wirk­lich scha­de, dass Bürger*innen das Gefühl haben, die Stadt hät­te kein Inter­es­se an ihren Belan­gen. So kann ich nur wie­der und wie­der auf eine hohe Wahl­be­tei­li­gung drän­gen. Die Zusam­men­ar­beit von Poli­tik und Ver­wal­tung ist häu­fig sehr… Ich nen­ne es mal zeit­in­ten­siv. Da ist uns dar­an gele­gen das zügi­ger zu gestal­ten.

  5. Abso­lu­te Schnaps­idee. Klas­si­cher indu­ced demand, und das erst noch gleich bei einer attrak­ti­ven Nah­erho­lungs­an­la­ge. Park­plät­ze redu­zie­ren, jedes Jahr mit fixer Quo­te und Preis für Anwohner*innenparkausweis ver­zig­fa­chen. Aber was sag ich da, Köln ist halt Köln und GUT ist mehr gut gemeint als wirk­lich gut… Und dar­um lei­der unwähl­bar.

    1. Aus der attrak­ti­ven Nah­erho­lungs­an­la­ge ist das Park­haus nicht sicht­bar, da aus­rei­chend hohe Bäu­me die Aus­sicht ver­sper­ren. Wir möch­ten eine lebens­wer­te Stadt für alle bie­ten. Dazu gehö­ren eben nicht nur ein­zel­ne Inseln son­dern ein ganz­heit­li­ches Umden­ken des Ver­kehrs. Das Nip­pe­ser Täl­chen wur­de bis 2014 noch von Autos durch­fah­ren. Ein Park­haus abseits der Grün­an­la­ge hät­te wohl weit weni­ger nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen.

      1. … aber der Park – ein Magnet – ist gleich dane­ben, so dass Anrei­ze geschaf­fen wer­den, mit dem Auto zum Park zu fah­ren (schön prak­tisch für den Grill­trans­port). Dazu noch der gene­rel­le indu­ced demand, der dazu füh­ren wür­de, dass die Neus­ser Stras­se eben nicht ent­las­tet wür­de. Und wenn Sie davon spre­chen, kei­ne “Inseln” zu wol­len, dann for­dern Sie doch bit­te auch kei­ne neue Park­platz­in­sel, die mehr scha­det als nützt und nicht ein­mal der Sym­ptom­be­kämp­fung dient. Dass das die FDP nicht ver­steht, geschenkt, aber von GUT find ich das doch arg ent­täu­schend.

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