Schottergärten stoppen

In Köln zeich­net sich ein Trend in der pri­va­ten Gar­ten­ge­stal­tung ab, der kli­ma­tech­nisch eine Kata­stro­phe ist: Der Schot­ter­gar­ten. Hier wer­den Boden­flä­chen rund ums Haus — meis­tens Vor­gär­ten — mit Schot­ter, Kies oder Stei­nen ver­sie­gelt. Tote Flä­chen ent­ste­hen also, die sich im Som­mer zusätz­lich auf­hei­zen. Mit unse­rem Antrag wol­len wir die wei­te­re Ver­sieg­lung von Vor­gär­ten ver­hin­dern.

Steriler Schottergarten

Update: 04.07.2019 Unser Antrag  gegen Ver­schot­te­rung in Vor­gär­ten wur­de im Umwelt­aus­schuss sehr begrüßt. Er wur­de inhalt­lich ‚wie folgt, ersetzt und ein­stim­mig beschlos­sen:
1. Der Umwelt­aus­schuss beauf­tragt die Ver­wal­tung, zukünf­tig in Bebau­ungs-Plä­nen eine ver­pflich­ten­de Begrü­nung bei unbe­bau­ten Grund­stück­flä­chen, wie z.B. Vor­gär­ten, Innen­hö­fen etc. (= Aus­schluss von Stein­gär­ten) fest­zu­set­zen.
2. Die Ver­wal­tung wird beauf­tragt, eine Kam­pa­gne für mehr „natur­na­hes, pri­va­tes Grün“ zu ent­wi­ckeln und dem Aus­schuss vor­zu­stel­len .



Ach, wie erhol­sam ist es für Städ­ter einen eige­nen Gar­ten oder ein klei­nes Stück­chen Grün am Haus zu besit­zen. Schon der Vor­gar­ten ist eine Oase vol­ler Leben. Der Blick auf Gras, bun­te Blu­men und wuseln­de Insek­ten beru­hi­gen das gestress­te Gemüt.… Soweit die Wunsch­vor­stel­lung. Die pri­va­te Gar­ten­ge­stal­tung in Köln und vie­len ande­ren Gemein­den und Städ­ten in Deutsch­land geht jedoch seit eini­gen Jah­ren in eine ande­re Rich­tung: mit Schot­ter in allen Grau­tö­nen, Kies und Pflas­ter­stei­nen wer­den die Böden der Vor­gär­ten bedeckt. Das ist pfle­ge­leicht, spart somit Zeit bei der Gar­ten­ar­beit und sieht immer schön auf­ge­räumt aus. Die­se Flä­chen wur­den aus­ge­bag­gert, mit Beton o.ä. ver­sie­gelt und mit dem Stein­ma­te­ri­al befüllt. Hier hat kei­ne Pflan­ze, ob Unkraut oder Wild­blu­me die Chan­ce Wur­zeln zu schla­gen. Natur ist in jeg­li­cher Art auf sol­chen Stein­tep­pi­chen unmög­lich.

Unser Antrag für die Sit­zung des Umwelt­aus­schus­ses am 27.06.2019 sieht des­halb vor: Ver­sieg­lung von pri­va­ten Vor­gär­ten ver­hin­dern.

Wir wol­len die Ver­wal­tung beauf­tra­gen, ein Kon­zept zur För­de­rung begrün­ter pri­va­ter Vor­gär­ten zu erstel­len, das das Anle­gen soge­nann­ter „Schot­ter­gär­ten“ sowie die Ver­sie­ge­lung unter­bin­det. Die bis­he­ri­ge Fro­mu­lie­rung ist zu unge­nau und lässt Frei­räu­me zur gärt­ne­ri­schen Gestal­tung mit Mate­ria­li­en wie Kies und Schot­ter.

Wich­tig wäre eine Neu­reg­lung des Bebau­ungs­pla­nes ins­be­son­de­re für Neu­bau­ten. Älte­re Gär­ten fal­len unter den Bestands­schutz. “Gera­de in den aller Orts ent­ste­hen­den Neu­bau­ge­bie­ten soll­ten wir für mehr Begrü­nung sor­gen. Beton­flä­chen und Schot­ter­gär­ten müs­sen wir von Beginn an ver­hin­dern und die Men­schen zudem auf­klä­ren, wel­chen unmit­tel­ba­ren Wert ein natur­na­her Gar­ten für sie hat.” sagt Rats­herr Tobi­as Scholz.  Stein­flä­chen hei­zen sich im Som­mer stark auf und tra­gen zur Über­hit­zung der Städ­te bei.

Auch der Bund hat erkannt, dass die Gar­ten­ge­stal­tung kei­ne Pri­vat­sa­che blei­ben kann. Die Teil­neh­me­rIn­nen der Umwelt­mi­nis­ter­kon­fe­renz vom 09. Mai 2019 sind der Auf­fas­sung, dass der besie­del­te Raum einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten kann, die Lebens­raum­be­din­gun­gen für Insek­ten zu ver­bes­sern. Die Ent­wick­lung hin zum Schot­ter­gar­ten, wur­de auf der Minis­ter­kon­fe­renz eben­falls mit Besorg­nis zur Kennt­nis genom­men. Die Kom­mu­nen wer­den daher ange­regt, ihre Lan­des­bau­ord­nun­gen in denen es Ver­pflich­tun­gen zum Begrü­nen und Bepflan­zen von unbe­bau­ter Flä­che gibt, kon­se­quent als Instru­ment zu nut­zen. Dem pflich­ten wir mit unse­rem Antrag bei!

Dar­über hin­aus hat die Umwelt­mi­nis­ter­kon­fe­renz beschlos­sen, eine bun­des­wei­te Kam­pa­gne für „Insek­ten­freund­li­che Pri­vat­gär­ten“ zu star­ten.

Die­se Initia­ti­ve grei­fen wir auf! Wir haben die Ver­wal­tung bereits beauf­tragt, einen Wett­be­werb für natur­na­he Gär­ten in Köln zu pla­nen. Wir hof­fen auf rege Betei­li­gung aller Köl­ner Gar­ten­be­sit­ze­rIn­nen und die kon­se­quen­te Umwand­lung ihrer Stein­wüs­ten in Blü­ten­mee­re.


Hier fin­det ihr unse­ren Antrag.

Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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