Winterhilfe 2020/21 erweitert

Ein Wär­me­zelt am Bür­ger­haus Stoll­werck sowie ein Shut­tle-Bus zu den Unter­künf­ten erwei­ter­ten das Ange­bot der Win­ter­hil­fe 2020/21 für wohn­unglo­se Men­schen in Köln. Bei Käl­te­ein­brü­chen wie jetzt, braucht Köln mehr von die­sen Ange­bo­ten für Men­schen, die sonst im Frei­en über­nach­ten wür­den.

mensch im Freien bei Schnee
Mit der Aus­wei­tung der dies­jäh­ri­gen Win­ter­hil­fe hat die Stadt Köln die Anzahl der Schlaf­plät­ze für woh­nungs­lo­se Men­schen deut­lich erhöht sowie einen Shut­tle-Ser­vice zu den Unter­künf­ten ein­ge­rich­tet. Die Ange­bo­te der Win­ter­hil­fe bestehen zunächst bis zum 31. März 2021.

In Köln ste­hen nun rund 138 Plät­ze zusätz­lich zu den ganz­jäh­ri­gen Plät­zen bereit. Dies sind 45 Plät­ze mehr als 2019/2020.
Die Unter­künf­te in Mer­heim, in Mül­heim und in der Vor­ge­birgstra­ße wer­den, laut Ver­wal­tung, gut ange­nom­men.

Winterhilfe: Shuttle-Service und Wärmezelt

Ein Shut­tle-Bus holt täg­lich ab 18:30 Uhr woh­nungs­lo­se Men­schen am Heu­markt ab und bringt sie zur Schlaf­mög­lich­keit nach Mer­heim.
Zusätz­lich ist ein ergän­zen­des Tagesan­ge­bot für woh­nungs­lo­se Men­schen gestar­tet. Unter Ein­hal­tung des Infek­ti­ons­schut­zes wird am Park­platz des Bür­ger­haus Stoll­werck seit Mitt­woch, 23. Dezem­ber 2020, bis vor­aus­sicht­lich 31. März 2021 ein Wär­me­zelt zur Ver­fü­gung ste­hen. Dort kön­nen sich woh­nungs­lo­se Men­schen nun in der Zeit von 8 bis 18 Uhr auf­wär­men, ein hei­ßes Getränk sowie eine Mit­tags­mahl­zeit erhal­ten und den dort bereit gestell­ten WC-Wagen benut­zen.
Zusätz­lich zu sei­nem Hal­te­punkt am Heu­markt wird der Shut­tle-Bus ab dem 28. Dezem­ber 2020 gegen 18 Uhr auch am Zelt hal­ten und Men­schen beför­dern, die in der Über­nach­tungs­mög­lich­keit in Mer­heim schla­fen möch­ten.
Mehr zur Win­ter­hil­fe 2020/21 aus der Pres­se­mit­tei­lung der Stadt, wie folgt:

Mehr Notunterkünfte

Extre­me Tem­pe­ra­tu­ren oder Schnee­fäl­le in der kal­ten Jah­res­zeit füh­ren dazu, dass auch Men­schen eine Unter­brin­gung wün­schen, die bei nor­ma­len Wit­te­rungs­be­din­gun­gen auf der Stra­ße leben und in die­ser Zeit bestehen­de Unter­brin­gungs­an­ge­bo­te ableh­nen. Aber auch Men­schen, die sich in Köln auf­hal­ten und kein Ein­kom­men oder kei­ne Ansprü­che auf Sozi­al­leis­tun­gen haben, bedür­fen in sol­chen Not­si­tua­tio­nen einer huma­ni­tä­ren Hil­fe und einem Schutz vor gesund­heit­li­chen Schä­den.
Die bereits Ende 2018 im Rah­men der Huma­ni­tä­ren Hil­fen für EU-Zuwan­der­te bereit gestell­te Not­un­ter­kunft in der Vor­ge­birgstra­ße wur­de im Zusam­men­hang eines umfang­rei­chen Hygie­nekon­zep­tes ent­zerrt und auf wei­te­re Räu­me im Haus aus­ge­dehnt. Neben die­ser Unter­kunft mit bis zu 154 Plät­zen stellt die Stadt Köln in Koope­ra­ti­on mit dem Sozi­al­dienst Katho­li­scher Män­ner Köln (SKM) ein zusätz­li­ches Objekt in der Ost­mer­hei­mer Stra­ße 220 in Mer­heim zur Ver­fü­gung, das rund 60 Per­so­nen Schutz bie­tet.

Shuttle-Service eingerichtet

Täg­lich ab 18.30 Uhr steht am Ende der Taxi­spur auf dem Heu­markt ein Bus bereit. Die­ser fährt mehr­fach am Abend  zur Unter­kunft nach Mer­heim. Im beheiz­ten Bus besteht – selbst­ver­ständ­lich unter Ein­hal­tung der beson­de­ren Hygie­ne­vor­schrif­ten – die Mög­lich­keit, auf die nächs­te Abfahrt zu war­ten. Die Rück­fahrt in die Innen­stadt am nächs­ten Mor­gen ist eben­falls gesi­chert.

Winterhilfe speziell für Frauen

Außer­dem wird in etwa zwei Wochen ein zusätz­li­ches Win­ter­hil­fe­ob­jekt für bis zu 14 Frau­en in Köln-Mül­heim (Regen­ten­stra­ße 2a) eröff­nen. Dies geschieht in Zusam­men­ar­beit mit dem Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en Köln (SkF). Das Amt für Woh­nungs­we­sen der Stadt Köln bie­tet in Koope­ra­ti­on mit dem Inter­na­tio­na­len Bund e.V. vier Wohn­plät­ze für Men­schen mit Hun­den an.
Seit Beginn der Pan­de­mie wur­den die Unter­brin­gungs­for­men der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe und auch der ord­nungs­recht­li­chen Hil­fen nicht nur erheb­lich ent­zerrt, son­dern auch mit umfang­rei­chen Hygie­nekon­zep­ten ver­se­hen. Die Ange­bo­te über­neh­men dar­über hin­aus den Auf­trag, den Men­schen in beson­de­ren Pro­blem­la­gen die aktu­el­le Situa­ti­on näher zu brin­gen und auf Infek­ti­ons- und Hygie­neschutz-Maß­nah­men ziel­grup­pen­ge­recht hin­zu­wei­sen. Sozi­al­ar­bei­te­ri­sche Betreu­ung und Sicher­heits­diens­te sind vor Ort.

Unterbringung von Tieren

Der Köl­ner Tier­schutz­ver­ein in Köln-Zoll­stock bie­tet in die­sem Jahr erneut Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten für Hun­de von woh­nungs­lo­sen Men­schen an. Für Hun­de ste­hen zehn Plät­ze pro Nacht zur Ver­fü­gung. Die Hun­de­be­sit­zer kön­nen die Hun­de abends bis 18 Uhr oder in der Zeit zwi­schen 20 bis 21 Uhr vor­bei­brin­gen. Die Hun­de über­nach­ten in einem beheiz­ten Zwin­ger und wer­den mit Fut­ter und Was­ser ver­sorgt. Jeweils mor­gens ab 7 Uhr kön­nen die Hun­de wie­der abge­holt wer­den. Um eine kur­ze tele­fo­ni­sche Vor­ankün­di­gung unter 0221 / 381858 wird gebe­ten.

Kältegänge

Nach den posi­ti­ven Erfah­run­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gibt es auch in die­sem Win­ter wie­der Käl­te­gän­ge. Dabei suchen Mit­ar­bei­ten­de der Stadt  Köln und Mit­ar­bei­ten­de der Trä­ger der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge in den Abend­stun­den bei län­ger­fris­ti­gem Absin­ken der Tem­pe­ra­tu­ren in den Minus­be­reich gezielt Plät­ze in der Köl­ner Innen­stadt auf, die über die Hot­line gemel­det wur­den oder die als Plät­ze, an denen sich Woh­nungs­lo­se auf­hal­ten, bekannt sind. Die seit Juli 2017 akti­ven Street­wor­ker aus dem Bereich der Woh­nungs­lo­sen­hil­fe unter­stüt­zen die Käl­te­gän­ger tags­über. Die ange­trof­fe­nen Per­so­nen wer­den vor Ort über die Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te der Stadt infor­miert. Die Ange­bo­te und Maß­nah­men der Win­ter­hil­fe wer­den eng mit der Poli­zei, den Köl­ner Ver­kehrs-Betrie­ben und dem Ord­nungs­amt abge­stimmt.

24 Stunden Winterhilfe-Telefon

Wie schon seit vie­len Jah­ren bie­tet der Trä­ger „Haus Rupprecht­stra­ße“, eine sta­tio­nä­re Ein­rich­tung der Straf­fäl­li­gen­hil­fe, mit Beginn der Käl­te­gän­ge eine 24-stün­di­ge tele­fo­ni­sche Erreich­bar­keit an. Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen anru­fen, wenn sie woh­nungs­lo­se Men­schen sehen, die sich bei win­ter­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren an ihren Schlaf­plät­zen auf­hal­ten. Die Num­mer des Win­ter­hil­fe-Tele­fons lau­tet: 0221/ 474 555 45.
Die Mel­dun­gen wer­den täg­lich (mon­tags bis frei­tags) an das Amt für Sozia­les, Arbeit und Senio­ren wei­ter­ge­ge­ben. Wäh­rend der Dienst­zei­ten des Amtes wer­den die Ein­sät­ze der Street­wor­ker oder der Käl­te­gän­ger zu den gemel­de­ten Schlaf­plät­zen koor­di­niert.
Die Stadt Köln appel­liert an alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, auf­merk­sam hin­zu­schau­en. Bei akut gefähr­de­ten Men­schen wer­den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gebe­ten, sich umge­hend an den Ret­tungs­dienst unter 112 zu wen­den.

 


Das Titel­bild zeigt einen Men­schen im Frei­en, bei Schnee und Käl­te. Woh­nungs­lo­se Men­schen brau­chen bei win­ter­li­chem Wet­ter unse­re Hil­fe. Quel­le: unsplash

GUT Köln setzt sich für die Bedürf­nis­se Woh­nungs­lo­ser Men­schen ein. So haben wir zum Bei­spiel das Pro­jekt Housing First unter­stützt.
Wir freu­en uns sehr, dass der Rat der Stadt Köln Lin­da Ren­nings als bera­ten­des Mit­glied in den Aus­schuss Woh­nen gewählt hat.
Lin­da ist eine Bür­ge­rin, die selbst von Woh­nungs­lo­sig­keit betrof­fen war und sich seit Jah­ren mit ihrem Ver­ein “Hei­mat­los in Köln” für die Belan­ge von woh­nungs­lo­sen Men­schen in Köln ein­setzt.

Autor: Karin Preugschat

Karin Preugschat arbeitet als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Ratsgruppe.

Ein Gedanke zu „Winterhilfe 2020/21 erweitert“

  1. Hal­lo lie­bes Team,
    darf man mit der Win­ter­hil­fe in Köln über­all in der Stadt kos­ten­los im Auto kam­pie­ren oder gibt es hier­für auch extra Park­plät­ze?
    Gilt das Ange­bot auch auf Park­plät­zen an denen eigent­lich Park­ge­büh­ren anfal­len?
    Lie­ben Dank und herz­li­che Grü­ße

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