Sicherheit im Straßenverkehr

Die Zahl der ver­un­glück­ten Radfahrer*innen steigt in Köln rasant! Ursa­chen: “Anstieg der Rad­fah­ren­den, Unacht­sam­keit, Rück­sichts­lo­sig­keit”, so die Stadt Köln in Ant­wort auf unse­re Anfra­ge zum The­ma.

Freilaufender Rechtsabbieger

Die zahl­rei­chen Unfäl­le – lei­der auch mit Schwer­ver­letz­ten und Toten – in den ver­gan­ge­nen Mona­ten ver­an­lass­ten uns zu ver­schie­de­nen Initia­ti­ven.
Ein neu­er Beschluss zu den gefähr­li­chen “frei­lau­fen­den Rechts­ab­bie­gern”, bin­det auf unse­re Initia­ti­ve nun erst­mals auch den ADFC von Anfang an in die Pla­nung ein. Am 5.9.’17 beschloss der Ver­kehrs­aus­schuss ein umfang­rei­ches Maß­nah­men­pa­ket (s.u.) um die betrof­fe­nen Kreu­zun­gen zu ent­schär­fen, übri­gens gegen die Stim­men der FDP.


Unse­rem wei­te­ren Antrag, auch die ande­ren frei­lau­fen­den Rechts­ab­bie­ger an der Kreu­zung Inne­re Kanal/Subbelrather Stra­ße zu ent­schär­fen, woll­ten jedoch nur SPD und Lin­ke zustim­men. Zur Erin­ne­rung: An einem die­ser Rechts­ab­bie­ger kam ein Rad­fah­rer zu Tode, die­ser wur­de nach Pro­tes­ten nun siche­rer gemacht. An den bei­den ande­ren Rechts­ab­bie­gern an die­ser Kreu­zung soll nun aber erst­mal nichts pas­sie­ren – CDU, FDP und auch die Grü­nen betrach­te­ten unse­ren Antrag als “erle­digt”.


Dar­über­hin­aus hat­ten wir im Juli eine schrift­li­che Anfra­ge zum The­ma Ver­kehrs­si­cher­heit an unse­re Ober­bür­ger­meis­te­rin gerich­tet. Nun liegt eine aus­führ­li­che Ant­wort vor. Man muss nicht in allen Punk­ten zustim­men, doch wir erach­ten die­se Ant­wort als erfreu­lich dif­fe­ren­ziert.
So sieht die Stadt die Ver­ant­wor­tung für den Anstieg der Unfäl­le nicht allein bei den Radfahrer*innen, son­dern: “Die Stadt Köln erklärt sich die­se Häu­fung mit dem gene­rel­len Anstieg der Rad­fah­ren­den und mit der gestie­ge­nen Unacht­sam­keit oder auch Rück­sichts­lo­sig­keit aller Ver­kehrs­teil­neh­mer im öffent­li­chen Raum, die Rad­fah­ren­de aber beson­ders trifft, da sie nicht von einer schüt­zen­den Hül­le umge­ben sind.”  – Wie die Stadt die­ser Rück­sicht­lo­sig­keit ent­ge­gen wir­ken will bleibt aller­dings schwam­mig.

Auf das im Früh­jahr viel dis­ku­tier­te Par­ken auf Fahr­rad­schutz­strei­fen (“Nur kurz zum Bäcker”) will die Stadt mit einer gemein­sa­men Fahr­rad­strei­fe zwi­schen Ord­nungs­dienst und Ver­kehrs­dienst reagie­ren, die­se Strei­fe befin­det sich in der Umset­zungs­pha­se.

Wir erach­ten, als ein Grund für die zuneh­men­de Rück­sichts­lo­sig­keit auch die man­geln­de Akzep­tanz des Rad­ver­kehrs an sich. Hier­zu schrieb uns die Ver­wal­tung: “Um den Anteil des Rad­ver­kehrs am Modal Split zu erhö­hen, för­dert die Stadt Köln den Rad­ver­kehr auf unter­schied­li­chen Wegen. Neben der Schaf­fung einer bedarfs­ge­rech­ten Infra­struk­tur kommt einer brei­ten Öffent­lich­keits­ar­beit eine hohe Bedeu­tung zu, um die Akzep­tanz aller Ver­kehrs­teil­neh­men­den für die Belan­ge des Rad­ver­kehrs zu sen­si­bi­li­sie­ren.” Als Bei­spie­le für eine brei­te Öffent­lich­keits­ar­beit wer­den u.a. Stadt­ra­deln und die Kam­pa­gne “Ich fah­re Rad, weil …” ange­führt. (Nicht nur) hier hat die Stadt noch viel Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al!

Wir blei­ben dran!


AN/1133/2017 am 5.9.2017 vom Köl­ner Ver­kehrs­aus­schuss so beschlos­sen:

“Der Ver­kehrs­aus­schuss beauf­tragt die Ver­wal­tung, gemein­sam mit Ver­tre­tern der Poli­zei und des ADFC zu erör­tern, wel­che Ver­kehrs­kno­ten mit frei­lau­fen­den Rechts­ab­bie­gern kon­flikt­träch­tig sind und wel­che Maß­nah­men an dem jewei­li­gen Kno­ten erfor­der­lich sind.
Die­se sind unver­züg­lich umzu­set­zen.
Die­se beinhal­ten u.a.:

a. Gewähr­leis­tung der Sicht­be­zie­hun­gen durch Abbau von Wer­be­trä­gern, kon­se­quen­tem Vor­ge­hen gegen falsch par­ken­de PKW, usw.)
b. Füh­rung des Rad­ver­kehrs auf der Stra­ße, um Kreu­zun­gen „in einem Rutsch“ pas­sie­ren zu kön­nen
c. Wech­sel­b­link­an­la­gen vor Fuß­gän­ger­über­we­gen und Fahr­rad­fur­ten
d. Beschil­de­rung, die auf kreu­zen­den Rad- und Fuß­ver­kehr hin­weist, ggf. ergänzt durch Fahr­rad­sym­bo­le auf der Fahr­bahn
e. Rück­bau des frei­lau­fen­den Rechts­ab­bie­gers. Falls ver­kehr­lich zum Erhalt der Leis­tungs­fä­hig­keit die­ser wei­ter­hin erfor­der­lich sein soll­te, erfolgt eine geschwin­dig­keits­re­du­zie­ren­de Umge­stal­tung, z.B. durch Ein­satz von sog. „Köl­ner Tel­lern“
Dar­über hin­aus soll die Ver­wal­tung gemein­sam mit Ver­tre­tern der Poli­zei dar­stel­len, wel­che Unfall­ur­sa­chen in Köln als Schwer­punk­te zu sehen sind und wel­che wei­te­ren Maß­nah­men erfor­der­lich sind, das Unfall­ge­sche­hen in Köln wirk­sam zu redu­zie­ren.”

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und auch in den Ausschüssen Kultur, Stadtentwicklung, sowie dem Hauptauschuss vertreten. Am 13. September 2020 kandidiert Thor zur Oberbürgermeister*in-Wahl in Köln.

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