Klimaneutral mit Wasserstoff

Schöpft die Stadt sämt­li­che Mög­lich­kei­ten aus, um das selbst gesteck­te Ziel “Kli­ma­neu­tra­li­tät” zu errei­chen? Die Rats­grup­pe GUT hat nach­ge­fragt, ob CO2-neu­tral erzeug­ter Was­ser­stoff in die Pla­nun­gen der Stadt mit ein­be­zo­gen wird.

Wasserstoff fährt in der Region

Sämt­li­che Inves­ti­tio­nen und Hand­lun­gen der Stadt müs­sen zum Ziel haben, maxi­mal kli­ma­freund­lich zu wir­ken. Dazu braucht es Maß­nah­men, die CO2-Emis­sio­nen in den Berei­chen Ener­gie, Ver­kehr, Woh­nen und Indus­trie redu­zie­ren. Inter­na­tio­nal wird immer häu­fi­ger CO2-neu­tral erzeug­ter Was­ser­stoff (H2) als ein Instru­ment genannt, um die Ener­gie­wen­de zu schaf­fen und Emis­sio­nen zu ver­rin­gern. Das Gas kann aus rege­ne­ra­ti­ver Wind‑, Was­ser- und Solar­ener­gie erzeugt wer­den, sodass auch sei­ne Her­stel­lung öko­lo­gisch unbe­denk­lich ist. Des­halb hat die Rats­grup­pe GUT bei der Ver­wal­tung eine Anfra­ge gestellt, wie die Stadt Köln die­sen “grü­nen Was­ser­stoff” in ihre Pla­nun­gen mit ein­be­zieht.

Tho­mas Schmeck­pep­per, Ver­kehrs­re­fe­rent der Rats­grup­pe, ist der Mei­nung, dass grü­ner Was­ser­stoff abseh­bar ein fes­ter Bestand­teil der Ener­gie­wen­de sein wird: “In meh­re­ren Regio­nen rund um Köln wird das The­ma auch im Rah­men des Struk­tur­wan­dels stark vor­an­ge­trie­ben. Nicht zuletzt durch die ansäs­si­ge Che­mie­in­dus­trie gibt es viel Kom­pe­tenz in der Nähe, auf die wir in Köln zurück­grei­fen soll­ten.”

Kölns Plan für grünen Wasserstoff

Ziel unse­rer Anfra­ge war es zu erfah­ren, in wel­chen Berei­chen, ob Mobi­li­tät, Woh­nen oder Ener­gie­ver­sor­gung, sich die Stadt mit dem The­ma Was­ser­stoff beschäf­tigt und wel­che Pla­nungs­stän­de es dort gibt:

  1. Ist das Köl­ner Erd­gas-Netz bereits was­ser­stoff­taug­lich (Stich­wort Stadt­gas)? Falls nicht, gibt es Plä­ne zur Ertüch­ti­gung?
  2. Ist es beab­sich­tigt, den Grün­strom­an­teil der Rhein­Ener­gie durch Zuhil­fe­nah­me von Wasserstoff/Wasserstoffspeichern zu erhö­hen und gibt es Plä­ne den städ­ti­schen Ver­sor­ger Rhein­Ener­gie anzu­wei­sen, dem Erd­gas 9% – idea­ler­wei­se selbst erzeug­ten – grü­nen H2 bei­zu­mi­schen?
  3. Gibt es Plä­ne in Köln für ein CO2 neu­tra­le Wohn­quar­tie­re unter Ein­be­zie­hung von Was­ser­stoff und sind hier­bei städ­ti­sche H2-Groß­spei­cher ange­dacht, die auch mit grü­nem H2 aus den städ­ti­schen Klär­an­la­gen und/oder Bio­mas­se gefüllt wer­den könn­ten?
  4. Gibt es Plä­ne, H2-BZ Fahr­zeu­ge in städ­ti­schen Fuhr­parks (Stadt-Köln, KVB, AWB) zu tes­ten, sind dazu Was­ser­stoff-Tank­stel­len mit 350bar Tech­no­lo­gie (Nutz­fahr­zeu­ge) und 700bar (PKW) auf städ­ti­schen Betriebs­hö­fen und dem Stadt­ge­biet geplant?
  5. Bewer­ben sich Stadt­ver­wal­tung und Stadt­wer­ke­kon­zern für H2-För­der­pro­gram­me auf Bun­des und Lan­des­ebe­ne?

Die Ver­wal­tungs­ant­wort kam unver­züg­lich, beant­wor­te­te aber lei­der nur unse­re letz­te Fra­ge. Die­se kann dafür erfreu­li­cher­wei­se bejaht wer­den!
Die Stadt bewirbt sich gemein­sam mit 25 ande­ren Koope­ra­ti­ons­part­nern, dar­un­ter benach­bar­te Kom­mu­nen, Krei­se, öffent­li­che und pri­va­te Unter­neh­men, an einem als Wett­be­werb aus­ge­lob­ten För­der­auf­ruf „Modell­re­gi­on für Was­ser­stoff-Mobi­li­tät“. Auf­grund des lau­fen­den Wett­be­werbs kann die Ver­wal­tung unse­re Fra­gen 1–4 der Anfra­ge lei­der nicht beant­wor­ten. Die­se bezie­hen sich auf Inhal­te und Fest­stel­lun­gen, die im Rah­men des noch ein­zu­rei­chen­den Fein­kon­zepts behan­delt wer­den.
Detail­lier­te­re Aus­künf­te dazu kön­nen erst nach Wett­be­werbsen­de erfol­gen.

Modellregion für Wasserstoff-Mobilität?

Horst Broich beschäf­tigt sich seit Jah­ren mit dem The­ma alter­na­ti­ve Ener­gi­en und grü­ner Was­ser­stoff. Er fin­det die Ver­wal­tungs­ant­wort unbe­frie­di­gend: “Die Aus­sa­ge scheint zu sein: wir haben uns Ende 2018 bewor­ben und wenn wir das För­der­pro­gramm gewin­nen, dann set­zen wir Was­ser­stoff­pro­jek­te um. Und was wenn nicht? Dann nicht? Und was macht die Stadt in den zwei Jah­ren der Wett­be­werbs­pha­se zum The­ma Was­ser­stoff in Köln?”

Hier­zu hat die Ver­wal­tung im Anschluss an unse­re Anfra­ge eine Mit­tei­lung für die Aus­schüs­se erar­bei­tet, in der sie aus­führ­li­che­re Aus­künf­te zu ihrer Teil­nah­me am Was­ser­stoff-För­der­pro­gramm erteilt. Unab­hän­gig vom Aus­gangs des Wett­be­werbs herrscht Einig­keit unter den betei­lig­ten Kom­mu­nen, dass die The­men Was­ser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­lo­gie gemein­sam in der Regi­on vor­an­ge­trie­ben und die Ergeb­nis­se des nun zu erar­bei­ten­den Fein­kon­zepts nach Mög­lich­keit umge­setzt wer­den sol­len.


Das Bild stell­te uns freund­li­cher­wei­se die Regio­nal­ver­kehr Köln GmbH (RVK) zur Ver­fü­gung.


Hier geht’s zu unse­rer Anfra­ge.
Hier fin­det ihr die Ver­wal­tungs­ant­wort und die Mit­tei­lung.
Der Wett­be­werb Modell­re­gi­on für Was­ser­stoff-Mobi­li­tät

Wei­te­re Links zum The­ma:
Inter­na­tio­na­le Rene­wa­ble Ener­gy Agen­cy 
FAUN Umwelt­tech­nik GmbH 

Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

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