Verkehrswende jetzt!

Gerade die Kommunalwahl entscheidet wesentlich über Mobiliät in Köln. Denn die meisten Entscheidungen werden vor Ort getroffen. Mit der richtigen Wahl können wir eine ökologische Verkehrswende beschleunigen.

verkehrswende

kUnseren Einsatz für Fuß- und Radverkehr, und den “Öffentlichen Personennahverkehr” (ÖPNV) haben wir derart verinnerlicht, dass wir es manchmal fast vergessen ihn zu betonen. Dabei gehört unser Engagement für eine ökologische Verkehrswende zu unseren zentralen Anliegen.

Doch was verstehen wir unter einer Verkehrswende?

Wir wollen Euch dies mit einigen Stichpunkten – von A bis Z – erläutern:

        • Autofreie Stadt. “Autofrei” ist ein Ziel, eine Vision, es bedeutet in unserem Sinne natürlich nicht komplett autofrei. Selbstverständlich sollen auch in Zukunft nicht nur notwendige Einsatzfahrzeuge und Fahrzeuge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität fahren, sondern auch private PKWs. Korrekter müsste es also “autoärmere Stadt” heißen.
          Ein positiver Effekt der autoärmeren Stadt ist der Gewinn an Lebensqualität im öffentlichen Raum.
        • Citymaut. Wir setzen uns für die Prüfung einer sozial verträglichen  und ökologischen Citymaut ein. Die Idee dahinter (stark verkürzt): Ein dicker SUV der zum Shoppen in die City fährt zahlt eine höhere Maut, ein kleines Öko-Auto eines Car-Sharing-Verbundes, weniger. Mit den Einnahmen finanzieren wir die Verkehrswende.
        • Fahrrad. Dem Fahrrad kommt bei einer ökologischen Verkehrswende eine zentrale Rolle zu. Es stößt keine Abgase aus, braucht weniger Platz und ist auch für den/die Fahrer*in wesentlich günstiger in Anschaffung und Unterhalt als ein Auto. Daher will GUT Köln das Rad mit allen Kräften fördern!
        • Fahrradstraßen. Klingt gut, ist in Köln meist aber nicht mehr als ein aufgehängtes Schild. Denn Autos dürfen meist weiter fahren, und nehmen kaum Rücksicht. Das Köln für die Fahrradstraße Friesenwall tatsächlich einen nationalen Preis gewonnen hat, finden wir bezeichnend für den Zustand der Radverkehrsförderung in Deutschland. Wir werden uns für autofreie Fahrradstraßen einsetzen.
        • Flächengerechtigkeit. Unter diesem Begriff verstehen wir die gerechte Aufteilung der Verkehrsflächen. Warum steht einer Person im Auto bislang viel mehr Platz zu als etwa fünf Radfahrer*innen? Wenn wir dem Auto eine Spur wegnehmen, gewinnen viele Räder mehr Platz um sich sicher(!) durch die Stadt bewegen zu können.
        • Fußgänger*innen. Der Fußverkehr ist uns ebenfalls ein wichtiges Anliegen und darf in der Planung nicht vergessen werden. Viele Strecken können auch einfach zu Fuß zurück gelegt werden. Dafür brauchen Fußgänger*innen unter anderem breite Gehwege, frei von “kurz mal eben” parkenden Autos.
        • Kopenhagen. Kopenhagen dient vielen in Sachen Verkehr zurecht als Vorbild. Doch wir sind meilenweit davon entfernt. Unsere Stadtspitze begründet dies damit, dass Kopenhagen früher mit einer Verkehrswende begonnen hat. Stimmt! Wir können aber leider nicht erkennen, dass Köln ernsthaft versucht diesen Vorsprung aufzuholen. Erhöht bitte mit der Wahl von GUT Köln den politischen Druck auf unsere Verwaltung!
        • Lastenrad. Das Lastenrad ist ein wichtiges Element der Verkehrswende. Es ermöglicht Transporte, die mit dem normalen Rad nicht möglich sind, und kann so das Auto mit ersetzen. Wir setzen uns in Zukunft nicht nur für die Fortsetzung der von uns initiierten finanziellen Lastenradförderung ein, sondern auch für mehr  Stellplätze.
        • Lebensqualität. All  unsere Ideen zur Verkehrswende sollen vor allem Eines: die Lebensqualität in unserer Stadt verbessern. Weniger Lärm, bessere Luft und vor der Haustür Platz um Spielen und sich Begegnen.
        • Niehler Gürtel. Ein Paradebeispiel für Verwaltungsversagen. Die Beschlüsse für einen Radweg entlang des Niehler Gürtels und der Verzicht auf eine Auto-Trasse sind vor Jahren gefällt worden. Ausreden gibt es viele – passiert ist: Nichts! Mit Eurer Stimme bleiben wir dran!
        • Oben bleiben! Wir setzen uns für eine oberirdische Lösung der sogenannten Ost-West-Achse ein. Diese ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch wesentlich schneller zu realisieren. Damit haben wir dann auch mehr Kapazitäten für andere wichtige ÖPNV-Projekte frei.
        • ÖPNV. Wir wollen Bus und Bahn weiter ausbauen. Um mehr Fahrgäste weg vom Auto hin zum ÖPNV zu bewegen, müssen die Ticketpreise deutlich runter. Finanzieren können wir dies mit einer sozial verträglichen Citymaut.
        • Radwege und Radspuren müssen sicher sein. Einfach nur gestrichelte Linien aufmalen reicht uns nicht. Wir fordern baulich getrennte Verkehrswege. Für Radfahrer*innen auf Straßen etwa sogenannte „Protected Bike Lanes“.
        • Radschnellwege. Wir fordern nicht nur einen, sondern ein ganzes Netz von Radschnellwegen um gerade Pendler*innen den Umstieg aufs Rad zu erleichtern. Das Projekt “Köln-Frechen” zeigt leider, dass von einer schnellen Umsetzung guter Ideen keine Rede sein kann.
        • Rheinpendel. Unsere Idee eines neuen Seilbahn-Systems für Köln ist eine sinnvolle Ergänzung des bisherigen ÖPNV-Netzes. Wir setzen uns für eine engagierte Prüfung dieses Projektes ein. Mehr Informationen zum Rheinpendel hier.
        • Ring frei! Ein tolles Projekt, das nun langsam aber sicher vollendet wird. Während die Verwaltung noch Fahrradstraßen entlang der “Wälle” setzte, kam dieser sinnvollere Impuls (wie so oft!) von Außen. Dank an die Initiative!
        • Sicherheit. Eine neue Aufteilung und ein Umbau der Verkehrsflächen wird für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen. Weniger Unfälle und sichere Wege sind unser Ziel.
        • Zukunft. Mobilität wird sich ändern. Wir stehen dem aufgeschlossen gegenüber. Vom autonomen Fahren bis zu Hyperloop-Systemen, alles soll seine faire Chance bekommen. Am Ende zählt aber, ob neue Ideen wirklich ein sinnvoller Beitrag zu einer ökologischen Verkehrswende sind.

          Mehr zum Thema Verkehr findet Ihr in unserem Programm hier.

Autor: Thor Zimmermann

Thor ist Ratsmitglied der Stadt Köln, und in den Ausschüssen Umwelt, Stadtentwicklung, Digitales sowie dem Hauptauschuss vertreten.

Ein Gedanke zu „Verkehrswende jetzt!“

  1. Es wird wirklich Zeit, dass das Thema wieder mehr in den Mittelpunkt rückt und nicht immer nur corona. Cooler Beitrag.
    Der Verkehr trägt zwar derzeit „nur“ mit ca. 12% zu den CO2-Emissionen bei. Der Verkehrssektor ist aber leider der einzige, der seine Emissionen nicht senkt, sondern steigert. Dies liegt auch an den vielen privaten PKW – über 48 Millionen haben wir davon. Und es werden immer mehr. In diesem kleinen Land. Mit 83 Millionen Menschen.
    Dabei leben wir im Jahr 2021, und es gibt wirklich gute Alternativen – ob Anhänger oder Lastenräder, es ist was in Bewegung.
    Die genauen Kosten des Autoverkehrs weiß wahrscheinlich keiner so genau. Hier habe ich zumindest einen guten Ansatz zur Berechnung gefunden:

    https://freiraum-holzgestaltung.de/woodi/lastenrad-oder-auto-kosten-rechner/

    Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen bei der Entscheidung. Wir überlegen zur Zeit, das Auto komplett abzuschaffen.

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