Raum13 ohne Raum in Köln

Am Donnerstag, den 29. April 2021 wird Raum13 endgültig geräumt. Das “Zentralwerk der schönen Künste” in der ehemaligen Hauptverwaltung der Klöckner-Humboldt-Deutz verlässt damit Köln. Ein trauriger Tag für Kunst und Kultur, findet nicht nur GUT Köln Ratsfrau Karina Syndicus.

Karina Syndicus ist Künstlerin und seit September 2020 Mitglied im Stadtrat für GUT Köln. „Raum13 ohne Raum in Köln“ weiterlesen

Kunst und Kultur Ebertplatz: Silver Surfer & Transit-Literatur

Im Rahmen der Zwischennutzung des Ebertplatzes kommen Besucher*innen in den nächsten Wochen in den Genuss von (vorübergehender) Kunst & Kultur. Das neue Rolltreppenkunstwerk „Silver Surfer“ des Berliner Kreativ-Netzwerkes ON/OFF ist eröffnet und das Literaturprojekt „Transit“ – zeigt fünf Wochen lang Kurztexte auf einem 50 Meter langen LED-Laufband.

Der Ebertplatz freut sich immer über Besucher*innen! In den nächsten Wochen findet dort Corona-konforme Kunst und Kultur im öffentlichen Raum statt. „Kunst und Kultur Ebertplatz: Silver Surfer & Transit-Literatur“ weiterlesen

Neue Stipendien im Bereich Musik

Zum 15. Dezember 2020 führte die Stadt Köln neue Stipendien im Bereich Musik ein. Noch bis zum 31. Januar 2021 können sich Musiker*innen für das neue Förderinstrument der Arbeits- und Recherchestipendien bewerben. „Neue Stipendien im Bereich Musik“ weiterlesen

Stipendien für junge Künstler*innen 2021

Junge Künstler*innen können sich bis zum 28. Februar 2021 für Stipendien der Stadt Köln bewerben.

Die Stadt Köln vergibt regelmäßig Stipendien für junge Künstler*innen, so auch im Jahr 2021. Noch bis Ende Februar können sich Künstler*innen bis 35 Jahre für die Förderprogramme bewerben. „Stipendien für junge Künstler*innen 2021“ weiterlesen

Sonderfördermittel für freie Kölner Kulturszene

Die freie Kölner Kulturszene ist auch in den kommenden Monaten auf Sonderfördermittel angewiesen. Der Stadtrat bewilligt am Donnerstag, den 10.12.2020 einen Hilfsfond, der ab Januar 2021 greift. Das Kulturamt hat diesen Fond aufgelegt und bietet allen Kulturschaffenden Beratung dazu an.

*Update: Der Dringlichkeitsantrag wurde nicht in der Ratssitzung abgestimmt, da es noch Klärungsbedarf bzgl. der Mittel gab. Der Antrag  soll aber noch vor den Weihnachtsfeiertagen in den Fraktionen abgestimmt werden.* 

**Update 05. Februar 2021: In der Ratssitzung am 04.02.2021 verabschiedete der Kölner Stadtrat die Maßnahmen. Sie gelten rückwirkend ab Januar 2021.**

Der Rat beschließt voraussichtlich in seiner Sitzung am Donnerstag, den 10. Dezember 2020, Corona-Sondermaßnahmen für die Kultur ab 01.01 2021, die zunächst bis Juni 2021 gelten. Mit Hilfe dieser dringend benötigten Sonderfördermittel für die freie Kölner Kulturszene, will das Kulturamt die Kulturschaffenden durchgängig während der Corona-Pandemie unterstützen. Der bisherige Notfallfonds endet mit dem 31. Dezember 2020. Daher ist eine Beschlussfassung durch den Rat noch vor dem Jahreswechsel notwendig. Denn auch in 2021 werden die Spielstätten, Veranstalter und Künstler*innen noch unter erheblichen existenzbedrohenden Einschränkungen leiden.
„Sonderfördermittel für freie Kölner Kulturszene“ weiterlesen

Stirb langsam: Kultur & Corona

Nicht nur die Kultur hat es in Zeiten von Corona schwer. Doch wie sollen Spielstätten funktionieren, wenn trotz Hygiene-Konzepten nur noch 20% Besucher*innen zugelassen sind? Anmerkungen von Karina Syndicus.

„Die Kulturszene steht Kopf!“- So wird es gerne geschrieben, sobald ein für Furore sorgender Mensch der Kunst etwas Brisantes erschaffen hat.
Brisant geht es allerdings gerade im gesamten Kulturbereich zu.
Betroffen sind Schauspieler*innen, Tontechniker*innen, Musiker*innen, Requisiteur*innen, Zirkuskünstler*innen, Tänzer*innen und viele andere die vor und hinter den Bühnen und Kulturstätten arbeiten.
Kaum planbar sind für die Theater und Konzertsäle die sich ständig ändernden Verordnungen.
Während sich diese immer wieder sehr kreativ und kooperativ gezeigt haben, ist mit den neusten Schutzverordnungen und Entwicklungen ein Spielbetrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten.
Das bringt viele Booker an den Rande des Organisationstalent, denn Karten müssen storniert, Veranstaltungen verschoben werden, oft kurzfristig und kaum absehbar auf wann.
Torsten Schlosser (Ateliertheater) postete in den sozialen Netzwerken kürzlich eine Graphik der vielen Änderungen, mit denen er in seinem Theater in den letzten 13 Tagen umgehen und sämtliche Planungen umwerfen musste.

Immer neue Auflagen für Kölns Spielstätten (Stand: 19.10.2020)

Viele Künstler*innen reagieren mit Verständnis, wenn auch mit Kopfschütteln.
Gerd Buurmann, der Erfinder der Kunst gegen Bares, sagte: „Das Virus greift uns in unserer Liebe an. Alles was wir gerne teilen, Zuneigung, Nähe, miteinander Leben, nimmt es uns weg. Es ist schwer zu begreifen, dass ein Theater mit vormals 100 Plätzen jetzt nur noch bestenfalls 20 Leute hinein lassen darf, während man im privaten Bereich lange noch „Uwes 50. Geburtstag feiern durfte.“
Auf der Pressekonferenz am 20.10.2020 einiger Kölner Theater und Kulturräume sowie Künstlerinnen im Bürgerzentrum Ehrenfeld wurde nochmals deutlich, dass die Szene sich wünscht, gehört zu werden und alles in ihrer Macht stehende unternimmt, einen Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.
Allerdings, wurde auch angemerkt, dass es dringend einen Rettungsschirm benötigt, wenn wir die Szene, so wie sie ist und wie sie Köln prägt, am Leben erhalten wollen.
Denn die Coronapandemie und die Spielzeiten gehen einen Weg: Im Sommer war Pause und von Oktober bis April ist Hauptsaison.
Während die einen Theater die Plätze, die sie besetzen dürfen, auch verkauft bekommen, geht es anderen Spielstätten deutlich schlechter und das Publikum traut sich schlicht nicht mehr hinein.
Und damit müssen wir umgehen lernen. Eine Empfehlung auszusprechen „Geht in die Theater, besucht die Konzerte!“ liegt mir fern, denn ja, bislang sind keine Ausbrüche nach Aufführungen bekannt, allerdings ist „keine Menschenansammlung“ immer noch am sichersten. Zumindest für die physische Gesundheit. Das gilt für Shakespeare wie für Giselas Umtrunk.
Als Künstlerin und Soloselbstständige kann ich berichten, dass die Corona Hilfen nicht ankommen.
Ausgenommen von vielen Hilfsangeboten, da sich hiermit lediglich Betriebskosten begleichen lassen und keine Lebenshaltungskosten, führt es mich und viele Kolleg*innen in die Überlegung, wie man denn den Lebensunterhalt nun weiter bestreiten soll.
Vermeintlich einfach in die Grundsicherung zu gehen, wird spätestens dann kompliziert, wenn eben doch mal ein kleiner Auftritt mit Gage anklopft. Dann stehen viele vor der Frage, ob es überhaupt möglich ist, diesen anzunehmen. Eine Spirale, aus der man so schnell nicht mehr heraus kommt.
Martin Zingsheim (Kabarettist) sagte in der heutigen Pressekonferenz: „Und in der Zeit ist es schwierig kreativ zu sein, denn es ist ja durchaus sehr monothematisch. Man kann nur über Corona schreiben und das will ja niemand mehr hören. Und für wann schreiben wir? Das ist Schreiben für die Tonne.“
Nahliegend ist natürlich, Vergleiche zu ziehen und zu recht zu behaupten, dass es anderen auch schlecht geht in der Krise, was mich aber nicht davon abbringt, daran zu arbeiten und zu hoffen, dass möglichst viele von uns ihren Beruf und ihr Räume be- und erhalten können. Denn gerade die kleinen Häuser und Soloselbstständigen sind schlicht vergessen worden und machen durch Demonstrationen wie „Artensterben“ und „Alarmstuferot“ auf diesen Umstand aufmerksam.
Kreativität leidet, wenn sie beschnitten wird. Wenn man sich nicht gehört fühlt und mit dem Erhalt der eigenen Existenz beschäftigt ist, gelingt es den wenigsten vorzeigbaren Output zu liefern.
Wenn die Spielstätten nicht nur temporär, sondern für immer schließen müssen, geht für die Menschen auf beiden Seiten der Bühnen viel verloren.

Kultur Corona
Im Arttheater. Mundschutz und Abstand sind Pflicht.

Der Artikel entspricht dem Stand 20.10.2020. Am 21.10. wurde die “20%-Regel” wieder aufgehoben. Aus der Pressemitteilung der Stadt:

“Mittwoch, 21. Oktober 2020, 15:53 Uhr
[…]
Derzeit gelten in Köln folgende Regelungen:
Bei Veranstaltungen sind innen und außen maximal 100 Personen zulässig; es sei denn, die Stadt Köln lässt Ausnahmen auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zu. Dann gilt drinnen eine Grenze von maximal 250 Teilnehmenden, draußen von 500 Teilnehmenden. Die Regelung, dass die zulässige Teilnehmerzahl zusätzlich auf ein Fünftel der normalen Kapazität des Veranstaltungsortes beschränkt wird, gilt nicht mehr.

[Hervorhebung durch uns.]


Die Beitragsfotos sind von Gerd Buurmann, vielen Dank.

Köln braucht Kultur

Subkultur retten, stärken, feiern! Unsere Ziele für die Kölner Kultur.

Kultur ist für GUT ein Kernthema. Hier verfolgen wir verschiedene Ansätze, um die starke und abwechslungsreiche Kulturszene in Köln zu erhalten und weiter auszubauen. Der Erhalt der Kölner Club-Szene liegt uns am Herzen, der freie Eintritt in allen städtischen Museen ist zudem ein wichtiges Ziel. Darüber hinaus wollen wir den Kölner Fernsehturm „Colonius“ wieder für Besucher*innen öffnen und auch der Bau von zwei Mehrzweckhallen für den Breitensport gehört zu unseren Plänen. „Köln braucht Kultur“ weiterlesen

Seltene Sgraffiti von Otto Gerster entdeckt

Bei Fassadenarbeiten am ehemaligen Gebäude des Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring kamen Sgraffiti von Otto Helmut Gerster zum Vorschein. Die monumentalen Wandkunstwerke werden nun fachkundig freigelegt.

Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln machte eine erfreuliche Entdeckung beim Umbau des ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museums am Ubierring: Nach der Demontage von Tuffsteinplatten an der Fassade, stießen die Mitarbeiter*Innen auf sieben so genannte „Sgraffiti“ des Künstlers Otto Helmut Gerster. Bei Sgraffiti (Einzahl: Sgraffito) handelt es sich um künstlerische Dekorationen von Wandflächen durch eine historische Putz- und Kratztechnik. Dadurch entstehen dreidimensionale Wandverzierungen.

Frühestens Ende März 2020 werden die sieben Sgraffiti vollständig freigelegt sein. Da die Fassade komplett mit Gerüst und Bauplanen verkleidet ist, sind die Kunstwerke derzeit von der Straße aus nicht zu sehen. „Seltene Sgraffiti von Otto Gerster entdeckt“ weiterlesen

Dancing Queen ohne Tanzfläche

Festivals werden ein immer wichtigeres Kulturgut. Wie sieht also die Situation in Köln aus, einer Stadt, die sich selbst als Kulturstadt bezeichnet?

Festivals sind mittlerweile ein elementarer Bestandteil in der Veranstaltungsbranche, die regelmäßig viele Besucher von überallher anziehen. Gerade Deutschland ist eine absolute Festival-Hochburg, es gibt wenige Länder mit einem vergleichbaren Angebot. Große deutsche Festivals wie Rock am Ring/Rock im Park, das Hurricane/Southside Festival, das Wacken Open Air oder Parookaville genießen international ein hohes Ansehen. Da stellt sich die Frage – was hat Köln eigentlich an Festivals zu bieten? „Dancing Queen ohne Tanzfläche“ weiterlesen

KAT18 gerettet? Finanzausschuss wünscht Erhalt

In einem Dringlichkeitsantrag hatten die Grünen, CDU und FDP gemeinsam mit der Ratsgruppe GUT den Erhalt der soziokulturellen Nutzung des KAT18 auf die Tagesordnung des Finanzausschusses am 11. Oktober 2019 gesetzt – und beschloßen.

Dieser Haushaltsbegleitbeschluss des Finanzausschusses gibt eine eindeutige Empfehlung an die LEG Immobilien AG, die Vermieterin der Räume am KAT18, und einen klaren Auftrag an die Verwaltung: KAT18 soll gerettet werden. Die Ratsgruppe GUT steht hinter diesem Beschluss des Haushaltsbündnisses, der zwei Dinge zusichert:
1. Das Theater der Keller wird finanziell gefördert.
2. Die sozio-kulturellen Kulturen im KAT 18 sollen erhalten bleiben.

Dieser Beschluss könnte langfristig die sozio-kulturelle Nutzung der Räume auf dem Gelände in der aktuellen Form sichern. Außerdem wünscht sich der Finanzausschuss den gewerblichen Mieter*innen einen Mietkostenzuschuss zu gewähren. Damit setzt er ein klares Zeichen: In den Erhalt des sozio-kulturellen Gewerbes am KAT18 sollte investiert werden.

Der Rat der Stadt Köln hat den Haushalt 2020/2021 inklusive des Beschlusses zu KAT18 verabschiedet. Die LEG musste darauf reagieren.

Doch die neusten Entwicklungen sind ein Rückschritt. Laut Pressemitteilung von Assata im Hof erhielten am 08.01.2020 Assata im Hof und die Sozialgewerbe im KAT 18 eine Räumungsaufforderung. “Damit untergräbt die Immobiliengesellschaft LEG die seit Herbst laufenden Verhandlungsgespräche mit der Stadt Köln, die eine Lösung für eine unbefristete Fortsetzung der Mietverträge aller Mieter*innen und sogar eine Anmietung der Räumlichkeiten anstrebt,” heißt es in der Pressemitteilung.

„KAT18 gerettet? Finanzausschuss wünscht Erhalt“ weiterlesen