Die Stadt, das Amt 66 und Pop-Up-Radwege

Die Ver­kehrs­wen­de ver­schlep­pen, das Kern­ge­schäft der Ver­wal­tung. Anträ­ge stel­len, unser Kern­ge­schäft.

Wir doku­men­tie­ren hier unse­re Pres­se­mi­tei­lung und unse­ren Antrag “Geän­der­tem Mobi­li­täts­ver­hal­ten gerecht wer­den”. „Die Stadt, das Amt 66 und Pop-Up-Rad­we­ge“ wei­ter­le­sen

Wir stehen zu Ford!

90 Jah­re Ford in Köln. Was bedeu­tet Soli­da­ri­tät heu­te? Unkri­tisch “Köln fährt Ford!” skan­die­ren? Oder vom Unter­neh­men ein Umden­ken hin zu umwelt­ver­träg­li­che­ren Model­len for­dern – um so Arbeits­plät­ze zu sichern?

Ende ver­gan­ge­nen Jah­res wag­te es der Stadt­vor­stand der Köl­ner Ver­wal­tung anzu­kün­di­gen, in Zukunft auch drei PKWs ande­rer Her­stel­ler als Ford pro­be­fah­ren zu wol­len. Hin­ter­grund ist die aktu­el­le Kli­ma­schutz-Debat­te, Model­le von Mer­ce­des des­halb, da Ford zur Zeit noch kei­ne grö­ße­ren E‑Autos anbie­tet.
Was folg­te war ein Sturm der Ent­rüs­tung. „Wir ste­hen zu Ford!“ wei­ter­le­sen

»Strassenland« ohne Teststrecke!

Bezirks­ver­tre­ter Tom Gef­fe for­dert für »Stras­sen­land« 2020 einen Ver­zicht auf einen »New Ener­gy Dri­ve« – so nen­nen die Ver­an­stal­ter ihre Test­stre­cke für Elek­tro-Autos.

Aktu­ell schlägt die Köl­ner Ver­wal­tung vor, dass Stra­ßen­fes­ti­val Stras­sen­land auch 2020 wie­der auf der Nord-Süd-Fahrt zu ver­an­stal­ten. Die­se Ver­an­stal­tung war in die Kri­tik gera­ten, als sich her­aus­stell­te, dass die Ver­an­stal­ter für die Ein­rich­tung einer Test­stre­cke für Elek­tro-Fahr­zeu­ge kei­ne Gebüh­ren aus­rich­ten muss­ten. „»Stras­sen­land« ohne Test­stre­cke!“ wei­ter­le­sen

Mehr Tunnel wagen!

Köln braucht mehr Tun­nel – Fahr­rad­tun­nel! GUT Köln plant eine Röh­re fürs Rad, von Ehren­feld in die Innen­stadt. Die Mehr­heit im Rat steht, 2020 geht es los!

Die Pres­se schreibt was sie will – und das ist auch gut so! In die­sem Fall füh­len wir uns jedoch miss­ver­stan­den. Wie unser Plan wirk­lich gemeint ist erfahrt Ihr wei­ter unten. Zunächst zu dem was eine gro­ße Köl­ner Bou­le­vard­zei­tung heu­te schrieb:


Geht’s noch?
Irrer Fahrradtunnel quer durch Köln!

Irrer Radtunnel
Nicht “irre” – GENIAL!

Die Rats­grup­pe GUT plant einen Tun­nel von Ehren­feld zum Rat­haus, die Mehr­heit soll ste­hen, Grü­ne und CDU zei­gen sich begeis­tert. Um was geht es? „Wir ste­hen für eine öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de, damit die­se gelingt, muss die­se auch attrak­tiv sein.“, so Rats­herr Tobi­as Scholz (GUT). Scholz wei­ter: „Rad­fah­ren­de sol­len daher auch im Win­ter tro­cken und warm in die Stadt fah­ren kön­nen. Zunächst gra­ben wir einen unter­ir­di­schen Rad­weg von Ehren­feld in die Innen­stadt.“ Der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher der SPD, Andy Pött­gen tobt: „Unse­ren U‑Bahn-Tun­nel woll­ten sie nicht, aber für Rad­fah­rer ist GUT nichts zu teu­er. Das der Tun­nel auch noch vor der Haus­tür der bei­den Noch-Rats­mit­glie­der begin­nen soll ist eine Unver­schämt­heit! Das ist Klün­gel! Nebel­ker­zen!“.
Nach EXPRESS-Infor­ma­tio­nen soll der Tun­nel in Ehren­feld unter der Ven­lo­er Stra­ße genau zwi­schen Geis­sel­stra­ße und Kör­ner­stra­ße begin­nen. RM Scholz wohnt in der Geis­sel- und RM Zim­mer­mann in der Kör­ner­stra­ße …
Rats­mit­glied Thor Zim­mer­mann kann die Empö­rung nicht ver­ste­hen: „Ich fah­re die­se Stre­cke nahe­zu täg­lich mit dem Fahr­rad, unbe­zahlt. Da ist der Tun­nel nur ein klei­ner Vor­teil für mich.“

fahrradtunnel
(Kli­cken ver­grö­ßert)

Kri­tik kommt aber auch von Ralph Sterck (F.D.P.): „Und wer denkt an die Auto­fah­rer? Ein sol­cher Fahr­rad-Tun­nel soll­te in einer Tief­ga­ra­ge unter dem Ebertplatz begin­nen. Mit dem Auto in die Stadt, und dann umstei­gen aufs Rad. So den­ken Pro­fis die Ver­kehrs­wen­de!“


Soweit der Pres­se-Arti­kel. Dies ist natür­lich eine sehr ver­kürz­te Dar­stel­lung, und die Zita­te sind aus dem Zusam­men­hang geris­sen!
Fahr­rad­tun­nel sind in vie­len Städ­ten längst nor­ma­ler Bestand­teil der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur. Ob in Ant­wer­pen, San Sebas­ti­an oder Jeru­sa­lem, die Vor­tei­le lie­gen klar auf der Hand:
Denk­bar kür­zes­te Ver­bin­dung zwi­schen A und B, kreu­zungs­frei, wit­te­rungs­un­ab­hän­gig, und bei ehren­amt­li­cher Mit­hil­fe auch kos­ten­güns­tig zu rea­li­sie­ren. Die Idee ist also nicht neu und auch nicht von uns. In Köln ist es aber unse­re Rats­grup­pe GUT die den Fahr­rad­tun­nel durch­ge­setzt hat. Die Quid­di­tät unse­rer Stre­cken­füh­rung ist, dass sie par­al­lel zur U‑Bahn ver­läuft! Dies spart enor­me Pla­nungs­kos­ten, und garan­tiert, dass der Tun­nel auch dort ankommt wo er hin soll.

fahrradtunnel ehrenfeld
So wird der Tun­nel aus­se­hen (Pla­nungs­stand 4/2019). Hier ist Flä­chen­ge­rech­tig­keit – zum Glück – kein The­ma mehr …

Kri­tik wol­len wir aber nicht ver­schwei­gen. Gun­da Wien­ke (Ver­kehrs­aus­schuss, Lin­ke) ent­deck­te eine ver­meint­li­che Pan­ne in unse­rem Pro­jekt: “Der Rad­tun­nel führt nur in eine Rich­tung: Von Ehren­feld in die Innen­stadt. Und die Stoi­ker mer­ken es noch nicht mal!”. Und auch aus­ge­rech­net unser “eige­ner” Innen­stadt-Bezirks­ver­tre­ter Tom Gef­fe bemän­gelt: “Die Innen­stadt lei­det schon genug unter Ein­pend­lern, es wäre schön, wenn die die City auch wie­der ver­las­sen könn­ten.”
Frau Blo­me (Ver­kehrs­de­zer­nen­tin) erläu­tert jedoch: “Ein Pro­pel­ler am Anfang des Tun­nels gibt Rücken­wind, bei einem Zwei­rich­tungs­rad­weg hät­ten Rad­fah­ren­de aus der Innen­stadt zurück Gegen­wind. Das kann doch nie­mand wol­len!?”.
Was meint Ihr? Wir freu­ens uns auf Eure Kommentare/Anregungen!


Quellen/Links:
Der 850 Meter lan­ge Tun­nel in San Sebas­ti­an | Bil­der: Sil­ly Wal­king Tun­nel (im Express-Bei­trag), Quel­le: https://bicycledutch.wordpress.com/2016/06/14/and-now-for-something-completely-different/ | Bei­trags­bild (Tun­nel Gra­fik): Mon­ta­ge mit Ursprungs­ma­te­ri­al der Köln SPD (Dan­ke!) zur Ost-West-Ach­se | Tun­nel-Bild (Nur eine Rich­tung): https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Criticalmass-sf-broadway-tunnel.jpg | Lino Ham­mer Bild: Face­book-Pro­fil­bild | Zei­tungs-Bil­der (Mon­ta­ge): Dank an Ali­ne